Viele Verkehrsteilnehmer missachten die Regeln

Schnell mal über die rote Ampel, trotz Überholverbot noch eben am Vordermann vorbeiziehen - die Deutschen nehmen es nicht so genau mit den Verkehrsregeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Der Verband der TÜV engagiert sich dafür, dass die Verkehrsteilnehmer verantwortungsvoll handeln.
Verkehrsregeln müssen eingehalten werden. Doch für viele Verkehrsteilnehmer scheinen sie nicht so wichtig zu sein. (Foto: Thommy Weiss/pixelio)
Verkehrsregeln müssen eingehalten werden. Doch für viele Verkehrsteilnehmer scheinen sie nicht so wichtig zu sein. (Foto: Thommy Weiss/pixelio)

So richtig ernst nehmen es die Deutschen nicht mit den Verkehrsregeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Auftrag gegeben wurde. Nur zwei von drei Verkehrsteilnehmern hielten sich im vergangenen Jahr in der Regel an die Straßenverkehrsordnung (StVO). Besonders Fußgänger und Radfahrer geben laut der Studie an, oft die Verkehrsregeln zu missachten.

Falsche Risikobereitschaft

Gerade im Stadtverkehr ist diese Gruppe von Verkehrsteilnehmern oft an Unfällen beteiligt. Mit gravierenden Folgen: Radfahrer und Fußgänger werden häufig schwer verletzt oder getötet. "Es zeigt sich deutlich, dass sich Rücksichtslosigkeit und falsche Risikobereitschaft nicht nur auf motorisierte Verkehrsteilnehmer beschränken", erklärt Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV (VdTÜV).

VdTÜV engagiert sich für Verkehrssicherheit

Der Verband und seine Mitglieder engagieren sich seit Jahren, das Verantwortungsbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer zu stärken. Ein Instrument ist der seit 2006 jährlich stattfindende "Fit to drive-Kongress", den der VdTÜV organisiert. Dort diskutieren und analysieren Psychologen, Mediziner, Fahrlehrer, Polizeibeamte, Pädagogen und Juristen die Fragen menschlichen Verhaltens im Straßenverkehr auf einer gesamteuropäischen Ebene. Die Studie der UDV zeigt einmal mehr, wie wichtig diese Veranstaltung ist. Der VdTÜV leistet dadurch auch einen Beitrag zur Europäischen Charta für Verkehrssicherheit. Sie hat zum Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in der EU bis zum Jahr 2010 auf 25.000 zu reduzieren. Zu den Erstunterzeichnern gehörte 2004 auch der VdTÜV.

Verantwortung für die Allgemeinheit

Mit Blick auf die Studie der UDV betont Dr. Klaus Brüggemann: "Individuelle Mobilität kann nur dann sicher funktionieren, wenn jedes Individuum verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnimmt. Ich spreche dabei bewusst nicht von Disziplin, sondern von Verantwortung. Verantwortung bedeutet, dass man sein eigenes Verhalten reflektiert und es aus eigenem Antrieb auf das Wohl der Allgemeinheit ausrichtet." Besonders gilt dies für jüngere Leute. Die UDV-Studie kommt zu dem Schluss, dass Autofahrer sich umso regelmäßiger an die StVO halten, je älter sie sind.

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