TÜV NORD Gruppe sichert Qualität bei Polizeifunk

Baden-Württemberg arbeitet an einem digitalen Funknetz für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Dabei unterstützt die TÜV NORD Gruppe das Land. Die Fachleute helfen bei der Standortauswahl und prüfen die Statik der Funkmasten.
TÜV NORD unterstützt die Polizei bei der Einführung des digitalen Funks. (Foto: haitaucher39/Fotolia)
TÜV NORD unterstützt die Polizei bei der Einführung des digitalen Funks. (Foto: haitaucher39/Fotolia)

Die TÜV NORD Gruppe unterstützt das Land Baden-Württemberg beim Aufbau des digitalen Funknetzes für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste (BOS). Die Fachleute von TÜV NORD prüfen, ob bei der Infrastruktur der Standorte alle Vorgaben des Bundes eingehalten werden - das gilt auch für länderspezifische Standards. Außerdem kontrollieren sie die Statik von Masten. Baden-Württemberg ist eines der Länder, das ein so genanntes BOS-Funknetz aufbaut.

Jahrelange Erfahrung im Bereich Funknetzstandorte

„Wir freuen uns, dass wir das Projekt unterstützen können“, sagt Dirk Giesing von TÜV NORD Systems. Das Unternehmen befasst sich mit der Sicherheit von Funknetzstandorten seit acht Jahren. „Mit unserer Arbeit ist Baden-Württemberg in der Lage, gegenüber dem Bund das Einhalten der Standards nachzuweisen“, so Giesing weiter.

Zertifikat TÜViT Trusted

Zwei große Bereiche umfasst die Arbeit der TÜV NORD Gruppe: Sowohl Prozesse als auch Standorte werden geprüft und zertifiziert. Bei der Prozesszertifzierung ermitteln die Fachleute, ob alle Vorgaben der Bundesanstalt für den Digitalfunk (BDBOS) eingehalten werden. Darüber hinaus müssen auch länderspezifische Standards beachtet werden. Diese Vorgaben müssen in die Standortprüfung eingehen. Außerdem wird geprüft, ob sich auch Änderungen der Vorgaben von BDBOS in Prüfungen niederschlagen. Am Ende steht ein Prüfbericht von TÜViT und bei Erfolg das Zertifikat TÜViT Trusted Process. Dazu müssen neben den Vorgaben von BDBOS und Land auch die 83 allgemeinen Kriterien des Standards erfüllt werden, die sich an der Norm ISO 9001:2005 orientieren.

Einheitliche und nachvollziehbare Prüfung der Standorte

Die Standortzertifizierungen nimmt TÜV NORD Systems vor. Hierzu wird die Prozessbeschreibung zusammen mit dem Auftraggeber weiterentwickelt und an die Anforderungen der Prozesszertifizierung angepasst. Ziel ist es, alle Standorte einheitlich und nachvollziehbar zu überprüfen. Zu diesen Standortprüfungen gehören so genannte qualitätssichernde Begehungen sowie Prüfungen der Standortdokumentation.

Stichprobenartige Kontrollen

Bei diesen qualitätssichernden Begehungen überprüfen Teams die Infrastruktur an Sendestandorten. Sie stellen fest und dokumentieren, ob die Aufbauleistungen den aktuellen Vorgaben entsprechen. Solche Begehungen gibt es an stichprobenartig ausgewählten Standorten. Für jede erfolgreiche Prüfung gibt es ein Zertifikat; es dokumentiert, dass durch eine neutrale Stelle eine zusätzliche Qualitätsprüfung in Hinblick auf Planungs- und Realisierungsstandards des Landes Baden-Württemberg vorgenommen worden ist.

Standorte gerüstet für neue Aufgaben

„Mit diesem komplexen Verfahren stellen wir sicher, dass alle Standorte in Baden-Württemberg einheitlich nach ganz genau prüfbaren Kriterien sicher für alle kommenden Aufgaben gerüstet sind“, sagt Dirk Giesing von TÜV NORD Systems.

Digitalfunk löst veraltete Technik ab

Das Funknetz soll in Baden-Württemberg Ende 2012 die bislang bestehenden Analogfunknetze ablösen. Sie stammen aus den 1950er-Jahren, sind technisch veraltet und störanfällig. Sie können die wachsenden Anforderungen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten nicht mehr erfüllen und stoßen zudem an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Die heutigen technischen Möglichkeiten der mobilen Kommunikation können mit analogem Funk nicht mehr umgesetzt werden. Darüber hinaus lassen Hersteller die Produktion und Entwicklung von Analogfunktechnik auslaufen, ihre Instandhaltung wird schwieriger und teurer. Der neue BOS-Funk wird die drei bestehenden Funknetze für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in einem Netz zusammenfassen. Dies führt zu einer optimalen Nutzung der Ressourcen.

4500 Basisstationen sind nötig

In enger Kooperation zwischen Bund und Ländern wird bundesweit das digitale Funknetz aufgebaut. Zentral gesteuert wird dieses von der BDBOS, die Länder sind für den Aufbau der Funkstandorte und das Zubringernetz verantwortlich. Bundesweit werden etwa 4.500 Basisstationen benötigt – es entsteht in Deutschland das weltweit größte Kommunikationsnetz dieser Art und Qualität auf Basis der Tetra-Technik (terrestrial trunked radio). Dabei handelt es sich um ein Bündelfunksystem, das 1995 vom europäischen Standardisierungsinstitut ETSI entwickelt wurde.

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