Cyber-Security: Angst vor Angriffen nimmt EU-weit zu

Die Angst, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, nimmt EU-weit zu. Zu diesem Ergebnis kam die im September von der Europäischen Kommission veröffentlichte Umfrage „Europeans’ attitudes towards cyber security“. Im Vergleich zum vorherigen Befragungszeitraum im Oktober 2014 hat diese Sorge in allen erfragten Feldern (darunter Schadsoftware auf dem Endgerät, Identitätsdiebstahl, Betrug beim Online-Banking) weiter zugenommen.
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Im Gegensatz dazu stehen die Beurteilung der eigenen Fähigkeiten, sowie die der kriminellen Hacker. 78 Prozent der Befragten aus Deutschland stimmten der Aussage voll zu, sie seien in der Lage, sich ausreichend gegen Cyberkriminalität zu schützen (QB14.5). Dabei fühlte sich nur jeder Zweite der Befragten Bürger auch gut über die Cyber-Risiken informiert (QB 10).

Diese widersprüchlichen Aussagen sind für Marc Fliehe vom VdTÜV e.V. bezeichnend für die Herausforderungen der Digitalisierung insgesamt: „Sobald es um die IT-Sicherheit geht, wechselt sich die Angst der Menschen vor Angriffen mit einem überzogenen Sicherheitsgefühl ab, welches die täglich neuen Fähigkeiten der Angreifer verkennt.“ Das große Dunkelfeld trage dazu bei, dass ein Sicherheitsgefühl, egal wie ausgeprägt es ist, nur sehr selten zutreffend ist: „Oft merken wir gar nicht, wenn wir digital beklaut oder Opfer eines Hacker-Einbruchs waren. Und wenn, dann erst, wenn unsere Daten in den Brunnen gefallen sind.“

Aus seiner Sicht sei ein Ausweg aus diesem gefühlten Dilemma nicht in der Sicherheits-Perzeption der Anwender zu suchen und auch nicht ausschließlich in der Bildung. „Wir werden nicht jeden Käufer smarter Produkte zu einem Sicherheitsexperten machen können“, so Fliehe. Die Einschätzung darüber, ob ein Produkt als vertrauenswürdig und sicher gilt oder nicht, solle nicht einem Gefühl und auch nicht dem Konsumenten überlassen werden, sondern sei in dem Vorsorgeprinzip und in der Schutzfunktion des Staates für den Bürger verankert.

Zur Methodik: Diese Umfrage wurde von TNS Political & Social Network in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) zwischen dem 13. und 26. Juni 2017 durchgeführt. Etwa 28.000 EU-Bürger aus verschiedenen sozialen Hintergründen und demographische Kategorien wurden dabei in ihrer Muttersprache interviewt.

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