Elektromobilität: TÜV Rheinland erweitert Testflotte in Japan und Deutschland

Um direkt und unmittelbar Erfahrungen mit der Elektromobilität zu sammeln, betreibt TÜV Rheinland inzwischen mehrere Fahrzeuge im Praxistest. In Japan und Deutschland sind die Autos im Einsatz. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Arbeit des VdTÜV-Mitglieds ein.
Für TÜV Rheinland als Elektro-Testauto unterwegs: Ein Fiat Fiorino. (Foto: TÜV Rheinland)
Für TÜV Rheinland als Elektro-Testauto unterwegs: Ein Fiat Fiorino. (Foto: TÜV Rheinland)

TÜV Rheinland hat seine Testflotte von Elektroautos erweitert: Im japanischen Yokohama nutzen Fachleute von TÜV Rheinland einen vollelektrischen Nissan Leaf seit Mai 2011 im Praxisbetrieb. Ebenfalls unter realen Verkehrsbedingungen ist neuerdings ein Elektrofahrzeug auf Basis des Fiat Fiorino im Einsatz. Hinzu kommen jeweils ein Elektroauto an den Standorten Hamburg und Köln, welche für Langzeittests genutzt werden. „Wir bauen systematisch unsere Flotte mit Elektrofahrzeugen aus. Denn wir wollen Erfahrungen sammeln und das Thema Elektromobilität auch in der Praxis vorantrieben. Unser Engagement gliedert sich hierbei in drei Schwerpunktbereiche: Infrastruktur, Fahrzeugtechnik sowie Batterie und schließlich der Fahrzeugbetrieb“, so Dr. Thomas Aubel, als Bereichsvorstand Mobilität bei TÜV Rheinland weltweit verantwortlich für das Engagement des neutralen Prüfdienstleisters zur Elektromobilität.

Ladung auf 80 Prozent in weniger als einer halben Stunde

Der Nissan Leaf von TÜV Rheinland, der in Japan getestet wird, erreicht nach Herstellerangaben eine Spitzengeschwindigkeit von 145 km/h und eine Reichweite von 175 Kilometern. Er verfügt über schnell ladende Lithium-Ionen-Akkus, die in weniger als 30 Minuten auf rund 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden können. Der neue Fiat Fiorino E, der in Hamburg zum Einsatz kommt, ist mit einer Reichweite von bis zu 140 Kilometern für den städtischen Lieferantenverkehr konzipiert. Er kann an einer normalen Steckdose mit 230 Volt geladen werden. Dann beträgt die komplette Ladezeit rund acht Stunden. Im Schnellladesystem mit 400-Volt-Starkstrom, deren Anschlüsse beispielsweise an Tankstellen oder in Werkstätten zu finden sind, beträgt die Ladezeit rund drei Stunden.

1.500 Kilometer Erfahrung

Ebenfalls auf Basis des Fiat Fiorino umgebaut ist der Micro-Vett Fiorino E, den TÜV Rheinland in einem Langzeittest in Köln einsetzt. Er wird ebenfalls im innerstädtischen Verkehr gefahren und hat inzwischen rund 1.500 Kilometer absolviert. Geladen wird das Fahrzeug an einer 400-Volt-Schnellladestation.

Vielfältige Leistungen

Auf Basis der drei Elektrofahrzeuge baut TÜV Rheinland einen internationalen Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Fachleuten auf, um das Know-how über die verschiedenen Elektrofahrzeuge im alltäglichen Straßenverkehr zu sammeln und zu analysieren. So ist sichergestellt, dass die Erfahrungen unmittelbar auch der Kompetenz von TÜV Rheinland rund um Elektromobilität zugute kommen. Denn TÜV Rheinland bietet hier vielfältige Leistungen für Unternehmen von der Stromerzeugung über die Entwicklung von Fahrzeugen, Infrastruktur und Ladesystemen, bis zur Energiespeicherung in Batterien und der sicheren Nutzung von Elektrofahrzeu¬gen. Entsprechend breit ist das 50-köpfige Kernteam für Elektromobilität bei TÜV Rheinland mit Fachleuten aus Deutschland, den Niederlanden, China, Japan, und den USA aufgestellt. Das Team umfasst Spezialisten für Anlagensicherheit, Fachleute für Fahrzeugtests und Fahrzeughomologation, für Ausbildung und Personalqualifizierung ebenso wie für Zellen- und Batterieprüfung sowie IT-Sicherheit.

Ansprechpartner

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