In der EU: Zahl der Verkehrstoten seit 2001 um 100.000 gesunken

Eigentlich sind die Nachrichten gut: Seit 2001 ist die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten in der EU deutlich gesunken. Doch erstens gibt es starke regionale Unterschiede und zweitens ist der Rückgang bei den besonders gefährdeten Personengruppen deutlich geringer.
Der neue PIN-Report macht es deutlich: Fußgänger und Zweiradfahrer sind weiterhin im Straßenverkehr gefährdet. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsopfer deutlich zurückgegangen. (Foto: bobot/Photocase)
Der neue PIN-Report macht es deutlich: Fußgänger und Zweiradfahrer sind weiterhin im Straßenverkehr gefährdet. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsopfer deutlich zurückgegangen. (Foto: bobot/Photocase)

Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten sinkt weiter. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle PIN-Report (Road Safety Performance Index). Der europäischen Straßenverkehrssicherheitsrat (European Transport Safety Council/ETSC) hatten den Report vergangene Woche in Brüssel vorgestellt.

Gemeinsames EU-Ziel als Voraussetzung dieser Entwicklung

Der aktuelle PIN-Bericht mit dem Titel „2010 Road Safety Target Outcome: 100,000 fewer deaths since 2001“ bezieht sich direkt auf das EU-Ziel von 2001, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten zu halbieren. Die Bilanz könne sich sehen lassen, erklärt der Straßenverkehrssicherheitsrat. Das EU-Ziel wurde zwar nicht vollständig erreicht, aber ohne dieses ambitionierte Ziel, wären diese Erfolge nicht möglich gewesen. ETSC-Chef Antonio Avenoso erklärte, dass erst die Einsetzung eines gemeinsamen EU-Ziels die deutliche Senkung der Verkehrstoten-Zahlen möglich machte.

Acht EU-Staaten erfüllen EU-Ziel

Insgesamt ist das Ergebnis für die EU gut, aber nicht alle EU-Mitgliedstaaten schneiden gleichermaßen ab. Die unterschiedlichen Ergebnisse resultieren nicht nur aus nationalen Maßnahmen und Besonderheiten. Entscheidend war auch, auf welchem Sicherheitsniveau die Mitgliedstaaten 2001 standen. Acht Länder übertrafen das EU-Ziel einer Senkung der Vekehrstoten-Zahlen um 50 Prozent: Lettland, Estand, Litauen, Spanien, Luxemburg, Schweden, Frankreich und Slowenien konnten die Zahl der Getöteten mehr als halbieren. Portugal liegt bei minus 49 Prozent. Irland (-48%), Deutschland (-48%), Großbritannien (-46%), Italien (-44%), Slowakei (-44%) und Belgien (-43%) liegen über dem EU-Durchschnitt von 43 Prozent (EU 27). ETSC, dass die Einsparung der gesellschaftlichen Folgekosten bei insgesamt 176 Mrd EUR liegt.

Es bleibt viel zu tun bei ungeschützten Verkehrsteilnehmern

Bei den so genannten ungeschützten Verkehrsteilnehmern sieht die Bilanz jedoch nicht so rosig aus. Hierzu gehören zum Beispiel Fußgänger, Radfahrer und Fahrer von motorisierten Zweirädern. Die ETSC-Experten sehen bei dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmern noch starken Handlungsbedarf. Insgesamt 170.000 ungeschützte Verkehrsteilnehmer kamen im betrachteten Zeitraum auf der Straße ums Leben. 15.400 waren es im Jahr 2009 und der Rückgang in dieser Kategorie verläuft langsamer als bei der Autofahrern: 34 Prozent Fußgänger und Radfahrer und 18 Prozent Fahrer von motorisierten Zweirädern gegenüber 39 Prozent bei Pkw-Fahrern. Die Zahl der getöteten Fahrer von motorisierten Zweirädern ist sogar in 13 von 26 Ländern zwischen 2001 und 2011 angestiegen. Daher unterstützt ETSC explizit den Ansatz, diesen Verkehrsteilnehmern verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen.

Über das European Transport Safety Council ETSC

Im ETSC haben sich europäische Verkehrssicherheitsinstitutionen zusammengeschlossen. Die in Brüssel ansässige Non-Profit-Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Opfer von Verkehrsunfällen - nicht nur im Straßenverkehr - zu senken. Seit 1993 beraten die ETSC-Fachleute die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten zu Verkehrssicherheitsmaßnahmen.

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