Barrierefreies Deutschland erreichen: VdTÜV-Fachkongress in Berlin diskutiert über Lösungsansätze

Beförderungsmittel, Infrastruktur oder Freizeitangebote: Der barrierefreie Zugang für Menschen mit Behinderung ist noch keine Selbstverständlichkeit. Die UN-Behindertenkonvention verpflichtet Deutschland, Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Infolge novellierter deutscher Gesetze stehen die Kommunen, Fahrdienste und Hersteller von Fahrzeugen und Rollstühlen vor neuen Herausforderungen.
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Podiumsdiskussion beim 3. Forum Mobilität für Menschen mit Behinderung (© Rosenthal)

Der Fachkongress „Forum Mobilität für Menschen mit Behinderung“ bietet Experten und Interessierten eine Plattform, um neueste Entwicklungen, Problemfelder und gesetzliche Vorgaben zu diskutieren. Er findet vom 10. bis 11. November 2014 zum dritten Mal in Berlin statt und wird vom Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) ausgerichtet.

Für Menschen mit Behinderung gibt es noch viele Hürden im Alltag. Die maximale Teilhabe am öffentlichen Leben ist aufgrund von vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen nur begrenzt bis oft gar nicht möglich. Öffentliche Verkehrsmittel wie Taxis oder Flugzeuge aber auch Betreiber von Theatern oder Freizeitparks können bislang die Anforderungen an eine sichere Teilhabe mobilitätseingeschränkter Menschen nicht erfüllen. Nur eine Änderung der Vorschriften kann dazu führen, keine Personengruppen auszuschließen.

Laut dem novellierten Personenbeförderungsgesetz (PBefG) haben Menschen mit Behinderungen gleichwelcher Art Anspruch auf eine barrierefreie Mitfahrt im öffentlichen Personennahverkehr sowie bei Fernlinienbussen. Die Regelungen haben Einfluss auf den Fahrzeugbau von Bussen und die Infrastruktur. Fahrdienste stehen vor der Herausforderung, nur gekennzeichnete Rollstühle zu befördern, die einen Crashtest bestanden haben und für die Beförderung geeignet sind. Diese Anforderung erfüllen derzeit aber nur 20 Prozent aller Rollstühle. Anbieter von Fernlinienbussen müssen mindestens zwei Plätze für Rollstuhlfahrer anbieten. Neu zugelassene Fernbusse müssen die Vorschriften bis zum 1.1.2016 bereits erfüllen.

Der VdTÜV-Kongress schafft ein Diskussionsforum, um die Probleme bewusst zu machen und die Mobilität von Menschen mit Behinderung sicherer zu gestalten. Zu den Rednern zählen Vertreter der Politik, Wirtschaft, Verbände, Vereine und Behörden. Problemfelder bei der Umsetzung der Barrierefreiheit hinsichtlich neuer Normen und Richtlinien werden diskutiert sowie Best-Practice-Beispiele vorgestellt.

Weitere Informationen und Programm unter: http://www.vdtuev.de/behindertengerechte-mobilitaet