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TÜV-Report 2018: Jeder fünfte Pkw fällt durch

VdTÜV präsentiert Ergebnisse des neuen Gebrauchtwagenratgebers +++ Deutsche Hersteller wieder an der Spitze +++ Durchschnittliche Mängelquote mit 19,9% auf Vorjahresniveau +++ Die Zukunft der Hauptuntersuchung ist digital
TÜV Report 2018 Titelbild Web
© AutoBild

Keiner hat weniger Mängel: Der Mercedes SLK siegt im TÜV-Report 2018 in der Altersgruppe der dreijährigen Fahrzeuge. An insgesamt einem Drittel aller Pkw stellte der TÜV Mängel fest, jeder Fünfte fiel bei der Hauptuntersuchung durch. Das sind die wichtigsten Ergebnisse des TÜV-Reports 2018, den der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) heute in Berlin vorgestellt hat. Der TÜV-Report bietet eine umfangreiche Darstellung der Stärken und Schwächen der 225 gängigsten Pkw-Modelle auf unseren Straßen. Über 10 Millionen Hauptuntersuchungen aus dem Zeitraum von Juli 2016 bis Juni 2017 werteten die TÜV-Experten dafür aus. Davon flossen fast neun Mio. Ergebnisse in den größten Gebrauchtwagenratgeber ein. 

Sieger und Verlierer

Mit einer Quote von zwei Prozent erheblicher Mängel hat der Mercedes SLK bei den dreijährigen Fahrzeugen die Nase vorn, bei den fünfjährigen steht mit der B-Klasse ein weiterer Mercedes auf der Siegertreppe. Auch die ersten Plätze unter den älteren Fahrzeugen gehen an einen Schwaben: Der Porsche 911 siegt jeweils in den Jahrgängen zwischen sieben und elf Jahren. Die Schlusslichter bilden der Kia Sportage (drei Jahre), Peugeot 206 (fünf Jahre), Chevrolet Aveo (sieben Jahre), Chevrolet Matiz (neun Jahre) und Ford Ka bzw. Ford Galaxy (11 Jahre). „Wir gratulieren den Gewinnern. Die Hersteller Mercedes und Porsche bleiben auch 2018 das Maß aller Dinge beim TÜV-Report“, erklärt Joachim Bühler, Geschäftsführer des VdTÜV. 

Ältere Fahrzeuge mit hoher Mängelquote

Die durchschnittliche Quote an erheblichen Mängeln über alle Altersklassen hinweg beträgt 19,9 Prozent, gegenüber dem letzten TÜV-Report ist das eine leichte Steigerung von 0,2 Punkten. Zwei Drittel (66,1 Prozent) der geprüften Fahrzeuge waren mängelfrei. „Die Mängelquote liegt damit immer noch fünf Prozentpunkte unter dem Wert von 2014“, erklärt Bühler. „Unser Anspruch muss aber gleichzeitig sein, die Mängelquote mittel- und vor allem langfristig zu reduzieren.“ Auffällig ist dagegen die Schere zwischen jungen und älteren Fahrzeugen. Während bei den zwei- bis dreijährigen Gebrauchtwagen in Deutschland die Mängelquote mit durchschnittlich 5,8 Prozent um ein Vielfaches niedriger liegt als der Durchschnitt, verhält es sich bei älteren Fahrzeugen genau umgekehrt. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit sicherheits- und umweltrelevanter Mängel dramatisch zu: Bei den über 11-jährigen Pkw haben bereits über ein Viertel (26,5 Prozent) erhebliche Mängel, bei den Mängelriesen sind es sogar fast 40 Prozent.

Mängel ernst nehmen

Besonders oft beanstanden die TÜV-Experten eine defekte Beleuchtung, mangelhafte Bremsen, Probleme am Fahrwerk, Ölverlust und schadhafte Auspuffanlagen. „Keinen dieser Mängel sollte man auf die leichte Schulter nehmen“, so Bühler. „Gerade in der dunklen Jahreszeit kann eine Kombination aus fehlender Beleuchtung und verschlissenen Bremsen fatale Folgen haben.“ Wichtig ist daher, die regelmäßigen Inspektionstermine wahrzunehmen und dafür eine qualifizierte Fachwerkstatt aufzusuchen. Nur zwei Drittel aller Fahrzeuge entsprechen vollumfänglich den sicherheits- oder umwelttechnischen Anforderungen. Alle anderen würden ohne den TÜV immer noch ein Risiko für die Verkehrssicherheit und den Umweltschutz darstellen. 

Software-Updates werden nachgeprüft

Bei der Hauptuntersuchung wird in vier Mängelkategorien unterschieden: „Ohne Mängel“, „Geringe Mängel“ (Plakette wird erteilt, Mangel muss aber behoben werden), „Erhebliche Mängel“ (Plakette wird nicht erteilt, Mangel muss innerhalb von vier Wochen behoben werden) und „Verkehrsunsicher“ (Fahrzeug wird sofort stillgelegt). Zusätzlich gilt ab diesem Jahr: Vom Software-Update betroffene Fahrzeuge erhalten einen erheblichen Mangel, wenn sie nicht an der Nachrüstung teilnehmen. Innerhalb von vier Wochen muss das Update dann nachgeholt werden. „Wir empfehlen daher allen betroffenen Fahrzeughaltern einer Aufforderung zur Nachrüstung des Software-Updates unbedingt nachzukommen“, erläutert Bühler. „Dann sind sie bei der Hauptuntersuchung auf der sicheren Seite."

Bits und Bytes auch in der Hauptuntersuchung

Die Technologie im Auto entwickelt sich rasant. Durch Digitalisierung, autonomes Fahren und alternative Antriebe müssen auch die Anforderungen an die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer neu definiert werden. „Künftig wird es nicht mehr nur um Öl und Rost gehen, sondern vor allem auch um Bits und Bytes“, erläutert Bühler. Ein wichtiger Schritt wäre, die erweiterten europäischen Vorgaben zur Fahrzeugüberwachung zügig umzusetzen. In Deutschland ist die Verordnung über die regelmäßige technische Untersuchung von Fahrzeugen (FUV) noch nicht in Kraft. Bühler: „Die neue Bundesregierung ist gefordert, auch im digitalen Zeitalter für Verkehrssicherheit und Umweltschutz wirksame Regeln zu schaffen.“ Das betrifft unter anderem eine Prüfung von Softwareständen der sicherheitsrelevanten elektronischen Bauteile. Auch für Datenschutz und IT-Security müssen hohe Ansprüche gelten, um das Fahrzeug gegen Datenmissbrauch und Hackerangriffe wirkungsvoll zu schützen. Mit der „Automotive Platform“ hat der VdTÜV hierzu bereits das Konzept einer hochsicheren und in den Autos einheitlich verbauten Kommunikationsplattform vorgelegt.

Deutschlands größter Gebrauchtwagenratgeber

Der TÜV-Report ist seit fast 50 Jahren eine unabhängige Quelle für Verbraucher, Hersteller und Politik, wenn es um den technischen Zustand der Autos in Deutschland geht. Stärken und Schwächen einzelner Fahrzeugmodelle lassen sich gezielt ablesen. „Wir geben damit den Verbrauchern neutrale und verlässliche Informationen für den Gebrauchtwagenkauf an die Hand“, erläutert Joachim Bühler. „Gleichzeitig  liefern wir für die Hersteller wertvolle Daten zur Qualitätsverbesserung der Fahrzeuge und tragen damit zur Steigerung der Verkehrssicherheit auf unseren Straßen bei.“

Der TÜV-Report ist Deutschlands wichtigster Gebrauchtwagenratgeber. „Wir wollen den Verbrauchern mit einem informativen Heft Hinweise geben, wo sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens besonders hinschauen müssen“, erläutert Chefredakteur Hartmut Müller-Gerbes. „Vor allem wollen wir sie unabhängig von möglichen Interessen der Hersteller, Werkstätten oder Händler beraten. Die Marke TÜV steht dafür wie keine andere.“

Ab 10.11.2017 ist der TÜV-Report 2018 als Sonderausgabe der AutoBild zum Preis von 4,90 EURO im Zeitschriftenhandel und an den TÜV-Stationen erhältlich. Herausgeber ist der Verband der TÜV e. V., gemeinsam mit dem TÜV Hessen, TÜV NORD, TÜV Rheinland, TÜV SÜD und TÜV Thüringen.