VdTÜV-Tipps: Wie vermeiden Autofahrer Aggressionen im Straßenverkehr?

Dichtes Auffahren oder Rasen sind aggressive Verhaltensweisen im Straßenverkehr, die den meisten Autofahrern täglich begegnen. Neben nicht angepasster Geschwindigkeit ist aggressives Verhalten eine häufige Ursache für besonders schwere Verkehrsunfälle. Damit es erst gar nicht dazu kommt, gibt der Verband der TÜV e. V. (VdTÜV) Tipps, wie Autofahrer Aggressionen auf der Straße vermeiden können.
VdTÜV-Tipps: Wie vermeiden Autofahrer Aggressionen im Straßenverkehr?
Fahrer am Steuer (Fotolia)

Ursachen für Aggressionen sind vielschichtig: Persönlicher Stress, Zeitnot oder Ärger über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer können das eigene Fahrverhalten negativ beeinflussen. Autofahrer mit erhöhter Aggressionsbereitschaft finden sich häufig bei Männern, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind und einen hoch motorisierten Pkw fahren. Allerdings führen einige Besonderheiten des Straßenverkehrs dazu, dass die Verführung zu aggressivem Verhalten höher ist als „im normalen Leben“.

So kann die gefühlte Anonymität bei der Begegnung mit anderen Verkehrsteilnehmern zu unangemessenem Fahrverhalten verleiten. Die Kommunikationsmöglichkeiten sind im Auto eingeschränkt und die richtige Einschätzung der Absichten anderer Verkehrsteilnehmer ist erschwert. So kann es leicht zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommen und es reichen dann kleine Auslöser, um die Situation eskalieren und die Gefühle explodieren zu lassen. Soweit sollte es nicht kommen. Dipl.-Psych. Gerhard Laub, Vorsitzender der Kommission Fahreignung beim VdTÜV, rät Autofahrern, wie sie Aggressionen im Straßenverkehr vorbeugen können, um sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

„Der Gebrauch der Lichthupe oder Hupe wird z.B. oft missverstanden. Meist steckt hinter solchen Verhaltensweisen keine Absicht, andere Verkehrsteilnehmer zu provozieren. Als Autofahrer sollte man in Stresssituationen Ruhe bewahren, erstmal tief durchatmen und versuchen, sich in die Lage des Gegenübers zu versetzen. Die Eskalation eines Ereignisses kann oft auch vermieden werden, wenn man nicht auf seinem Recht beharrt: Lohnt es sich überhaupt, mich aufzuregen? – schon diese Frage kann Ärger und Nerven sparen und aus der Eskalationsspirale herausführen“, stellt Laub fest.

Das Thema aggressives Verhalten im Straßenverkehr wird neben weiteren Verkehrsthemen auch auf dem Fit-to-Drive-Kongress am 25. bis 26. April 2013 in Berlin diskutiert. Im Rahmen dieser vom VdTÜV veranstalteten Kongressreihe treffen sich jährlich Verkehrspsychologen und Verkehrsmediziner zum europaweit wichtigsten interdisziplinären Erfahrungsaustausch über Fahreignung im Straßenverkehr.