Fahrzeugtypgenehmigung

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes in Europa müssen die Instrumente und Verfahren für das Inverkehrbringen von Fahrzeugen wirksam, transparent und klar bestimmt sein, sowie einheitliche Anwendung finden.
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© TÜV SÜD AG

Um Fahrzeuge erstmalig für den Verkehr zulassen zu können, benötigt der Fahrzeughersteller (OEM) eine Typgenehmigung. Diese wird von den europäischen Typgenehmigungsbehörden, in Deutschland: das Kraftfahrbundesamt (KBA), erteilt. Für die Erlangung einer solchen Genehmigung bedarf es zahlreicher europäisch-harmonisierter Prüfungen aller Fahrzeugbestandteile, die der OEM zusammen mit den Technischen Diensten der TÜV-Gesellschaften erbringt und zur Genehmigung einreicht.

Der am 27. Januar 2016 veröffentlichte Verordnungsvorschlag der Euro­päischen Kommission zur Überarbeitung der Fahrzeugtypgenehmigung soll den geltenden euro­päischen Rechtsrahmen stärken und konsequent weiterentwickeln. Das zukünftige Typgenehmigungsverfahren muss effizient sein und sicherstellen, dass alle in Verkehr gebrachten Fahrzeuge den rechtlichen und normativen Anforderungen entsprechen. Der VdTÜV hat hierzu Stellung bezogen und in einer aktuellen Position Änderungsvorschläge aufgezeigt. Mit diesen Anpassungen kann die neue Verordnung einen signifikanten Beitrag zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Typgenehmigungsverfahrens sowie der Marktüberwachung und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes in Europa leis­ten. Zudem wird hierdurch die Funktionsfähigkeit des Binnenmarktes für Fahrzeuge und die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie in Europa gestärkt.

Positionen

Gemeinsame Position: Keine nationalen Gebührenordnungen für die Typgenehmigung von Fahrzeugen

Nationale Gebührenordnungen und ein verändertes Auftragsverhältnis sind nicht erforderlich, um die Unabhängigkeit der Technischen Dienste zu gewährleisten. Zwischen den Softwaremanipulationen einzelner Fahrzeughersteller und der Unabhängigkeit der Technischen Dienste besteht kein logischer Zusammenhang.

Aktuelles

Tachomanipulationen in der EU verhindern

Ab dem 1. September 2017 müssen alle neu zugelassenen Pkw „systematisch“ gegen Tachomanipulationen geschützt sein. Ein Zurückdrehen des Tachos soll danach nicht mehr so einfach möglich sein. Damit erfüllt der EU-Gesetzgeber eine langjährige Forderung des VdTÜV. Offen bleibt allerdings, wie der Schutz technisch in den Fahrzeugen umgesetzt werden soll.

Brexit: UK kann keine EU-Typgenehmigungen mehr erteilen

Der EU-Gipfel am 15. Dezember 2017 hat die zweite Phase der Brexit-Verhandlungen eingeläutet. Die EU-Kommission hat Anfang Februar nun für zahlreiche Wirtschaftssektoren praktische und rechtliche Hinweise zu den Konsequenzen eines möglichen Brexit veröffentlicht. Bis Herbst 2018 soll ein Vertrag über den Austritt Großbritanniens aus der EU unter Dach und Fach gebracht werden – falls die Briten nicht doch noch Abstand von ihrer ursprünglichen Brexit-Entscheidung nehmen.

Fragen und Antworten zum überarbeiteten VdTÜV-Merkblatt 750 „Flüssiggasanlagen“

Das VdTÜV-Merkblatt 750 „Flüssiggasanlagen“ hat das Ziel, einheitliche Beurteilungskriterien für die Begutachtung von Flüssiggas-(LPG-)Anlagen, die dem Antrieb von Kraftfahrzeugen dienen, zu schaffen. Gesetzliche Grundlagen dafür sind die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sowie die UNECE-Regelungen Nr. 67 und Nr. 115. Anlass der Überarbeitung war neben der Anpassung des Merkblatts an den aktuellen Stand der Technik eine Klarstellung zur Anwendung des Merkblatts.