Europäische Union empfiehlt Zertifizierung durch NavCert

Auf rund 40 Milliarden Euro jährlich belaufen sich die Subventionen, mit denen die Europäische Union die Landwirtschaft unterstützt. Die Höhe der Zahlungen für den einzelnen Landwirt hängt von der angebauten Fläche und von der Pflanzung ab. Nach einer EU-Empfehlung sollen in Zukunft auch GPS-Messgeräte für die Flächenberechnung eingesetzt werden können. Die NavCert GmbH in Braunschweig, eine Tochter von TÜV SÜD und OECON, hat ein freiwilliges Prüfzeichen für solche Geräte entwickelt.
Bild: NavCert GmbH
Bild: NavCert GmbH

Auf rund 40 Milliarden Euro jährlich belaufen sich die Subventionen, mit denen die Europäische Union die Landwirtschaft unterstützt. Die Höhe der Zahlungen für den einzelnen Landwirt hängt von der angebauten Fläche und von der Pflanzung ab. Nach einer EU-Empfehlung sollen in Zukunft auch GPS-Messgeräte für die Flächenberechnung eingesetzt werden können. Die NavCert GmbH in Braunschweig, eine Tochter von TÜV SÜD und OECON, hat ein freiwilliges Prüfzeichen für solche Geräte entwickelt.

„Das bisherige Verfahren basiert auf der Auswertung von Luftaufnahmen und der konkreten Vermessung der Flächen“, sagt Martin Grzebellus, Geschäftsführer der NavCert GmbH. Dabei gibt ein Landwirt zunächst die Größe der bebauten Fläche an. Diese Angabe wird fallweise vom jeweiligen Land – in Deutschland von den einzelnen Bundesländern – und stichprobenartig von der EU überprüft. „Da die angebauten Flächen sehr groß sind“, so Grzebellus, „können bereits kleinere Abweichungen zu hohen Rückzahlungen führen.“

Mit der Verordnung (EG) Nr. 972/2007 hat die Europäische Union allgemein Messverfahren für die Flächenberechnung freigegeben, wenn diese Verfahren bestimmte Fehlertoleranzen nicht überschreiten und durch entsprechende EU-Normen beschrieben sind. Das Joint Research Center (JRC) der EU-Kommission empfiehlt zudem ein Verfahren für den Einsatz des Satellitennavigationssystems GPS zur Flächenberechung. „Basierend auf den Vorgaben der JRC-Experten haben wir bei NavCert einen Prüfplan und ein freiwilliges Prüfzeichen entwickelt, mit dem Hersteller ihre GPS-Messgeräte für diesen besonderen Einsatz qualifizieren können“, erklärt Grzebellus. „Da die Vermessung eine extrem hohe Bedeutung hat, müssen sich die zertifizierenden Unternehmen akkreditieren lassen. In der Probephase konnte sich NavCert als erstes Unternehmen qualifizieren, mit dem diese Akkreditierung durchgeführt wird.“ Durch ein solches Zertifikat könne sichergestellt werden, dass die Flächenberechnungen auch anerkannt werden.

Mit der Gründung der NavCert GmbH im Jahr 2006 haben die TÜV SÜD AG als führender technischer Dienstleister und die OECON GmbH als führender Systemarchitekt für mobile Ortungs- und Kommunikationstechnologien ihre Position auf dem Markt für Navigationsdienstleistungen verstärkt. NavCert mit Sitz in Braunschweig ist im Bereich der Zertifizierung von Navigations- und Steuerungssystemen tätig. In dem Joint Venture haben die beiden Partner ihre Erfahrungen und ihr Know-how bei der Zertifizierung von Produkten und bei der Entwicklung von Navigations­systemen zusammengefasst. An NavCert sind TÜV SÜD zu 60 Prozent und OECON zu 40 Prozent beteiligt.

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