TÜV mit Projekt zu Alcolock-Systemen beauftragt

In Deutschland sollen die Alcolock-Systeme im Rahmen eines Projektes getestet werden. Eine Bietergemeinschaft, an der vier TÜV beteiligt sind, überprüft unter Federführung von TÜV SÜD nun das Verkehrssicherheitspotenzial der Systeme.
Die TÜV testen nun im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen das Potenzial von Alcolock-Systemen. (Foto: Volvo)
Die TÜV testen nun im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen das Potenzial von Alcolock-Systemen. (Foto: Volvo)

Eine Bietergemeinschaft aus vier TÜV und zwei Kooperationspartnern hat nun den Zuschlag zu einem Projekt erhalten, das die Wirksamkeit von so genannten Alcolock-Systemen untersuchen soll. Das Forschungsprojekt, an dem TÜV NORD, TÜV Hessen und TÜV Thüringen unter Federführung von TÜV SÜD beteiligt sind, hat den Titel "Verbesserung der Sicherheitswirksamkeit von Rehabilitationsmaßnahmen für alkoholauffällige Kraftfahrer durch die Nutzung von Alkohol-Interlocks (Alcolocks)". Ausschreibende und koordinierende Behörde ist die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Das Projekt startete am 1. Juli 2011 und wird eine Laufzeit von 30 Monaten haben.

Freiwillige Teilnahme

In der ersten Phase des Projektes sollen die straf- und verwaltungsrechtlichen Voraussetzungen für eine praktische Projektphase geklärt werden. Ziel ist die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die Testreihen. Danach können Personen identifiziert werden, die auf freiwilliger Basis an dem Projekt teilnehmen.

Alkoholfahrten enden oft tragisch

Die Bietergemeinschaft soll Empfehlungen über das Verkehrssicherheitspotenzial der Nutzung von Alcolocks in Verbindung mit Rehabilitation aussprechen. Alkoholfahrten sind noch viel zu häufig Auslöser von Unfällen. Diese haben zudem oft besonders schwere Folgen.

Kombination mit Rehabilitationsmaßnahmen

In Deutschland herrscht weitgehend Einvernehmen, dass die Alcolock-Systeme großes Potenzial haben, das Rückfallrisiko von Trunkenheitsfahrern erheblich zu senken. Wichtig dabei ist aber, dass dieses Potenzial nur dann ausgeschöpft werden kann, wenn die Alcolock-Systeme in Kombination mit Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt werden.

So arbeiten Alcolock-Systeme

Ziel des Alcolock-Systems ist die Verhinderung von Fahrten unter Alkoholeinfluss. Das System hindert al-koholisierte Personen nach einer Atemalkoholmessung daran, den Motor ihres Fahrzeugs zu starten. Es besteht aus einem Handgerät mit Messanzeige, das im Innenraum des Fahrzeugs installiert ist. Unter dem Armaturenbrett befindet sich ein Steuergerät. Über dieses sind die Freischaltung des Anlassers und die Datenspeicherung geregelt.

Motor startet erst nach Atemalkohol-Kontrolle

Möchte ein Fahrer, der das System im Fahrzeug installiert hat, das Auto starten, betätigt er zunächst die Zündung. Daraufhin erhält er die Aufforderung zur Abgabe einer Atemprobe. Das Gerät misst die Alkoholkonzentration und gibt – sofern das Messergebnis einen vorher festgelegten Wert nicht überschreitet – den Anlasser frei. Nun kann der Fahrer den Motor starten. Die Manipulation des Gerätes ist fast unmöglich. Untersuchungen aus den USA und Kanada haben ergeben, dass Manipulationen ohnehin sehr selten sind (< 1 %). In Deutschland nutzen auch heute schon einige Busunternehmen und Gefahrgutspeditionen das System auf freiwilliger Basis.

Ansprechpartner

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