Verbesserter Schutz für oberirdische Tanks

Niemand saß am Steuer, das Auto hatte sich selbstständig gemacht. Ungehindert rollte der Pkw auf den oberirdischen Gasbehälter einer Tankstelle zu. Weil der sogenannte Anfahrschutz des Behälters dem Aufprall nicht standhielt, wurde ein Gasrohr beschädigt, sodass Flüssiggas austreten konnte.

Aufgrund der Sicherheitsrelevanz besaß der Unfall vom Sommer 2009 in Schleswig- Holstein bundesweite Bedeutung. Auf Initiative des VdTÜV bildete sich ein Arbeitskreis, an dem die betroffenen Verbände und Institutionen sowie Vertreter der Bundesländer beteiligt waren. Dabei ging es um die Anforderungen an den Anfahrschutz für oberirdische Lagerbehälter von Kraftstoffen an Tankstellen. Die Expertenrunde erarbeitete die im VdTÜV-Merkblatt 965 Teil 1 veröffentlichten Anforderungen. Es stellte sich aber von vornherein die Frage, wie die darin festgelegten Voraussetzungen bautechnisch umgesetzt werden können.

Pollerkonstruktionen schützen Tanks

Mit der Finanzierung der betroffenen Betreiberverbände (Deutscher Verband Flüssiggas, Mineralölwirtschaftsverband und Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen) wurden von einem anerkannten Statiker Muster-Konstruktionen erstellt, die für die überwiegende Mehrzahl der Lagerbehälter anwendbar ist. Die Konstruktionen wurden nach umfangreicher Diskussion im zuständigen Verbändearbeitskreis dann im Mai 2011 im VdTÜV-Merkblatt 965 Teil 2 veröffentlicht. In 29 Bauzeichnungen und zugehörigen Textbeschreibungen sind die Muster-Konstruktionen für verschiedene Bauweisen mit Pollern und Metallriegel als Anfahrschutz detailliert erläutert, sodass jede Konstruktion ohne weiteren Aufwand gebaut werden kann. Das Merkblatt wurde mittlerweile auch vom Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) zur Kenntnis genommen.