TÜV SÜD zertifiziert Guided Wave-Prüfverfahren für Rohrleitungen

Rohrleitungen in chemischen und petrochemischen Anlagen oder in Kraftwerken sind wiederkehrend auf Fehlstellen zu untersuchen. Qualifizierte Prüfverfahren spielen dabei eine besondere Rolle. TÜV SÜD hat nun das Guided Wave-Prüfverfahren des britischen Unternehmens Guided Ultrasonics Ltd. bewertet und zertifiziert.
Industrielle Rohrleitungen müssen regelmäßig geprüft werden. TÜV SÜD zertifizierte dafür nun das Prüfverfahren Guided Wave des britischen Unternehmens Guided Ultrasonics. (Foto: zettberlin/Photocase)
Industrielle Rohrleitungen müssen regelmäßig geprüft werden. TÜV SÜD zertifizierte dafür nun das Prüfverfahren Guided Wave des britischen Unternehmens Guided Ultrasonics. (Foto: zettberlin/Photocase)

Die TÜV SÜD Industrie Service GmbH hat das Ultraschall-Prüfverfahren Guided Wave Testing Method for Basic Pipes auf Grundlage des Europäischen Standards CEN/TR 14748:2004 zur Bewertung zerstörungsfreier Prüfverfahren erfolgreich zertifiziert. Das Prüfverfahren wurde von dem britischen Unternehmen Guided Ultrasonics Ltd. (GUL) in London entwickelt. Im Rahmen der European GUL User Conference im italienischen Taormina hat Dr. Robert Kauer, Leiter Anlagenoptimierung bei TÜV SÜD Industrie Service, das Zertifikat an GUL überreicht.

Echobild verrät Schwachstellen

Beim Guided Wave-Prüfverfahren werden niederfrequente Ultraschallwellen in eine Rohrleitung eingestrahlt, die sich entlang der Rohrachse in der Rohrwand ausbreiten. Rohrmerkmale wie Schweißnähte oder Querschnittsänderungen reflektieren die Guided Waves. Das Echobild gibt auch Aufschluss über Fehlstellen. „Bei jedem Prüfverfahren ist es von besonderer Bedeutung, die Möglichkeiten und Grenzen des Verfahrens genau zu kennen“, sagt Dr. Kauer. „Nur dann können mit dem Verfahren mögliche Fehlstellen effektiv und gezielt aufgespürt werden.“

Prüfer kann größeren Abschnitt kontrollieren

Die Qualifizierung eines Verfahrens sollte nach Aussage des TÜV SÜD-Experten transparent und nachvollziehbar dokumentiert sein, um beispielsweise Klarheit darüber zu erhalten, welche Fehlergrößen und Fehlerarten zuverlässig detektiert werden können. Der Vorteil des Guided Wave-Verfahrens besteht darin, dass ein Prüfer einen größeren Rohrabschnitt von einem Standpunkt aus schnell und exakt prüfen kann. Ein weiterer Vorteil im praktischen Einsatz: Mit Guided Waves existiert ein Werkzeug, mit dem große Rohrabschnitte in einer qualifizierten Genauigkeit gescreent werden können. In einem zweiten Schritt lassen sich gezielte Maßnahmen wie Folgemessungen zur exakten Quantifizierung einer Fehlstelle einleiten. „Dafür muss eine Vielzahl von Informationen qualifiziert bewertet werden“, erklärt Dr. Kauer. Das verlangt vom Prüfer eine professionelle Ausbildung, methodisches Vorgehen und großes Erfahrungspotenzial.“

Ansprechpartner

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