Zweifelhaftes Kindervergnügen

Kinder gelten als besonders gefährdet, wenn sie mit Produkten in Kontakt kommen, die gesundheitsgefährdend sind. Dass die Gefahr dennoch akut ist, zeigt eine Untersuchung der Zeitschrift "Öko-Test". Im Fokus: 20 Holzpuzzles für Kinder.
Holzspielzeug weist erhebliche Mängel auf - zu diesem Ergebniss kommt jetzt die Zeitschrift "Öko-Test". (Foto: groby/pixelio)
Holzspielzeug weist erhebliche Mängel auf - zu diesem Ergebniss kommt jetzt die Zeitschrift "Öko-Test". (Foto: groby/pixelio)

Die neutrale Drittprüfung von Verbraucherprodukten und insbesondere Spielzeug ist unverzichtbar. Das zeigt ein Bericht des Magazins "Öko-Test". Die unabhängigen Tester des Magazins untersuchten für das November-Heft Holzpuzzles für Kinder - und kamen zu erschreckenden Ergebnissen. Bei den insgesamt 20 getesteten Produkten entdeckten sie dabei verschiedene Mängel.

Risiken für spielende Kinder

> Produkte die für Kinder unter drei Jahren geeignet sind, dürfen keine verschluckbaren Kleinteile enthalten. Daran könnten die Kinder ersticken. Geregelt ist die Vorschrift in der europäischen Norm für Spielzeug (EN 71). Dennoch fanden die Tester die gefährlichen Teile in gleich drei Produkten. Getestet wurde mit Hilfe eines Prüfzylinders. Passen Puzzleteile komplett in diesen Zylinder, besteht Erstickungsgefahr.

> Ein weiteres Problem stellen Weichmacher dar. Sogar die Mehrheit der getesteten Puzzles enthielt in der Lackschicht gesetzlich reglementierte Phthalat-Weichmacher. Ein Produkt wies sogar einen derartig hohen Gehalt des für Kinderspielzeug verbotenen Weichmachers DBP vor, dass es nicht verkehrsfähig ist.

> Auch Formaldehyd fanden die Mitarbeiter von "Öko-Test" im Spielzeug. In insgesamt vier Puzzles wiesen sie einen Formaldehyd-Wert nach, der über dem vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlenen lag. Der Stoff, der aus dem Spielzeug ausgast und eingeatmet wird, kann Krebserkrankungen im Nasen-Rachen-Raum verursachen.

So überraschen die abschließenden Beurteilungen der Zeitschrift nicht: 16 von 20 Produkten erhielten das schlechteste Testurteil "ungenügend". Zwei weitere Produkte bewerteten die Tester mit "mangelhaft". Die zweifelhaften Test-"Sieger" erhielten gerade einmal ein "ausreichend". Die Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, dass die neutrale Drittprüfung von Verbraucherprodukten unerlässlich ist.

GS-Zeichen bietet Sicherheit

Der Verband der TÜV weist darauf hin, dass neutrale Prüfzeichen wie das deutsche GS-Zeichen wesentlich zur Sicherheit von Produkten beitragen. Dadurch kann der Verbraucher erkennen, dass neutrale Dritte (z.B. TÜV) das Produkt einer umfangreichen Prüfung unterzogen haben. Dazu gehört, dass sämtliche Auswirkungen für den Verbraucher auf Sicherheit und Gesundheit geprüft werden. Das beeinhaltet auch die Zusammensetzung eines Produkts.