BASt veröffentlicht MPU-Statistik 2016

Im Jahr 2016 gab es 91.185 medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU) in Deutschland – damit bleibt die Zahl der Begutachtungen im Vergleich zum Vorjahr konstant. Den größten Anteil der Personen, die nach einem Führerscheinverlust zu einer MPU müssen, wenn sie ihre Fahrerlaubnis wieder erlangen wollen, bilden die alkoholauffälligen Kraftfahrer. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).
MPU
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Die Zahl der angeordneten MPU wegen wiederholter Alkoholauffälligkeit sank 2016 im Vergleich zu 2015 um über elf Prozent. Die Anzahl der Alkoholauffälligkeiten in Kombination mit Verkehrsauffälligkeit oder sonstigen strafrechtlichen Auffälligkeiten reduzierte sich im Jahr 2016 um sieben Prozent. Auch sank die Zahl der MPU wegen erstmaliger Alkoholauffälligkeit im Vergleich zu 2015 wieder leicht, nachdem es hier von 2014 zu 2015 einen geringen Anstieg gegeben hatte.

Weiter angestiegen sind die MPU-Anlässe aufgrund von Betäubungsmitteln (um 4,3 Prozent). Im Verhältnis zur Alkoholauffälligkeit ist die Anzahl jedoch nur halb so hoch.

Das MPU-Gutachten dient der Straßenverkehrsbehörde als Grundlage für die Entscheidung, ob einer Person die Fahrerlaubnis wieder zugesprochen wird. Die Sicherheit im Straßenverkehr hängt stark vom Verhalten der Verkehrsteilnehmer ab. Die MPU trifft eine Prognose darüber, ob eine Person künftig verantwortungsbewusst am Straßenverkehr teilnehmen wird. Die Untersuchung erfüllt dabei zwei wesentliche Ziele: Sie ermöglicht demjenigen, der mit Fehlverhalten auffällig wurde, seine Fahrerlaubnis wieder zu erlangen, schützt aber auch die Gesellschaft vor Fahrer, die nicht verantwortungsbewusst am Straßenverkehr teilnehmen. Deutlich über 90 Prozent aller Fahrer, die durch die MPU ihre Fahrerlaubnis wiedererhalten hatten, wurden nicht mehr rückfällig.

Fast alle TÜV-Unternehmen sind Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung (MPU-Stellen). Dabei unterliegen sie sehr strengen Qualitätsvorgaben. So müssen sie über hochqualifiziertes Personal verfügen und unabhängige Gutachter sicherstellen. Zudem unterliegen sie der staatlichen Aufsicht durch die BASt.

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