Viele Autos ohne ausreichend Licht unterwegs

+++ 15,2 Prozent aller Fahrzeuge haben Beleuchtungsmängel +++ Gefahr durch falsch eingestellte Scheinwerfer +++ VdTÜV empfiehlt regelmäßigen Check in der Werkstatt
Licht Beleuchtung PKW Nebel Nacht
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Frühe Dämmerung, Nebel und nasse Straßen: In der dunklen Jahreszeit ist eine funktionierende Beleuchtung am Auto für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer besonders wichtig. Dennoch beanstanden die TÜV-Ingenieure an rund 15,2 Prozent aller Pkw Mängel an der Beleuchtungseinrichtung.

Bereits in der allerersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren werden an mehr als einem von 100 Fahrzeugen defekte Frontscheinwerfer festgestellt. Von den fünfjährigen Autos haben 2,3 Prozent Mängel an den Vorderlichtern, 5,8 Prozent sind es nach neun Jahren. Bei den elfjährigen Autos müssen 7,4 Prozent wegen Mängeln an der vorderen Beleuchtung eine Extratour über die Werkstatt drehen. 

Noch problematischer sieht es mit den hinteren Beleuchtungseinrichtungen aus: Bereits drei von 100 Fahrzeuge fallen schon in der zweiten Hauptuntersuchung nach fünf Jahren mit Mängeln auf und 5,9 Prozent nach sieben Jahren. Bei den neunjährigen Fahrzeugen haben 8,0 Prozent defekte Heckscheinwerfer, bei den Elfjährigen ist bereits jedes zehnte Auto betroffen, bei einzelnen Fahrzeugmodellen sogar jedes Fünfte.

„Sehen und gesehen werden sind die Grundvoraussetzung für einen sicheren Straßenverkehr“, erläutert VdTÜV-Geschäftsführer Joachim Bühler. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h beträgt der Reaktionsweg bereits 24 Meter, bei 130 km/h benötigt der Fahrer fast 40 Meter bevor er auf die Bremse tritt. „Verspätet sich die Reaktionsphase etwa durch schlechte Sicht, kann das fatale Folgen haben“, so Bühler. Dabei beanstanden die TÜV-Experten nicht nur ausgefallene Leuchtmittel. Denn nicht ohne Grund werden auch zu hoch oder zu tief eingestellte Scheinwerfer vom Gesetzgeber als erheblicher Mangel eingestuft. Bei einer zu tiefen Einstellung ist in einer Gefahrensituation das Sichtfeld zu klein, bei zu hoch eingestellten Scheinwerfern wird der Gegenverkehr geblendet und zu einem gefährlichen Blindflug gezwungen.

„Beleuchtungsmängel sollten nicht nur zur eigenen Sicherheit immer sehr ernst genommen werden“, erklärt Bühler. „Auf alle Fälle sollte man sich regelmäßig davon überzeugen, dass alle Scheinwerfer in Ordnung sind und beim Aufleuchten einer Kontrolllampe sofort in eine Werkstatt fahren.“ Meistens genügt dafür ein kurzer Check, zum Beispiel durch einen Gang um das Fahrzeug bei eingeschalteter Beleuchtung. Die richtige Einstellung der Scheinwerfer sollte hingegen regelmäßig in einer Werkstatt überprüft werden.

Defekte an der Beleuchtung gehören konstant zu den häufigsten Mängeln bei einer Hauptuntersuchung. Daran scheint auch die verstärkte Verbreitung moderner Laser-, LED- oder Xenon-Scheinwerfer nichts zu ändern. Bühler: „Während früher einfach eine Birne durchbrannte, sind es heute die High-Tech-Komponenten wie Tagfahrlicht oder Kurven- und Abbiegelicht, die für Mängel anfällig sind.“

Der TÜV-Report wird jedes Jahr vom Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) veröffentlicht und gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Ratgeber für Autofahrer und insbesondere Gebrauchtwagenkäufer. Er erscheint als Sonderausgabe der AutoBild und ist zum Preis von 4,90 EURO im Zeitschriftenhandel und an den TÜV-Stationen erhältlich.

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