TÜV SÜD erstellt europaweites Wasserstoff-Schulungskonzept

Die TÜV SÜD Akademie erarbeitet ein Konzept, wie Betreiber und Behörden besser im Umgang mit Wasserstoffanlagen geschult werden können. Dazu gab die EU-Kommission der TÜV SÜD-Tochter nun den Auftrag.
Auftrag der EU-Kommission: Vertreter der TÜV SÜD Akademie und anderer Organisationen entwickeln nun gemeinsam ein Konzept für Schulungen im Umgang mit Wasserstoffanlagen. (Foto: TÜV SÜD)
Auftrag der EU-Kommission: Vertreter der TÜV SÜD Akademie und anderer Organisationen entwickeln nun gemeinsam ein Konzept für Schulungen im Umgang mit Wasserstoffanlagen. (Foto: TÜV SÜD)

Die TÜV SÜD Akademie gewann jetzt einen Aufruf der Europäischen Kommission zur Einreichung von Vorschlägen zum Thema Wasserstoff-Schulungen für Betreiber und Behörden. Die Konzeption erarbeitet die TÜV SÜD Akademie als Konsortialführer eines Zusammenschlusses bestehend aus Air Liquide, CCS Global Group, Health and Safety Laboratory (HSL), FAST (Federazione delle Associazioni scientifiche e techniche) und der University of Ulster.

In der EU fehlen flächendeckende Ausbildungskonzepte

Wasserstoff ist im Kommen. Doch der innovative Antrieb birgt nicht nur Chancen, sondern besonders im Umgang auch Risiken. Daher ist die Schulung aller Beteiligten sehr wichtig. In Europa fehlen bislang flächendeckende Ausbildungskonzepte. Ziel des Projektes HyFacts (Hydrogen Training Initiatives for Regulators) ist es deshalb, innovative Schulungskonzepte und -materialien für Betreiber von Wasserstoffanlagen zu entwickeln. Doch auch die Sicherheitsbeauftragten von Behörden, welche diese Anlagen prüfen, sollen geschult werden. Schließlich steigt die Anzahl von Genehmigungsverfahren für stationäre Wasserstoffanlagen wie z.B. Tankstellen oder die mobilen Anwendungen wie wasserstoffbetriebene Fahrzeuge stetig.

Konzept soll helfen, die Verbreitung der Technologie zu fördern

„Wir freuen uns über das Vertrauen, welches uns die Europäische Kommission entgegenbringt“, erklärt Kai Probst, Geschäftsführer der TÜV SÜD Akademie. „Wir starten mit voller Energie in dieses Projekt zur Erarbeitung eines kompetenten und innovativen Schulungskonzepts, um die Verbreitung der Wasserstofftechnologie in Zukunft zu fördern.“

Schulungsformate sind noch nicht zielgruppenspezifisch

Da es sich um eine relativ neue Technologie handelt, verfügten die Betreiber und die Sicherheitsbeauftragten meist noch nicht über das erforderliche Know-How. Dieses Unwissen führt dazu, dass wichtige Entscheidungen verzögert werden, bestimmte Optionen gar nicht in Betracht kommen oder es unterlaufen Fehler beim Genehmigungsverfahren. Bislang werden in Europa vereinzelt allgemeine Schulungsangebote zum Thema Wasserstoff angeboten, doch keines der angebotenen Schulungsformate hat die entsprechende Zielgruppe im Fokus. „Wir werden im ersten Schritt eine Strategie erarbeiten, die ein permanentes Schulungsangebot für die Zielgruppen durch anerkannte Institutionen beinhaltet“, so Probst.

Sicherheit und Regularien stehen im Vordergrund

Ein zentrales Anliegen ist es, aktuelle und hochwertige Schulungen in Form von maßgeschneiderten Schulungspaketen für Betreiber und Sicherheitsverantwortliche zu entwickeln und zu verbreiten. Dabei stehen sicherheitsrelevante Aspekte sowie die gesetzlichen Regularien europaweit im Vordergrund. Das Projekt ist am 1. Februar 2011 gestartet und auf 30 Monate angelegt.

Kommission erwartet 2,5 Millionen wasserstoffgetriebene Fahrzeuge

Derzeit sind in Europa 75 Wasserstofftankstellen in Betrieb, weitere 50 sind bereits geplant. Die EU-Kommission erwartet, dass im Jahr 2020 bereits 2,5 Mio. wasserstoffgetriebene Fahrzeuge auf Europas Straßen unterwegs sein werden.

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