Studie zur Wirksamkeit von Energieaudits in Deutschland

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) zieht eine Forschungsgemeinschaft in der "Markterhebung Energieaudit 2016" erste Bilanzen: Nur die Hälfte der deutschen Unternehmen hat die seit 2015 gesetzlich vorgeschriebenen Energieaudits bislang durchgeführt.
Energie Effizienz
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Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) schreibt vor, dass alle in Deutschland ansässigen Unternehmen bis zum 5. Dezember 2015 zu einem ersten Energieaudit verpflichtet werden. Gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Audits muss dieses mindestens alle vier Jahre wiederholt werden. Davon ausgenommen sind kleine und mittelständische Unternehmen.

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) hat eine Forschungsgemeinschaft die Effizienz von Energieaudits der Bundesregierung untersucht. Die Erhebung wurde gemeinsam vom Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart, Fraunhofer IPA, Beuth Hochschule Berlin und DEnBAG durchgeführt. Sie basiert auf einer im Frühjahr 2016 durchgeführten Befragung der beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gelisteten Energieauditoren.

Die wichtigsten Ergebnisse der Auswertung:

  • Bislang haben 26.045 Unternehmen ein Energieaudit durchgeführt. Wenn die im Gesetzesentwurf genannte Zahl von 50.000 auditpflichtigen Unternehmen zugrunde gelegt wird, hat nur die Hälfte aller Unternehmen die gesetzliche Vorgabe erfüllt.
  • Der Beitrag von Energieaudits zur Erfüllung der Energieeffizienzziele ist im NAPE mit 50,5 Petajoule (PJ) im Jahr 2020 festgeschrieben. Die voraussichtlich zu erzielenden Einsparungen liegen nach aktuellem Stand jedoch nur bei 22,6 PJ (etwa 44% des Planziels) bis zum Jahr 2020.
  • Die Durchführung der Audits wird die Unternehmen rund 374 Mio. Euro kosten. Energie einsparen können die Unternehmen mit den Audits allerdings nur zu zwei Drittel. Dies entspricht in etwa 250 Mio. Euro der Auditkosten.

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