Dienstleistung statt Kontrolle


Als vor über 130 Jahren die ersten Dampfkessel-Überwachungs- Vereine ("DÜV·') gegründet wurden, um als Selbsthilfegemeinschaft der Dampfkesselbetreiber die Explosionsrisiken beim Einsatz von Dampfkesseln einzudämmen, war dies der Grundstein tür die traditionsreiche Entwicklung der Technischen ÜberwachungsVereine. Erst Mitte der 30er Jahre etablierte sich die Bezeichnung "Technischer Überwachungs-Verein" und somit als Abkürzung die Marke "TÜV", um damit gleichzeitig zu dokumentieren, dass die Zeit der reinen Dampfkesselüberwachung schon lange der Vergangenheit angehörte. Im Zeitalter der Industrialisierung und der damit rasant einhergehenden technischen Entwicklungen hatte sich das Spektrum der überwachungsbedürftigen Anlagen bzw. Geräte zu diesem Zeitpunkt bereits erheblich ausgeweitet, so dass neben Dampfkesseln zum Beispiel auch Aufzüge, elektrische Anlagen, Acetylenanlagen, Tankanlagen, Motoren sowie Kraftfahrzeuge der institutionalisierten technischen Überwachung durch eine besondere Organisation neutraler Sachverständiger zuzuführen waren.

TÜV – eine starke Marke

Die TÜV tragen heute als leistungsfähige, interdisziplinär kompetente Unternehmen mit ihrem breit angelegten Dienstleistungsportfolio im engagierten Wettbewerb mit anderen technischen Prüforganisationen wesentliche Mitverantwortung, dass Menschen, Umwelt und Sachgüter vor den nachteiligen Auswirkungen technischer Anlagen und Einrichtungen aller Art geschützt werden. Unter der gemeinsamen Marke "TÜV" bieten die einzelnen Technischen Überwachungs-Vereine einschließlich ihrer Beteiligungsunternehmen mannigfaltige Gewähr dafür, dass im Sinne eines geordneten gesellschaftlichen Gemeinwohls sowie im Interesse der wirtschaftlichen und politischen Verantwortungsträger eine optimale Qualität der technischen Sicherheit bei allem innovativem Fortschritt erreicht wird. Die hohe Wertschätzung, welche die Öffentlichkeit mit der Marke "TÜV" verbindet, basiert auf dem verdienstvollen Wirken der TÜV mit ihrer in langer Tradition gewachsenen Sachkunde sowie solidem technischem Know-how, aber auch auf der angezeigten Flexibilität und dem partnerschaftlichen Miteinander in gemeinsamer Verantwortung für Sicherheit, Umwelt, Produktqualität und Wirtschaftlichkeit. Als neutrale Dritte genießen sämtliche Unternehmen unter der Marke" TÜV" einen hervorragenden Ruf. Die Mitarbeiter der TÜV entsprechen mit ihren anspruchsvollen Dienstleistungen dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach Kontinuität und Zuverlässigkeit in technischen Sicherheitsfragen: ob als unabhängige Sachverständige oder als loyale hoch qualifizierte Berater im kommunikativen Prozess für effiziente, sicherheitstechnisch ausgereifte Lösungen. Die unter der Marke "TÜV" gebündelten Kernkompetenzfelder Anlagen- und Produktsicherheit sowie Mobilität und Verkehr
werden sinnvoll ergänzt durch innovative Servicedienstleistungen in den Bereichen Umwelt, erneuerbare Energien, Management-, IT- und Kommunikationssysteme sowie Bildung und Unternehmensconsulting. Die Marke "TÜV" steht für anspruchsvolle Beratung, zeitgemäß qualifizierte Schulung, objektive Begutachtung und Prüfung nebst entsprechender Zertifizierung. Im In- und Ausland verlässt man sich zu Recht gerne auf die unter der Marke "TÜV" erbrachte Dienstleistungsqualität, denn die globale Aufstellung der TÜV und ihre vordere Position im Kreis der international agierenden Wettbewerber sind hinreichende Belege für das mit der Marke "TÜV" verbundene Leistungspotential. Die Marke "TÜV" steht als Garant für ein signifikantes Plus an Sicherheit und Zuverlässigkeit in nahezu allen Lebensbereichen.

Die unter der Marke TÜV angebotenen Dienstleistungen befinden sich heutzutage in einem harten Wettbewerbsumfeld – dies nicht zuletzt im Zuge der Globalisierung des Handels und der national sowie weltwirtschaftlich angespannten Lage. Zugleich stehen die weltweit führenden Anbieter technischer Sicherheitsleistungen in ihren unternehmensqualitativen Merkmalen in einem kontinuierlichen Optimierungs- bzw. Anpassungsprozess. Deshalb ergibt sich die zwingende Konsequenz, dass die Dienstleistungsmarke als eine zentrale, wenn nicht gar als eine für den Unternehmenserfolg entscheidende Profilierungsmöglichkeit ins Blickfeld des Anbieters sowie seiner Kunden tritt. Mit einer Marke verknüpft man nicht nur einen bestimmten Service oder eine gewisse Qualität, sondern ein Erlebnis, ein Lebensgefühl, welches die wirtschaftlichen Entscheidungsträger mit der Marke dauerhaft verbindet. Die Marke TÜV, ob auf Prüfsiegeln oder Zertifikaten, dient der visuellen Identifikation von Hochwertigkeit und neutral nachgewiesenem Sicherheitsstandard der damit versehenen Produkte bzw. Dienstleistungen, ist Marketingargument der TÜV und Marketinginstrument ihrer Kunden. Die permanente Steigerung der Markenbekanntheit, die Aufrechterhaltung und fortlaufende Weiterentwicklung des Markenimages zählen somit zu den vorrangigen strategischen Aufgaben einer modernen, zeitgemäßen  Unternehmenspolitik. Die positive Assoziation "Qualität und Sicherheit" im Bewusstsein von Nachfragern der Marke TÜV ist bestimmender Erfolgsfaktor für die unter dieser Marke agierenden Wirtschaftsunternehmen. Die berühmte, mit einem kontinuierlich erarbeiteten Vertrauensvorschuss bedachte Marke TÜV ist mithin weder austauschbar noch aus TÜV-Unternehmensperspektive verzichtbar.

Der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine versteht sich zum einen als "Hüter der Marke TÜV", zum anderen aber auch als prominenter Imageträger.

Schutz vor Missbrauch

Mit der Eintragung der Marke TÜVais Verbandsmarke im In- und Ausland sowie der fortlaufenden Markenüberwachung stellt der VdTÜV den umfassenden Schutz der Marke TÜV als wesentliches Bindeglied der unter dieser Marke firmierenden Unternehmen gemeinsam mit diesen sicher. Der Verband verteidigt die Marke TÜV jährlich in zahlreichen wettbewerbsrechtlichen Fällen vor unlauterem Markenmissbrauch sowie unzulässiger Rufausbeutung und gefährlicher Verwässerung. Dabei geht es weniger darum, plakativ-zeitgeistigen Wortschöpfungen wie zum Beispiel" Männer-TÜV", "Glamour-TÜV", "Universitäts-TÜV", "Politiker-TÜV" oder "Sozial-TÜV" entgegenzuwirken, als vielmehr darum, die Marke TÜV davor zu bewahren, dass sich Anbieter von Produkten und Dienstleistungen mit ihr schmücken, ohne tatsächlich einen hinreichenden Qualitäts- und Sicherheitsnachweis unter Mitwirkung eines TÜV erbracht zu haben. Letztgenannte irreführende Werbung schadet dem Image der TÜV und wird daher als Rechtsverstoß von Verbandsseite unter
Ausschöpfung aller Mittel konsequent verfolgt. Im Rahmen seiner umfassenden Informationsdienste des fundierten technischen Erfahrungsaustausches und der Koordination der TÜV-Mitgliederinteressen leistet der Verband einen wesentlichen Beitrag zur Identifikation und Artikulation gemeinsamer TÜV-Positionen sowie zur erfolgreichen Kooperation mit den relevanten Stakeholdern aus Politik und Wirtschaft. Hierbei aktualisiert er durch gezielte Lobbyaktivitäten in einem fließenden Prozess das Profil der Marke TÜV, indem diese als Synonym für Sicherheit und Qualität fortwährend Einbindung in die gesellschaftlichen und regulativen Entwicklungsprozesse erfährt.

Private Prüfzeichen leisten dem Verbraucher wertvolle Hilfestellung im Marktdschungel

Die Bekanntheit der Marke TÜV wird gefördert durch die ständige Repräsentanz des VdTÜV am Standort Berlin und die beratende Nähe zu den politischen Entscheidungsträgern. Das Renommee der Marke TÜV wird gesteigert durch die vielfältigen Verbandsaktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, so insbesondere durch zahlreiche Fachveranstaltungen und gezielte Pressemitteilungen zu aktuellen politischen Themen mit breiter Öffentlichkeitswirkung. Die Stärke der Marke TÜV basiert somit auf einem soliden Fundament, nämlich der Leistungskraft der einzelnen TÜV in ihren operativen Geschäftsfeldern sowie dem zukunftsgerichteten, aktiv mitgestaltenden Engagement des VdTÜV als ihrer einheitlichen Stimme und als ihr wichtigster gemeinsamer Imageträger.

Die immense Vielfalt der Waren- und Dienstleistungsangebote erschwert dem Konsumenten heute eine schnelle und verlässliche Orientierung. Wer bewusst einkaufen will, ob im Laden an der Ecke, im Supermarkt oder im World Wide Web, wer eine Reise buchen oder sich in einem Fitnessstudio anmelden möchte, ist auf glaubwürdige Informationen angewiesen. In früheren Zeiten konnte der Verbraucher das Vertrauensverhältnis zum Verkäufer bzw. Dienstleister überwiegend im direkten Kontakt aufbauen. Die persönliche Beziehung oder gute Reputation vor Ort genügte, um die individuell richtige Produktauswahl zu treffen. Heute benötigt der Verbraucher zunehmend Unterstützung von externer Seite. Die so genannten" unabhängigen Dritten", die stellvertretend für den Konsumenten die Dinge unter die Lupe nehmen, sind ihm dabei eine wesentliche Hilfe. Daher werden starke, transparente Sicherheits- und Qualitätszeichen benötigt, denen die Konsumenten vertrauen, um eine Kaufentscheidung zu treffen. Die Prüfzeichen der TÜV erfüllen diese Anforderungen der Marktteilnehmer so gut, dass die drei Buchstaben "TÜV" in der öffentlichen Wahrnehmung geradezu zum Synonym geworden sind, wenn es um den durch eine objektive, unabhängige Prüfung geführten Nachweis von Sicherheit und Qualität in Bezug auf ProProdukte oder Dienstleistungen oder um eine entsprechende Botschaft geht. Die TÜV-Prüfzeichen bieten eine seriöse Entscheidungshilfe und dienen als zentrale Marktinformations- sowie Vermarktungsinstrumente. Zu unterscheiden sind diese privaten TÜV-Prüfzeichen von gesetzlich vorgeschriebenen Zeichen, allen voran der CE-Kennzeichnung. Bei Letzterem steht ein unverzichtbares Mindestniveau an Sicherheit und damit ein europaweit einheitliches grundlegendes Schutzmaß für Leben und Gesundheit der Bürger im Vordergrund. Dem Verbraucher, Anwender, Betreiber oder der Behörde wird durch die CE-Kennzeichnung angezeigt, dass das Produkt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben sicher betrieben und in Verkehr gebracht werden kann. Solche gesetzlichen Vorschriften gibt es insbesondere im Bereich der Geräte- und Anlagensicherheit, so für besonders gefahrenträchtige technische Anlagen wie Aufzüge oder Druckbehälter, aber auch für bestimmte Haushalts- und Heimwerkergeräte, Spielzeug oder Medizinprodukte. Europaweit existiert für solche Erzeugnisse nach dem so genannten "neuem Ansatz" aus dem
Jahr 1985 eine Vielzahl einschlägiger Richtlinien, die deren "ln-VerkehrNerbringen" regeln und eine CE-Kennzeichnung der Produkte vorschreiben.

TÜV-Prüfzeichen versprechen Sicherheit

Mit der CE-Kennzeichnung, die zwingend vorgeschriebenist, erklärt der Hersteller in eigener Verantwortung, dass er sämtliche Anforderungen aus den Richtlinien
erfüllt und alle vorgeschriebenen Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt worden sind. Eine unabhängige Konformitätsbewertungsstelle - so genannte "Third Party" - muss dabei allerdings nicht in allen Fällen involviert sein. Die CE-Kennzeichnung richtet sich damit zwar als "Europapass" an die Marktzugangsbehörden, um die Überwachung zu erleichtern, nicht jedoch als" Oualitätszeichen" an die Verbraucher. Freiwillige Zeichen wie die TÜV-Prüfzeichen hingegen richten sich als anerkannte und vertrauensbildende Sicherheits- und Oualitätszeichen unmittelbar an die Verbraucher und sonstigen Wirtschaftsakteure. Sie sind in globalisierten unübersichtlichen und teilweise schon virtuellen Märkten unverzichtbar für die Marktteilnehmer. Sie füllen das Informationsvakuum und leisten wertvolle Orientierungshilfe im Marktdschungel.

Die TÜV leisten einen aktiven Beitrag zum Schutz des Verbrauchers. Ob dieser auf dem Oktoberfest in eine Achterbahn steigt oder auf einer Website mit seiner Kreditkarte einkaufen möchte: Das Vertrauen in den grundsätzlich unbekannten Anbieter wächst in dem Moment, in dem er die ihm wohl bekannten drei Buchstaben "TÜV" entdeckt. Damit dies so bleibt, setzt sich der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine e.V. im Rahmen der internationalen Normung und bei den Verbänden der Akkreditierungsstellen dafür ein, dass die Anforderungen an die Prüfinstitutionen unter Berücksichtigung kostengünstiger Verfahren auf hohem Niveau bleiben. Die Prüfinstitutionen betreiben zudem in einem erheblichen Umfang eine kontinuierliche Überwachung der von ihnen zertifizierten Produkte oder Dienstleistungen und liefern hierdurch einen entlastenden Beitrag im Rahmen der Marktüberwachung. Die privaten Prüfzeichen treten somit im europäischen Markt nicht in Konkurrenz zur CE-Kennzeichnung, sondern stellen als wertvolle Orientierungshilfe für den Verbraucher mit Blick auf die Sicherheit und Qualität von Waren bzw. Dienstleistungen eine sinnvolle Ergänzung dar.

Der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine e.V. wird sich wie bereits in der Vergangenheit auch in Zukunft nachdrücklich dafür einsetzen, dass der Verbraucher sich mit Hilfe der drei Buchstaben "TÜV" auf den Waren- und Dienstleistungsmärkten zuverlässig orientieren kann.