ADAC setzt sich für Rettungskarte ein

Die Autohersteller bauen immer sicherere und robustere Karosserien. Das schützt die Insassen bei einem Unfall. Doch die technische Entwicklung hat auch eine Kehrseite: Rettungskräfte haben zunehmend Probleme, die Verletzten aus den Auto-Wracks zu befreien. Helfen soll nun eine Rettungskarte.
Die Bergung von Opfern aus verunglückten Fahrzeugen wird immer schwieriger. Eine Rettungskarte soll nun die Arbeit mit dem Schneidwerkzeug erleichtern. (Foto: Günter Havlena/pixelio)
Die Bergung von Opfern aus verunglückten Fahrzeugen wird immer schwieriger. Eine Rettungskarte soll nun die Arbeit mit dem Schneidwerkzeug erleichtern. (Foto: Günter Havlena/pixelio)

Wertvolle Zeit kann verloren gehen, wenn die Feuerwehr Verletzte aus Autowracks schneidet. Denn die Retter haben zunehmend Probleme, an die Opfer heranzukommen. Das liegt an den immer robusteren Karosserien der Fahrzeuge. Die schützen zwar die Insassen beim Unfall selbst. Doch die Feuerwehren benötigen immer mehr Zeit, um die verunglückten Fahrzeuge aufzuschneiden.

Wichtige Informationen

Helfen soll nun eine Rettungskarte. Der Entwurf dazu stammt vom ADAC. Die Karte erläutert den Rettern, bei welchem Fahrzeugtyp sie wo am einfachsten mit ihren Schneidgeräten ansetzen können. Wichtige Informationen stehen auf dem Datenblatt: Die Lage der Airbags, Batterien, Verstärkungen und Versteifungen der seitlichen Säulen. Auch die optimale Schnittlinie ist für die Feuerwehren auf der Karte verzeichnet.

ADAC: Karte könnte 2500 Unfalltote verhindern

Der ADAC sieht große Möglichkeiten im Einsatz der Rettungskarten. "Mit dem flächendeckenden Einsatz dieser Rettungskarten könnten wir europaweit bis zu 2500 Unfalltote verhindern", schätzt der zuständige Projektleiter des ADAC, Thomas Unger. Zeit spielt bei der Rettung von Menschenleben eine entscheidende Rolle.

Rettungszeit wird immer länger

Nach einer Untersuchung des ADAC dauert die Bergung von Opfern umso länger, je neuer das verunglückte Fahrzeug ist. Bei Unfällen mit Autos der Baujahre 1990 bis 1992 lag die Rettungszeit bei 40 Prozent unter 50 Minuten. Bei den Autos der Baujahre 2005 bis 2007 waren es nur noch 20 Prozent.

Karte soll hinter die Sonnenblende

Noch stößt die Rettungskarte auf wenig Begeisterung: Allein VW und Audi bieten das Hilfsmittel bisher für alle Modelle an. Aber weitere Hersteller wollen folgen. Die Rettungskarte kann sich jeder Fahrer für sein Modell selbst im Internet ausdrucken. Die Feuerwehren raten, diese Karte dann hinter die Sonneblende auf der Fahrerseite zu klemmen. Hier ist ein Zugang für die Rettungskräfte zumeist leicht möglich.

Aktuelle Informationen zum Thema Rettungsdatenblätter finden Sie hier.

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