Führerschein mit 17 – weniger Unfälle, weniger Verkehrstote

VdTÜV-Verkehrsexperten plädieren für dauerhafte Regelung des „Begleiteten Fahrens“. Erste Ergebnisse des niedersächsischen Modellversuches belegen, dass die Fahrsicherheit junger Fahrer zunimmt und die Unfall- und Opferzahlen sinken.
VdTÜV-CIECA-Workshop "Begleitetes Fahren" in der Landesvertretung Niedersachsen
VdTÜV-CIECA-Workshop "Begleitetes Fahren" in der Landesvertretung Niedersachsen

VdTÜV-Verkehrsexperten plädieren für dauerhafte Regelung des „Begleiteten Fahrens“. Erste Ergebnisse des niedersächsischen Modellversuches belegen, dass die Fahrsicherheit junger Fahrer zunimmt und die Unfall- und Opferzahlen sinken. Der Führerschein mit 17 bringt mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Niedersachsen startete im April 2004 als erstes Bundesland mit dem Modell des so genannten „Begleiteten Fahrens“. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die nach diesem Modell betreuten jungen Fahreranfänger seltener in Unfälle verwickelt sind als andere, die mit 18 Jahren ihren Führerschein erwerben. Der Verband der TÜV mit seinen kompetenten Fachleuten hält das niedersächsische Modell für besonders geeignet, um die Zahlen der Verkehrsunfälle und Verkehrsopfer deutlich zu reduzieren. „Die Dramatik, mit der wir es auf den europäischen Straßen und demzufolge auch auf den deutschen Straßen zu tun haben, verdeutlicht die amtliche Statistik“, erklärt Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführer des VdTÜV. „Laut einer OECD-Studie sterben durch Verkehrsunfälle in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen mehr Menschen als an allen Krankheiten“, so Brüggemann weiter. Der VdTÜV setzt sich deshalb dafür ein, dass nach dem Ende der deutschen Modellversuche, im Jahr 2010, aus den gewonnenen Erkenntnissen eine zukunftsweisende und dauerhaft gesetzlich verankerte Form des „Begleitenden Fahrens“ entsteht. Wer als 17-Jähriger nach seiner erfolgreichen Fahrprüfung beispielsweise unter den Augen der Eltern Fahrerfahrung sammelt, fährt sicherer und schult so nachhaltig und dauerhaft das eigene Fahrverhalten. Durch möglichst viele Fahrkilometer während der gesamten Phase des „Begleiteten Fahrens“ erreichen 17-Jährige schneller die so genannten „best practice“ als die meisten 18-Jährigen, die direkt nach ihrer erfolgreichen Fahrprüfung alleine fahren dürfen, sagen die meisten Experten. 18-Jährige werden nach der Fahrprüfung einfach alleine gelassen. Fahrbegleiter sind dann häufig die gleichaltrigen Freunde. VdTÜV-Geschäftsführer Brüggemann fügte ergänzend hinzu: „Das sind die typischen Gefahrenmomente, in denen junge Fahrer Unfälle verursachen, weil die Unaufmerksamkeit, aber auch die Risikobereitschaft durch die Begleitung der Freunde zunimmt.“ Der VdTÜV plädiert dafür, dass das „Begleitete Fahren“ noch viel stärker zu einem europäischen Thema gemacht wird. Nur so lässt sich das von der Europäischen Union formulierte Ziel erreichen, dass am Ende des Jahres 2010 die Zahl der Verkehrstoten auf 25.000 reduziert werden kann. Das wäre ein großer Erfolg, zumal 2001 noch 50.000 Opfer zu beklagen waren. „Die europäische Vorgabe erreichen wir nur, wenn das „Begleitete Fahren“ in Kombination mit dem „social driving“ einhergeht. Junge Fahrer sollten auch eine stärkere soziale Fahr-Erziehung erhalten“, lautete die Forderung des VdTÜV-Geschäftführers Brüggemann. Denn Rücksichtnahme ist eigentlich die beste Vorsichtsmaßnahme, was vor allem für den immer dichter werdenden Verkehr im Transitland Deutschland gilt.