CEBIT: Deutschland braucht eine digitale Sicherheitsarchitektur!

+++ Innovationsstandort Deutschland stärken +++ Politik muss klare Regeln für künstliche Intelligenz aufstellen +++ Vertrauen schaffen durch einen Digitalcheck für Algorithmen
künstliche Intelligenz Innovation
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Deutschland muss seinen Spitzenplatz als Innovationsstandort für Spitzentechnologien weiter ausbauen. Dies fordert Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbandes, anlässlich der diesjährigen CEBIT in Hannover. Deswegen müssen von Europas Business-Festival für Innovation und Digitalisierung auch politische Signale ausgehen. „Wir brauchen mit einer digitalen Sicherheitsarchitektur verlässliche Rahmenbedingungen, in denen innovative Technologien entwickelt und umgesetzt werden können,“ so Bühler.

Nirgendwo lässt sich das enorme Potential der Digitalisierung besser erkennen als auf der CEBIT. Hier werden die technologischen Megatrends präsentiert und die großen Chancen durch die neuen digitalen Technologien deutlich. So kann etwa künstliche Intelligenz dazu beitragen, dass Mobilität, Consumer-Produkte und Industrieanlagen effizienter und sicherer werden. Gleichzeitig stellt die Entwicklung von künstlicher Intelligenz die Gesellschaft vor große Herausforderungen. „Wir brauchen klare Regeln, Normen und Standards, damit künstliche Intelligenz sicher und diskriminierungsfrei angewendet werden kann,“ so Bühler. „Das gilt vor allem auch für den Datenschutz.“

Vor allem ist die Politik gefragt, eine digitale Sicherheitsarchitektur zu schaffen. Künstliche Intelligenz reagiert nicht vorhersehbar, deshalb müssen die zugrundeliegenden Algorithmen validiert und zertifiziert werden. „In Zukunft müssen wir nicht nur sicher sein, dass ein komplexes automatisiertes Fahrzeug bremst,“ erläutert Bühler. „Wir müssen vor allem auch wissen, warum es bremst.“ Besonders wichtig ist daher, dass künftig bei der Programmierung von Algorithmen auch ethische Gesichtspunkte beachtet werden.

Zudem fehlen noch Prüfszenarien, Methoden und Standards, um die Sicherheit der eingesetzten Algorithmen und selbstlernenden Systeme über den gesamten Produktlebenszyklus zu gewährleisten. Damit die Sicherheitsanforderungen transparent eingehalten werden, schlägt der VdTÜV ein Stufenmodell vor. „Je nach Level sind unterschiedliche Sicherheits- und Prüfanforderungen für die eingesetzten Algorithmen denkbar,“ so Bühler. „Das Spektrum reicht hier von einfachen industriellen Anwendungen, über Bild- und Sprachverarbeitung, bis hin zu hochkomplexen selbstlernenden autonomen Systemen.“

Um tatsächlich Vertrauen bei Unternehmen und Verbrauchern in innovative Technologien zu schaffen, muss die Einhaltung der Sicherheitsstandards unabhängig und transparent geprüft werden. „Die Formulierung von Regeln und Standards sind nur der erste Schritt,“ so Bühler. „Zur digitalen Sicherheitsarchitektur gehört auch eine klare Aufgabenteilung zwischen Industrie, Staat und neutralen Prüforganisationen.“