Hohe Qualitätsstandards bei MPU

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bietet dem betroffenen Autofahrer die Chance, Zweifel an der Fahreignung auszuräumen und wieder an der Mobilität teilhaben zu können. Die Träger von MPU-Stellen unterliegen dabei höchsten Qualitätsstandards. So lautet die Feststellung der MPU-Experten im VdTÜV angesichts einer möglichen MPU-Reform durch die Bundesregierung.
MPU Führerschein © Knipserin – fotolia.com
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„Eine MPU wird von der Führerscheinbehörde angeordnet, wenn begründete Zweifel an der Fahreignung eines Autofahrers bestehen“, erläutert Gerhard Laub, Vorsitzender der VdTÜV-Kommission Fahreignung. Neben Fahrten unter Drogen- und Medikamenteneinfluss oder wiederholt schweren Verkehrsverstößen gehören dazu vor allem Fahrten unter Alkoholeinfluss. Einer repräsentativen Studie der Uni Bonn und des VdTÜV zufolge werden über 90 Prozent der Teilnehmer nach einer erfolgreichen MPU nicht mehr rückfällig. Die MPU leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Anbieter einer MPU unterliegen strengen Qualitätsvorgaben. „Zunächst müssen für die amtliche Anerkennung die organisatorischen Voraussetzungen nachgewiesen werden“, erklärt Laub. Das heißt zum Beispiel, dass der Anbieter klar darlegen muss, dass er über genügend hochqualifiziertes Personal für diese sensible Tätigkeit verfügt. Darüber hinaus muss gegenüber der Behörde der Nachweis geführt werden, dass die gutachterliche Unabhängigkeit gewährleistet ist und die Mitarbeiter an regelmäßigen Weiterbildungen teilnehmen. Die Anbieter von MPUs müssen zudem am Erfahrungsaustausch der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) teilnehmen.

Damit nicht genug: Zusätzlich wird jeder Anbieter einer MPU regelmäßig von der BASt vor Ort überwacht und seine Gutachten überprüft. Zusätzlich werden die Gutachten von der Führerscheinbehörde auf Nachvollziehbarkeit, Nachprüfbarkeit und Verständlichkeit hin geprüft. Ein internes Qualitätsmanagement mit regelmäßigen internen Audits gehört bei jedem Anbieter einer MPU zum Pflichtprogramm.

Die Transparenz der MPU wird weiterentwickelt. So sind die detaillierten Beurteilungskriterien inzwischen veröffentlicht worden, und immer mehr MPU-Stellen bieten kostenfreie Informationsveranstaltungen zur MPU an.

Jedes Jahr werden in Deutschland auf Anordnung der Führerscheinbehörde etwa 100.000 MPU-Gutachten erstellt. Rund 60 Prozent erhalten nach einer positiven Begutachtung, in einigen Fällen auch mit einer Nachschulung, den Führerschein zurück. „Die MPU folgt dem Prinzip der Einzelfallgerechtigkeit“, so Laub, „ihre Grundannahme lautet: Jeder Mensch kann sich ändern!“