Ab 1.1.2008 gelten die ersten Umweltzonen

Im neuen Jahr geht es los: In den ersten Innenstädten werden Umweltzonen eingerichtet, die nur noch von Fahrzeugen mit Feinstaubplaketten befahren werden dürfen. Was ist dabei zu beachten?
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Im neuen Jahr geht es los: In den ersten Innenstädten werden Umweltzonen eingerichtet, die nur noch von Fahrzeugen mit Feinstaubplaketten befahren werden dürfen.

Warum werden Umweltzonen eingerichtet?

Seit dem 1. März dieses Jahres dürfen Städte jene Bereiche, die einer besonders hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt sind, für Fahrzeuge mit hohem Partikelausstoß sperren. Diese sog. Umweltzonen werden durch ein spezielles Verkehrszeichen angezeigt. Grundlage ist eine EU-Richtlinie, wonach die Belastung der Luft mit Feinstaub einen Grenzwert (50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft) nur an höchstens 35 Tagen im Jahr überschreiten darf. Deutschland setzt das nun mit einer Verordnung um.

In welchen Städten werden Umweltzonen eingerichtet?

In Berlin, Köln und Hannover werden ab 1.1.2008 Umweltzonen eingerichtet. Weitere Städte folgen im Laufe des Jahres, darunter Stuttgart und München.

Wer darf eine Umweltzone befahren?

Wer eine Umweltzone befahren möchte, braucht eine Plakette, deren Farbe darauf hinweist, ob man fahren darf oder nicht. Je nach Schadstoffgruppe wird die Plakette in rot, gelb oder grün ausgegeben. Die Regelung betrifft sowohl Pkw als auch Nutzfahrzeuge. Auch Touristen benötigen eine Plakette.

Welche Fahrzeuge bekommen keine Plakette?

Alle Fahrzeuge in der sog. „Schadstoffklasse 1“ bekommen keine Plakette zugeteilt. Das sind in der Regel ältere Benziner ohne geregeltem Katalysator und ältere Dieselfahrzeuge.

Wo bekomme ich die Plakette?

Beim TÜV bekommt man die Plakette, aber auch bei anderen Überwachungsorganisationen, Fachwerkstätten und Zulassungsstellen. Die Einteilung in die Schadstoffgruppe richtet sich nach einem Schlüssel, der im Fahrzeugschein vermerkt ist. Es genügt den Fahrzeugschein vorzulegen, das Fahrzeug muss nicht vorgeführt werden.

Gibt es die Möglichkeit der Nachrüstung?

Es gibt grundsätzlich technische Möglichkeiten, etwa durch einen Partikelfilter, ein Fahrzeug so nachzurüsten, dass die Plakette zugeteilt werden kann. Dies wird dann entsprechend im Fahrzeugschein vermerkt. Im Einzelfall sollte aber jeder, der dies in Erwägung zieht, sich beim TÜV oder einer guten Fachwerkstatt gründlich beraten lassen.

Was kostet die Plakette?

Die Plakette kostet zwischen fünf und zehn Euro.

Gibt es Ausnahmen?

Es gibt eine Reihe von bundeseinheitlichen Ausnahmen, wie z.B. Mofas, Motorräder, Krankenwagen oder Zugmaschinen. Über eine einheitliche Regelung für Oldtimer wird momentan noch beraten. Darüber hinaus gibt es aber auch kommunale Ausnahmeregelungen für bestimmte Härtefälle, die in den einzelnen Städten aber sehr unterschiedlich gelöst sind. Wer im Zweifel ist, sollte sich auf alle Fälle bei seiner Kommunalverwaltung erkundigen.

Was passiert, wenn man ohne Plakette in einer Umweltzone erwischt wird?

Geplant ist ein Bußgeld von 40 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Werden die Regelungen noch verschärft?

Das wird kommunal unterschiedlich geregelt. In Berlin, Köln und Hannover dürfen ab 1.1.2010 nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette (Schadstoffgruppe 4) eine Umweltzone befahren, wobei in Hannover bereits ab 1.1.2009 Fahrzeuge bereits ab Schadstoffgruppe 3 ausschließt.

Was rät der VdTÜV?

Auf alle Fälle sollte sich rasch jeder seine Plakette besorgen, damit er am 1.1.2008 sein Fahrzeug nicht vor der Umweltzone parken muss. Wer jetzt schon absieht, dass er möglicherweise keine Plakette bekommt, sollte sich möglichst rasch in seiner Kommune über Ausnahmeregelungen informieren. Wer über Nachrüstung nachdenkt sollte unbedingt Kontakt zum örtlichen TÜV oder seiner Werkstatt aufnehmen und sich gründlich beraten lassen.