Verantwortung kann man lernen!

Verantwortungsvolles Handeln am Steuer muss europaweit Bestandteil von Fahrausbildung und Fahrprüfung werden, forderten Verkehrsexperten auf dem Jahresworkshop der internationalen Fahrerlaubnisorganisation CIECA und dem VdTÜV in München. Im Vordergrund standen die Möglichkeiten, inwieweit menschliches Verhalten im Straßenverkehr Sicherheit und Umweltschutz beeinflussen können. Dabei wurden die Schwerpunkte „Eco-Driving“, „Independent Driving“ und „GDE-Matrix“ diskutiert. „Ein verantwortungsvolles Verhalten jedes Einzelnen kann dazu beitragen, das Unfallrisiko im Straßenverkehr massiv zu senken“, erläutert Willem Vanbroeckhoven, Präsident der CIECA. Besonders erschreckend, so Vanbroeckhoven, seien nach wie vor die hohen Unfallzahlen bei den jugendlichen Fahranfängern. „Hier sind europaweit Fahrlehrer und Fahrprüfer besonders gefragt, denn diese Altersgruppe hat nach ihrer Ausbildung in der Regel nur wenig Möglichkeiten, weitere Fahrpraxis zur so genannten ‚best practise’ zu sammeln.“
Verantwortung kann man lernen!

Verantwortungsvolles Handeln am Steuer muss europaweit Bestandteil von Fahrausbildung und Fahrprüfung werden, forderten Verkehrsexperten auf dem Jahresworkshop der internationalen Fahrerlaubnisorganisation CIECA und dem VdTÜV am 6. und 7.12.2007 in München. Im Vordergrund standen die Möglichkeiten, inwieweit menschliches Verhalten im Straßenverkehr Sicherheit und Umweltschutz beeinflussen können. Dabei wurden die Schwerpunkte „Eco-Driving“, „Independent Driving“ und „GDE-Matrix“ diskutiert.

„Ein verantwortungsvolles Verhalten jedes Einzelnen kann dazu beitragen, das Unfallrisiko im Straßenverkehr massiv zu senken“, erläutert Willem Vanbroeckhoven, Präsident der CIECA. Besonders erschreckend, so Vanbroeckhoven, seien nach wie vor die hohen Unfallzahlen bei den jugendlichen Fahranfängern. „Hier sind europaweit Fahrlehrer und Fahrprüfer besonders gefragt, denn diese Altersgruppe hat nach ihrer Ausbildung in der Regel nur wenig Möglichkeiten, weitere Fahrpraxis zur so genannten ‚best practise’ zu sammeln.“

„Eco-Driving als Beitrag zum Umweltschutz

Nicht nur die Fahrsicherheit, sondern auch der Spritverbrauch ist durch eine verantwortungsvolle Fahrweise beeinflussbar. So haben Untersuchungen bei Berufskraftfahrern in Deutschland und der Schweiz ergeben, dass eine umweltschonende Fahrweise kurzfristig den Kraftstoffverbrauch um 15 bis 25 Prozent senken kann. Über einen Zeitraum von über einem Jahr sind es immerhin noch fünf bis acht Prozent. Eine Studie der niederländischen TNO zeigt, dass das rechtzeitige Schalten und das Fahren im jeweils höchst möglichen Gang eine Benzin sparende Wirkung von bis zu elf Prozent bewirken kann.

Umweltschonende Fahrweise („Eco-Driving“) ist bereits in Deutschland, Finnland und der Schweiz Gegenstand der Fahrausbildung und Fahrprüfung in der Führerscheinklasse B. Die Niederlande und Schweden werden in wenigen Monaten folgen. In der Schweiz und in Deutschland ist umweltschonendes Fahren darüber hinaus fester Bestandteil der hier zu Lande freiwilligen „zweiten Ausbildungsphase“ für jugendliche Fahranfänger. Große Unterschiede bestehen in der Gewichtung der umweltschonenden Fahrweise in der Praktischen Prüfung. Während man in der Schweiz allein aufgrund von mangelndem „Eco-Driving“ durch die dortige „Führerprüfung“ fallen kann, wird in Finnland der Führerschein dennoch ausgehändigt.

Selbstbestimmtes Fahren bereits in Ausbildung und Prüfung

Verantwortungsvolles Fahren lässt sich am besten üben, wenn bereits in der Fahrschule und auf der Prüfungsfahrt der künftige Autofahrer lernt, eigene Entscheidungen zu treffen („Independent Driving“). Die gängige Praxis lässt bislang kaum Spielräume zu, da der Fahrlehrer bzw. der Fahrprüfer in der Regel die genaue Route vorgeben. Die Verkehrsexperten erhoffen sich gerade im Hinblick auf das hohe Unfallrisiko jugendlicher Fahranfänger einen positiven Effekt, da die eigene Entscheidung auch in schwierigen Verkehrssituationen bereits frühzeitig geübt wurde. „Statt ‚An der nächsten Ampel links’, könnte beispielsweise die Anweisung künftig öfter lauten: ‚Fahren Sie bitte zum Hauptbahnhof’“, erläuterte Dr. Bernhard Reiter, Mobilitätsexperte beim VdTÜV. Die Niederlande planen bereits ab dem kommenden Jahr, in den Praktischen Fahrprü-fungen durch die Prüfer nur noch Zielpunkte vorgeben zu lassen.

Das GDE-Matrix-Projekt: Die ganze Persönlichkeit ist gefragt

Das ambitionierteste Projekt, das die Verkehrssicherheitsexperten auf ihrer Tagung diskutierten, ist die so genannte „GDE-Matrix“ (Goals for Driving Education) – also das Definieren und Erreichen von Zielen in der Fahrausbildung. Verantwortung im Straßenverkehr muss gelernt und geübt sein, insbesondere sollte der/die Autofahrer/in von Morgen seine/ihre Fähigkeiten und Reak-tionsweisen realistisch selbst beurteilen können. Die Experten fordern daher bereits frühzeitig eine intensivere Auseinandersetzung mit Motivation, innerer Einstellung und Selbsteinschätzung bereits während Fahrausbildung und Prüfung. Seit 2004 ist in Norwegen das Unfallrisiko jugendlicher Fahranfänger Gegenstand von Diskussionsrunden und Gruppenübungen unter Fahrschülern. In Staaten mit einer „zweiten Ausbildungsphase“ wie Finnland, Österreich und Deutschland gehören Gruppenübungen und Feedback zum Fahrverhalten schon längst zum Standard dieser zusätzlichen Ausbildungseinheit.

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