Typgenehmigung: Aktuelle Regeln für KFZ (01.11.2012)

Am 1. November 2012 trat eine Verordnung in Kraft, die neue Kraftfahrzeuge sicherer machen sollte. Autohersteller müssen seitdem die "Verordnung von 2009 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge hinsichtlich ihrer allgemeinen Sicherheit" beachten.
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© TÜV SÜD AG

Zudem müssen neu auf dem EU-Markt eingeführte Modelle seit 2012 mit mehr Sicherheitssystemen ausgestatten werden, darunter Sicherheitsgurt-Warnsignale, bequemere Kindersitzverankerungen (ISOFIX) sowie ein besserer Schutz der Fahrzeuginsassen vor Verschiebung von Gepäckstücken bei Unfällen. Die Regelung soll zu einer Harmonisierung der unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Länder beitragen und ersetzte über 50 bestehende Richtlinien.

Die Sicherheitsanforderungen im Einzelnen:

• Der Fahrersitz muss mit einem Sicherheitsgurt-Warnsignal ausgestattet sein. Das Gerät erinnert den/die Fahrer(in) durch ein optisches und akustisches Warnsignal daran, das auch beim fahrenden Auto eingeschaltet bleibt, den Sicherheitsgurt anzulegen.

• Elektrofahrzeuge müssen strikte Sicherheitsanforderungen an die Elektrik erfüllen, mit denen die Autonutzer vor einem Stromschlag über Fahrzeugelemente oder Elemente des Motorraums geschützt werden.

• Die Fahrzeuge müssen mit mindestens zwei Verankerungspunkten für ISOFIX-Kindersitze ausgestattet sein, die vollständig in die Hintersitze zu integrieren sind. Die Verankerungspunkte können mit kompatiblen Kindersitzen verwendet werden und führen zu einer erhöhten Stabilität des Kindersitzes und einem besseren Schutz des Kindes. Darüber hinaus wird damit die Montage der Kindersitze auf den Fahrzeugsitzen erleichtert.

• Zusätzlich wurden die Fahrzeuge mit neuen Warnhinweisen versehen, auf denen vor einer Montage von rückwärts gerichteten Kinder-Rückhaltesystemen auf Sitzen gewarnt wird, die mit Frontalairbags ausgestattet sind.

• Die hinteren Beifahrersitze, unmittelbar vor dem Gepäckraum, wurden verstärkt, um einen Schutz gegen die Verschiebung von Gepäckstücken im Falle eines Frontalaufpralls zu gewährleisten. Damit wird die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall von Objekten aus dem Gepäckraum getroffen und verletzt zu werden, verringert.

• Die Reifen von Personenkraftwagen werden mit einem On-board-Reifendrucküberwachungssystem ausgestattet, das die Luftdruckschwankungen registriert und dem Fahrer signalisiert. Damit wird das Risiko des Reifenplatzens wesentlich verringert. Solche Reifenplatzvorfälle können zu schweren Unfällen mit einem Überschlagen des Fahrzeugs führen. Mit dem ordnungsgemäßen Reifendruck wird darüber hinaus der kürzest mögliche Bremsweg gewährleistet und Kraftstoffeinsparungen sowie eine Verringerung der CO2–Emissionen erzielt.

• Schließlich wurden neue Personenkraftwagentypen mit einer Gangwechselanzeige ausgestattet, die dem Fahrer Kraftstoffeinsparungen ermöglicht, indem sie einen umweltfreundlichen Fahrstil fördert.

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