MPU-Reformen: Fachleute sehen Weiterentwicklung positiv

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) war ein Thema auf dem vergangenen Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar im Januar. Die Fachleute diskutierten dort auch Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Die Fahrerlaubnisexperten der TÜV beteiligen sich aktiv an möglichen Reformen.
Eine Weiterentwicklung der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) sehen die Fahrerlaubnisexperten des VdTÜV positiv. (Foto: TÜV SÜD)
Im Rahmen der MPU findet ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen statt. (Foto: TÜV SÜD)

Die Verkehrsexperten des VdTÜV stehen einer Weiterentwicklung Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) aufgeschlossen gegenüber. Die MPU war Thema auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar im Januar. Der Verband der TÜV e.V. hat die Empfehlungen der Expertentagung begrüßt. Im Rahmen einer Veranstaltung von TÜV SÜD machte Gerhard Laub, Vorsitzender der Kommission Fahreignung beim Verband der TÜV e.V. (VdTÜV), nun deutlich, wo die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der MPU liegen.

Überprüfung der Wirksamkeit

Laub erklärte, dass er Handlungsbedarf vor allem bei der Evaluation der MPU sieht. Die Wirksamkeit müsse kontinuierlich und zuverlässig überprüft werden. Der VdTÜV plant inzwischen eine Studie zur Evaluation der MPU. Um eine größere Transparenz zu erreichen, sollten auch die Qualitätsstandards der ärztlichen Gutachten überprüft werden. Die ärztlichen Gutachten gehören ebenso wie die psychologischen als fester Bestandteil zum deutschen Fahrerlaubniswesen.

Mehr Klarheit bei den Grundlagen

Aus Sicht der Fahrerlaubnisexperten bei TÜV SÜD sollten auch die gesetzlichen Grundlagen für die Anordnung einer Begutachtung, also einer MPU, klarer gefasst werden. Insbesondere in Fällen von Drogenmissbrauch im Straßenverkehr sieht Gerhard Laub hier Handlungsbedarf. Das sei umso wichtiger, da die Zahl der Drogenverstöße im Straßenverkehr rapide ansteige. Das bedeutet zugleich eine zunehmende Zahl an Begutachtungen, die auf Grund von Drogenmissbrauch erfolgen.

Instrument zum Schutz und zur Rehabilitation

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung dient dazu, die Fahreignung von mehrfach auffälligen Verkehrsteilnehmern, deren Fahrerlaubnis entzogen wurde, zu beurteilen. So bietet sie denjenigen, die geeignet sind, wieder am motorisierten Straßenverkehr teilzunehmen, die Chance der Rehabilitation. Sie identifiziert aber auch diejenigen, die hierzu nicht in der Lage sind. Bei der MPU handelt es sich um eine Einzelfallprüfung. Jeder Bewerber, der sie absolviert, erhält also eine faire Chance, nachzuweisen, dass er wieder verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Ansprechpartner

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