Sicherheit von Tanklägern bleibt erhalten

Seit Ende 2008 ist klar, dass einige alte Technischen Regeln des ehemaligen Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes nur noch bis Ende 2012 gelten. Für die Zukunft sind deshalb drei Varianten vorstellbar: Sie werden durch Technische Regeln anderer amtlicher Ausschüsse ersetzt oder die Inhalte werden als gute Hilfestellung für Betreiber, Behörden und Sachverständige in ein privates Regelwerk überführt, vielleicht fallen sie aber auch ersatzlos weg.

Im Fall der Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten „Läger“ (TRbF 20) ist genau das der Fall. Die Anforderung an die Lagerung ortsbeweglicher Behälter wurde unter Mitarbeit des VdTÜV vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) in eine Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 510 überführt. Die Spezifikation der Lagerung von ortsfesten Behältern soll ebenfalls in eine entsprechende Regel einfließen. Aus Sicht der Betreiber besteht wegen der auch weltweiten Akzeptanz zwar Interesse, die bestehenden detaillierten Regeln der TRbF 20 weiter zu nutzen, doch nach derzeitiger Vorstellung sollen sie in ihrer Detailtiefe nicht als TRGS übernommen werden, also wegfallen.

Regeln weitgehend gerettet

Vom VdTÜV wurde deshalb ein Arbeitskreis initiiert, in dem Betreiber, Fachbetriebe, Werkfeuerwehren, Behörden und Sachverständige zusammengearbeitet haben, um die technischen Inhalte der TRbF 20 in ein Merkblatt zu überführen. Dabei wurden nicht nur die Inhalte abgeschrieben, sondern auch an den Stand der Technik angepasst. Da kein Tanklager ohne Füll- und Ablassstutzen denkbar ist, wurden auch gleich die Inhalte der TRbF 30 „Füll- und Entleerstellen, Flugfeldbetankungsstellen“ mit in das VdTÜV-Merkblatt integriert. Durch die Mitarbeit im Arbeitskreis für Gefahrstoffe ist sichergestellt, dass die Regeln nicht auseinanderlaufen, sondern sich gegenseitig ergänzen. Rechtzeitig vor Außerkrafttreten der TRbF 20 und 30 wurde das VdTÜV-Merkblatt 967 „Anforderungen an Lageranlagen mit ortsfesten Behältern, an die aktive Lagerung in ortsbeweglichen Behältern sowie an Füll- und Entleerstellen für brennbare Flüssigkeiten“ im November 2012 veröffentlicht.

Der Arbeitskreis konnte jedoch nicht die vollständige TRbF 30 „retten“, da der Teil der Tankanlagen auf Flugplätzen von einem separaten Arbeitskreis bearbeitet wurde. Dieses Vorgehen war insofern sinnvoll, da die Anlagen luftverkehrsrechtlichen Vorschriften unterliegen und die weltweite Vereinheitlichung bestimmter Betriebsparameter und Anschlüsse eigenständig geregelt werden muss.

Aktuelle Merkblätter erschienen

Die Arbeiten am VdTÜV-Merkblatt 966 „Vermeidung von Brand- und Explosionsgefährdungen an Anlagen zum Betanken von Luftfahrzeugen – Teil 1 und 2" wurden im Juli 2011 abgeschlossen und veröffentlicht. Die Merkblätter erschienen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, um eine weitere Diskussion der Ergebnisse in den weltweiten Luftverkehrsgremien zu ermöglichen. Teil 3 des Merkblatts, der sich mit der Sicherheit von Flugfeldtankstellen beschäftigt, kann erst nach dem Vorliegen entsprechender technischer Regeln für Straßenkraftfahrzeuge weiterbearbeitet werden.