TÜV SÜD: Grüne Flotten zeigen, wie Mobilität morgen funktioniert

Grüne Fuhrparks sind Realität: Das machte TÜV SÜD nun mit der Verleihung des GreenFleet®-Awards deutlich. Bereits zum vierten Mal zeichnete eine Jury Flottenbetreiber aus, die ein besonderes Augenmerk auf den Schutz von Umwelt und Ressourcen richten.
In Frankfurt verlieh TÜV SÜD am 20. September die GreenFleet Awards für besonders nachhaltige Mobilitätskonzepte. Gewinner 2011 sind die Berliner Stadtreinigung, die Druckerei Lokay, die Linde AG und WALA Heilmittel. (Foto: TÜV SÜD)
In Frankfurt verlieh TÜV SÜD am 20. September die GreenFleet Awards für besonders nachhaltige Mobilitätskonzepte. Gewinner 2011 sind die Berliner Stadtreinigung, die Druckerei Lokay, die Linde AG und WALA Heilmittel. (Foto: TÜV SÜD)

Die Flotten sind Pioniere und Treiber beim Mobilitätswandel: Das zeigen die Gewinnerprojekte des vierten GreenFleet®-Award, der am 20. September erstmals im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) übergeben wurde. Mit dem begehrten Award für ihre innovativen Mobilitätskonzepte wurden die Berliner Stadtreinigung (BSR), die Druckerei Lokay, die Linde AG und die WALA Heilmittel GmbH ausgezeichnet. Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung TÜV SÜD Auto Service GmbH, und Roland Vogt, Geschäftsführer der FleetCompany, übergaben im Rahmen des Strategieforums Flottenmanagement, zu dem sich Flottenmanager aus Deutschland und Europa in Frankfurt eingefunden hatten.

Maßgeblicher Einfluss der Flottenbetreiber

Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH, unterstrich in seiner Rede zur Preisverleihung am Dienstag, 20. September, besonders die bedeutende Rolle der Flotten beim Mobilitätswandel. „Zusätzlichen Schub gab es in diesem Jahr selbst für den Preis. Er wurde erstmals anlässlich der IAA vergeben und bot den Gewinnern damit die Möglichkeit, ihre Projekte einem internationalen Fachpublikum vorzustellen. Mehr als 100 Fachbesucher und Journalisten waren bei der Preisvergabe im Portalhaus der Messe Frankfurt am Main anwesend. „Die Verleihung auf dem größten Branchentreff der Welt sorgt für mehr Gewicht. Für den Preis und damit auch fürs Thema umweltfreundliches Flottenmanagement“, betonte Kerscher.

"Grüne Fuhrparks sind Realität"

Die TÜV SÜD-Tochter FleetCompany vergab den GreenFleet®-Award in diesem Jahr bereits zum vierten Mal. Fleet Company bildet seit diesem Jahr im Zusammenschluss mit dem europäischen Flottendienstleister Fleet Logistics europaweit den größten unabhängigen Anbieter für Flottendienstleistungen. Die Partner betreuen inzwischen ca. 100.000 Fahrzeuge in ganz Europa und registrieren europaweit den Trend zu umweltfreundlichen Fahrzeugen: „Grüne Fuhrparks sind Realität. Sie bringen die innovativen Ideen mit und liefern neue Ansätze und vor allem – sie sind für die Unternehmen nachhaltig wirtschaftlich“, so Kerscher. Das belegen auch die Gewinnerprojekte des GreenFleet®-Awards. Dazu Roland Vogt, Geschäftsführer der FleetCompany: „Die eingereichten Vorschläge zeigen uns, dass ein Mix aus innovativen Ideen das größte Einsparpotenzial verspricht. Bei den Gewinnern des GreenFleet®-Awards 2011 kommen zusätzlich zu Spritspartrainings und kleineren Motoren alternative Antriebe und selbst der Rückgriff auf althergebrachte Fortbewegungsmittel wie das Dienstfahrrad zur CO2-Reduktion zum Einsatz.“

Berliner Stadtreinigung spart 2,5 Millionen Liter Diesel

Eine große Rolle bei den Award-Projekten in diesem Jahr spielen auch wieder alternative Antriebe – hybrid, gasbetriebene und reinelektrische Fahrzeuge kommen zunehmend in den Flotten zum Einsatz. Wie beispielsweise beim Gewinnerprojekt der Berliner Stadtreinigung BSR. Hier sind bereits Hybrid- sowie ein Brennstoffzellen-Entsorgungsfahrzeug in der Erprobung. Außerdem ist die BSR mit vier Elektro-Smarts unterwegs und rüstet sukzessiv 150 ihrer 300 Abfallsammelfahrzeuge auf Erdgasbetrieb um. Doch damit nicht genug: Ende 2012 nimmt das Unternehmen eine Biogasanlage in Betrieb, in der aus den eingesammelten Bioabfällen dann der Treibstoff für die Sammelfahrzeuge gewonnen wird. Das spart 2,5 Millionen Liter Dieselkraftstoff pro Jahr ein. „Biomüll wird zu Biokraftstoff. Die BSR fährt künftig den Müll mit der Energie ab, die in weggeworfenem Obst oder Kaffeefiltern steckt. Das ist echte Kreislaufwirtschaft und schützt die Umwelt durch weniger CO2, weniger Lärm und weniger Ruß bei der Müllabfuhr in der Metropole Berlin“, so Kristian Kijewski, vom Vorstandsbüro der BSR.

Comeback des Dienstfahrrads bei Lokay

Die Druckerei Lokay aus Reinheim bei Darmstadt setzt bei den Bemühungen zur CO2-Einsparung auf den öffentlichen Nahverkehr und hat zudem das „Lokay KlimaRad“ eingeführt. Zwölf Dienstfahrräder werden den Mitarbeitern kostenlos für den Dienstweg und zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Zudem übernimmt der Betrieb für alle Mitarbeiter die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr. Bei den Neufahrzeugen machen die umweltfreundlichen Printspezialisten Druck auf Verbrauch und CO2-Ausstoß. Insgesamt konnten so in den vergangenen zwei Jahren in der Flotte, bestehend aus sechs Pkw und zwei Nutzfahrzeugen, knapp fünf Tonnen Treibhausgas eingespart werden.

240 Tonnen CO2 eingespart

Wesentlich größer ist der Fuhrpark des Gewinners Linde AG. Sie hat bei ihrer Flotte in Deutschland mit fast 1.000 Pkw feste CO2-Emissionsvorgaben in die Car Policy geschrieben und mehr als ein Drittel der Fahrzeuge nach den neuen Werten ausgetauscht. Außerdem hat das Gase- und Engineeringunternehmen eine Bonus-Malus-Regelung für das spritsparende Fahren eingeführt. Damit konnte Linde seinen durchschnittlichen Treibhausgasausstoß von 167 Gramm pro Kilometer im Jahr 2008 auf 147 Gramm pro Kilometer im Jahr 2011 senken. Entlastung für die Umwelt: von 2008 bis 2010 insgesamt 240 Tonnen Kohlendioxid.

Auf Downsizing und Strom setzen

Die WALA Heilmittel GmbH aus dem schwäbischen Eckwälden konnte die Jury mit einem Mix aus Downsizing, Ergänzung um Erdgasfahrzeuge sowie dem Einsatz von Elektrofahrrädern und -rollern überzeugen. Damit wollen die Kosmetik- und Arzneimittel-Experten bis 2014 auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 120 Gramm pro Kilometer kommen. Der innerbetriebliche Verkehr ist ebenfalls auf CO2-Minderung ausgerichtet: Dafür sorgen insgesamt 16 Betriebsfahrräder, vier Elektrofahrräder und vier Elektroroller. Zudem überprüfen die Schwaben den Einsatz eines Elektroautos. „Die Entkopplung von Ressourcenverbrauch und Umsatzwachstum ist Unternehmensziel der WALA. Daher haben wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen eingeführt, die wir konsequent auswerten, auch im Bereich der Mobilität“, erläutert Clarissa Bay, Umweltbeauftragte des Unternehmens.

Unabhängige Experten-Jury

Wie in den vergangenen Jahren hat auch in diesem Jahr wieder eine hochrangige Jury aus unabhängigen Experten die Gewinner ermittelt. Die Mitglieder kommen vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V., von der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für angewandte Wissenschaften, FH München, vom ADAC e.V., von der TÜV SÜD Akademie und vom Initiator, der FleetCompany.

Drei Kategorien

Vergabekriterien waren: CO2-Einsparung innerhalb eines Jahres. Welches Potenzial hat das Projekt? Lässt es sich auf andere Unternehmen übertragen? Wie innovativ ist der eingereichte Vorschlag? Der GreenFleet® Award wird in mehreren Kategorien vergeben: Erfolgreiche Senkung des Spritverbrauchs, die Umsetzung innovativer technischer Konzepte und die Umgestaltung der Firmenwagenregelung hin zu kostengünstigeren und umweltfreundlicheren Modellen.

Ansprechpartner

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