Sichere Weihnachtsgeschenke: Tipps beim Einkauf für Kinder

Die Weihnachtszeit hat begonnen und damit auch die Suche nach den passenden Geschenken für die Kinder. Doch worauf ist beim Kauf zu achten? An erster Stelle sollte die Sicherheit und Qualität stehen. Doch viele Kinderprodukte, die sich auf dem Markt befinden, weisen gesundheitliche Risiken auf. Der VdTÜV gibt neun Tipps für den Einkauf.
Spielzeug (Foto: Martina Marten/pixelio)
© Martina Marten/pixelio

Allein 2015 wurden 2072 Produkte in der EU als gefährlich eingestuft und Warnungen ausgesprochen. Die vom EU-Warnsystem Rapex registrierten gefährlichen Produkte waren meistens Spielsachen, Kleidung, Textilien und Mode-Accessoires. Sie kamen 2015 zum Großteil aus China. Das höchste Risiko geht von chemischen Belastungen (25%) wie verbotenen Weichmachern (Phthalaten) und von Verletzungsgefahren (22%) aus. Worauf ist beim Kauf von sicheren Kinderprodukten zu achten? Neun Tipps für den Einkauf:

1. Riechtest: Teuer oder billig darf kein Kriterium für ein mehr oder weniger an Sicherheit sein. Insbesondere bei Schadstoffen ist aber Vorsicht geboten. Der VdTÜV empfiehlt, keine Artikel zu kaufen, die stark chemisch oder nach Duftstoffen riechen. Denn dies kann ein Hinweis auf Schadstoffe sein. Lackiertes Spielzeug, das mit der Haut oder dem Mund in Berührung kommen kann, sollte grundsätzlich speichel- und schweißfest sein. Möglichst auf Produkte zurückgreifen, die von unabhängigen Prüfstellen untersucht wurden. Bei diesen Untersuchungen fallen beispielsweise auch verbotene Schwermetalle in Lacken auf.

2. GS-Prüfzeichen: Prüfzeichen wie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit geben Verbrauchern Orientierung und Sicherheit. Unabhängige Stellen wie der TÜV prüfen die Produkte auf alle sicherheitsrelevanten Probleme, die bei der Benutzung vorkommen können und vergeben das GS-Zeichen. Es ist ein freiwilliges Prüfzeichen, das gesetzlich geschützt ist. Es muss immer zusammen mit dem prüfenden Institut auf dem Produkt abgebildet werden. Übrigens: Neben dem Produkt überprüft der TÜV vor Vergabe des GS-Zeichens auch die jeweilige Fertigungsstätte – egal, wo sie sich auf der Welt befindet.

3. CE-Kennzeichnung: Das GS-Zeichen ist nicht zu verwechseln mit dem CE-Kennzeichen, das für Spielzeug Pflicht ist. Mit dem CE-Zeichen gibt der Hersteller an, sich an die geltenden rechtlichen Anforderungen zu halten. Eine unabhängige Überwachung wie beim GS-Zeichen gibt es aber nicht.

4. Elektrisches Spielzeug wird in der Regel mit Batterien betrieben. Es ist darauf zu achten, dass sich das Batteriefach nur mit Werkzeug öffnen lässt. Es verhindert, dass Kinder nicht mit der Säure oder Schwermetallen in Berührung kommen oder die Kleinteile im schlimmsten Fall verschlucken. Aber auch Ladegeräte, Akkus, Fernbedienungen oder die Verkabelungen sollten von unabhängiger Seite überprüft sein. Hierzu werden spezielle Tests an den Spielzeugen durchgeführt, beispielsweise die elektromagnetische Verträglichkeit, Schutz vor Überhitzung und Stromschlag oder der Einsatz im Freien bei Regen und Schmutz.

5. Form und Größe: Vor dem Kauf das Spielzeug am besten kurz in die Hand nehmen und fühlen, ob scharfe Ecken und Kanten vorhanden sind. Vor allem für Kinder bis zu drei Jahren sollten Sie das Spielzeug gewissenhaft untersuchen, insbesondere Kleinteile können für Kinder gefährlich werden. Sie sollten sich daher nicht einfach lösen lassen. Bitten Sie das Verkaufspersonal die Umverpackung zu öffnen, um das Produkt in die Hand nehmen zu können. Wenn Sie das Spielzeug nicht anfassen oder daran riechen dürfen, kaufen Sie es im Zweifel nicht. Achten Sie besonders auf Produkte, die auch für Kinder bis zu drei Jahren freigegeben sind.

6. Zuerst waschen: Wer wirklich sicher gehen möchte, sollte Plüschtiere aus Gründen der Hygiene vor dem ersten Gebrauch einmal nach den Herstellerangaben waschen. Insbesondere, wenn dies in der Bedienungsanleitung empfohlen wird. Stoffpuppen oder Plüschtiere aber gut trocknen lassen, damit sich keine Schimmelpilze bilden.

7. Hörtest: Spielzeuge, die Geräusche und Töne erzeugen, sind bei Kindern beliebt. Doch sie dürfen nicht zu laut sein, um das Gehör der Kinder nicht zu schädigen. Testen Sie die Lautstärke, indem Sie sich das Produkt selbst ein paar Sekunden ans Ohr halten. Ist es Ihnen zu laut, kaufen Sie es nicht.

8. Aufschriften: Das Produkt muss im Reklamationsfall über Angaben zum Importeur und Hersteller verfügen. Auch Bedienungs- und Warnhinweise müssen in deutscher Sprache dem Produkt beigefügt sein und das CE-Kennzeichen muss erkennbar sein. Wenn diese Aufschriften fehlen, sollten Sie das Produkt liegen lassen.

9. Online-Bestellungen: Weihnachtsgeschenke sollten Sie online nur bei sicheren Quellen beziehen. Wenn Angaben auf der Internetseite zu Ansprechpartnern, dem Sitz des Anbieters oder der Fertigungsstätte des Produktes fehlen, bestellen Sie es nicht. Prüfzeichen für Verkaufsplattformen bieten Verbrauchern eine Orientierung.

Ansprechpartner

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