VdTÜV-Spende: Ingenieure helfen Ingenieuren - Laboreinrichtung ist bestellt

Am 25. März 2009 feierte der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) sein 125-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass übergab das Präsidium eine Spende in Höhe von 50.000 Euro an eine Universität in der Demokratischen Republik Kongo. Die Journalistin Bettina Rühl war nun vor Ort und berichtet, wie die Hochschule die Mittel einsetzt.
Bisher arbeiten Mwamini Mulumeoderewa Wivine und ihre Kommilitonen an der Universität in Goma noch mit Reagenzgläsern. Dank der Spende des VdTÜV konnte die Uni nun aber eine moderne Laboreinrichtung bestellen. (Foto: Bettina Rühl)
Bisher arbeiten Mwamini Mulumeoderewa Wivine und ihre Kommilitonen an der Universität in Goma noch mit Reagenzgläsern. Dank der Spende des VdTÜV konnte die Uni nun aber eine moderne Laboreinrichtung bestellen. (Foto: Bettina Rühl)

Schon als kleines Mädchen hatte sie einen Traum: Mwamini wollte Ingenieurin werden. Inzwischen ist die 20-jährige Mwamini Mulumeoderewa Wivine ihrem Traum ein paar Schritte näher: Die Kongolesin hat auf einer höheren Schule mit technischem Schwerpunkt Abitur gemacht und studiert jetzt im ersten Jahr „Angewandte Wissenschaften und Technik“ an der "Université Libre des Pays des Grands Lacs" (ULPGL). Die Universität liegt in Goma, einer Stadt ganz im Osten der Demokratischen Republik Kongo im Zentrum Afrikas.

Uni nimmt Studiengebühren...

Wie die meisten Bildungsinstitute im Kongo ist die Universität nicht staatlich, sondern kirchlich: Die Universität wird von der Baptistischen Gemeinschaft geführt. Da die Hochschule alle Mittel selbst erwirtschaften muss, verlangt sie von den Studierenden Gebühren. Zwischen 250 und 350 Dollar werden je nach Semester und Fachrichtung fällig - viel Geld in der Demokratischen Republik Kongo; trotz reicher Bodenschätze zählt das Land zu den ärmsten der Erde.

... VdTÜV hilft den Studenten dabei

Für Mwamini und die anderen Studentinnen gab es kürzlich eine gute Nachricht: Künftig müssen sie nur noch die Hälfte der Studiengebühren aufbringen, denn der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) hat der Universität im März 2009 eine Spende von 50.000 Euro anlässlich seines 125-jährigen Bestehens übergeben. Davon werden alle Studentinnen an der technischen Fakultät sowie ihre männlichen Kollegen aus einkommensschwachen Familien unterstützt. Außerdem wird durch die Spende des VdTÜV die Einrichtung von Labors mit technischer und didaktischer Ausstattung finanziert.

Einrichtung ist auf dem Weg

Die Laboreinrichtung sei schon bestellt und auf dem Weg, erklärt der Rektor der Universität, Kambale Karafuli. Er sitzt, wie so häufig, in seinem Büro im Dunkeln: Seit einigen Tagen ist die Hochschule vom Stromnetz abgeschnitten. „Die Stromausfälle sind eine ständige Plage“, sagt der Rektor. Für die Universität ist das jedes Mal eine Katastrophe, denn die Hochschule kann sich den Betrieb von Generatoren nicht leisten.

Energiequellen in der Nähe

Die Erforschung alternativer und regional angepasster Energiequellen soll deshalb Schwerpunkt ihrer Forschung werden, erklärt der Dekan der Fakultät, Pierre Kizito Talla. „Wir haben bereits eine Art Inventarliste aller Energiearten erstellt, die in der Region verfügbar sind“, erklärt der Dekan. „Und das sind eine ganze Menge: Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft. Und schließlich könnten wir das Methangas nutzen, das im Kivusee eingeschlossen ist.“

Viele Möglichkeiten der Problemlösung

Die Stadt Goma liegt am Nordufer des vulkanischen Sees. Deshalb liegt es buchstäblich nahe, das Gas als Energiequelle zu nutzen. Es gäbe also viele technische Möglichkeiten, das dramatische Energiedefizit im Kongo zu lösen. Die meisten Energiequellen wären sogar „sauber“ und regenerativ.

Ungeduldiges Warten

„Bisher sind die meisten Konzepte der Fakultät allerdings reine Theorie“, bedauert Talla. „Weil wir kein Labor hatten, konnten wir das Verhalten der hiesigen Materialien nicht testen. Wir wissen deshalb nicht, ob unsere Konzepte praxistauglich sind.“ Ungeduldig wartet auch er nun darauf, dass die Laboreinrichtung endlich eintrifft.

Energie für Entwicklung unabdingbar

Auch die Studentin Mwamini ist in ungeduldiger Erwartung. Inzwischen weiß die junge Frau sehr genau, was sie erreichen will. Noch immer ist ihr Ziel für die Zukunft ein halber Traum - aber eben nur noch ein halber: „Ich möchte Turbinen für Kraftwerke bauen“, sagt Mwamini. „Kraftwerke, die das Gas aus dem See nutzen. So könnte ich helfen, unser enormes Energiedefizit zu verringern. Und gerade Energie ist doch nötig, um ein Land zu entwickeln.“

Ansprechpartner

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