IT - Sicherheit beginnt in den Köpfen / VdTÜV und F.AZ. veranstalteten ihr drittes Forum „Sichere Industriegesellschaft“

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©Klaus Weddig

IT-Security und Datensicherheit sind entscheidende strategische Voraussetzungen für den Erfolg neuer Technologien. Um die nötige Vertrauensbasis für technische Innovationen zu schaffen, regte der Verband der TÜV e.V. auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen europäischen Rechtsrahmen für digitale Produktsicherheit an. Zum dritten Mal beschäftigte sich der VdTÜV auf dem F.A.Z.-Forum „Sichere Industriegesellschaft“ mit zentralen Fragen der Cyber Security und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie unter den Herausforderungen von „Industrie 4.0.“ Eröffnet wurde die Veranstaltung von Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Staatsekretär Matthias Machnig, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Wachstumserwartungen durch neue digitale Technologien, stellen Cyberangriffe eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Rund drei von vier CEO sehen laut einer internationalen KPMG-Studie ihr Unternehmen nicht ausreichend gegen Netzattacken geschützt. „Internet of Things und Industrie 4.0 – Produktionsprozesse bieten enorme technologische Möglichkeiten, deren Konsequenzen für die Sicherheit eines Unternehmens aber von vornherein klar sein müssen.“ erläuterte Prof. Dr.-Ing. Axel Stepken, Vorsitzender des VdTÜV in seiner Einleitung, „die Implementierung von IT-Security muss daher bereits am Beginn eines Entwicklungsprozesses in den Köpfen der Verantwortlichen stattfinden.“ Betroffen ist jedes Unternehmen und jede Branche, wobei der Schutz kritischer Infrastrukturen, wie z.B. Flughäfen, Kraft- und Wasserwerke, für die öffentliche Sicherheit eine entscheidende Rolle spielt.

IT-Sicherheit bildet die Grundlage für Vertrauen und Akzeptanz von technischen Innovationen. „Ist dies zerstört, werden Wertschöpfungsketten zu unkalkulierbaren Risikoketten,“ so Prof. Stepken. Künftig wird IT-Security bereits am Beginn von Entwicklungsprozessen stehen müssen. Darüber hinaus muss ein regulativer Rahmen geschaffen werden, der den schnellen Wandel durch die beschleunigten Innovationszyklen berücksichtigt. „IT-Sicherheit darf künftig nicht mehr als gesonderter Regelungsbereich betrachtet werden, sondern muss mit der Produktsicherheit verbunden und zu einem gemeinsamen europäischen Schutzkonzept entwickelt werden.“

Zur Regelung einer umfassenden IT-Sicherheit müssen entsprechende Normen und Standards entwickelt werden. Lücken bestehen überwiegend in Fragen der Interoperabilität von Internet of Things –Systemen, aber auch bei kritischen Infrastrukturen, Cloudtechnologien, Informationsaustausch und Verschlüsselung. Darüber hinaus muss IT-Security in Europa Bestandteil der Prüfungen durch neutrale Prüforganisationen werden. Der gesetzlichen Rahmen, der die Aufgaben und die Akkreditierungsvoraussetzungen der Konformitätsbewertungsstellen verbindlich regelt, muss allerdings noch geschaffen werden.

Das gemeinsame Forum „Sichere Industriegesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des VdTÜV e.V. findet bereits zum dritten Mal statt. Im Mittelpunkt der der Vorträge und Diskussionen von hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaftsunternehmen und Verbänden, standen Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherheit unter den Voraussetzungen der digitalen Vernetzung.

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