VdTÜV-Ratgeber: Gefahrlos und gesund Grillen

Im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon – Grillen ist auch noch im Spätsommer ein Vergnügen für die ganze Familie. Wie Sie sicher und gesund im Freien grillen, erklären die TÜV-Gesundheitsexperten des Verbandes der TÜV e.V. (VdTÜV).
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Für ein sicheres Grillvergnügen (© exclusive-design – fotolia.com)

Verbrennungen vermeiden

Je nach Grill können Hitzeentwicklungen von über 400 Grad entstehen. Bei unvorsichtigem Handeln kann es leicht zu Verbrennungen kommen. Elektro- und Gasgrills bieten im Gegensatz zu Holzkohlegrills den Vorteil, dass kein offenes Feuer und praktisch keine Rauchentwicklung entsteht. Bei Gasgrills ist darauf zu achten, dass die Gasflasche richtig angeschlossen wird und an den Verbindungen kein Gas ausströmt.

Wenn Sie einen Holzkohlegrill verwenden, stellen Sie ihn dort auf, wo es windstill ist und sich möglichst wenig Menschen aufhalten. Achten Sie auf einen festen Stand. Der Grill sollte genug Abstand zu brennbaren Flächen haben. Nie mit einem Holzkohlegrill in geschlossenen Räumen grillen, da ausströmendes Kohlenmonoxid zu Erstickungsgefahr führen kann. Nutzen Sie keine Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin. Diese können schnell zur Stichflamme führen. Dagegen sind spezielle Anzündwürfel besser geeignet. Eine Grillschürze und Grillbesteck sollten immer benutzt werden, um Verbrennungen zu vermeiden.

Gesundheit beachten

Fleisch sollte am besten erst kurz vor dem Grillen nach draußen gebracht und direkt auf den Grill gelegt werden. Wenn Fleisch in der Sonne steht, können sich mögliche Keime oder Bakterien auf dem rohen Fleisch schnell vermehren. Rohes Fleisch und Fisch sollten getrennt von den anderen Lebensmitteln stehen, da Keime auf andere Lebensmittel gelangen können. Während beim Grillen die Keime auf dem Fleisch oder Fisch abgetötet werden, besteht die Gefahr, dass sie bei anderen Lebensmitteln, die roh verzehrt werden wie Salat, beim Verzehr noch vorhanden sind.

Das Grillgut erst auflegen, wenn die Holzkohle gut durchgeglüht ist. Wenn der Grillvorgang lange andauert, können sich beim Röstvorgang krebserregende Stoffe bilden. Wenn tierische Fette oder Öle aus der Marinade in das Feuer oder auf die Heizschlangen des Elektrogrills heruntertropfen, können gesundheitlich gefährliche Stoffe sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen, die mitverzehrt werden. Sie erkennen dies, wenn bläulicher Rauch entsteht. Auch wenn Obst, Gemüse oder Käse auf dem Grill zu stark bräunen, steigen unerwünschte Stoffe auf der Oberfläche sprunghaft an. Marinaden und Öl daher vor dem Grillen gründlich vom Fleisch abtupfen, so entsteht weniger Rauch. Legen Sie das Grillgut am besten auf Aluminiumschalen. So tropft kein Fett auf die Holzkohle. Das Fleisch sollte gut durchgegart aber nicht schwarz sein.

Wenn der Grillspaß ein längeres Vergnügen wird, sollte nicht sofort benötigtes Grillgut wieder zurück in den Kühlschrank gelegt werden. Es besteht bei ungenügender Kühlung die Gefahr, dass sich eventuell vorhandene Keime, wie Salmonellen, in Fleisch, Fisch oder empfindlichen Beilagen an warmen Tagen stark vermehren.

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