50 Jahre TÜV-Plakette im Dienst der Fahrzeugsicherheit

Seit genau 50 Jahren gibt es einen Aufkleber aufs Kennzeichen: Die HU-Plakette dokumentiert seitdem, dass das Fahrzeug die Hauptuntersuchung erfolgreich absolviert hat. In diesen 50 Jahren hat sich die HU weiterentwickelt. Und schon stehen die nächsten Neuerungen an.
HU-Plakette-Hauptuntersuchung
© TÜV SÜD - Hauptuntersuchung

Seit 1961 zeigt eine Plakette auf dem Kennzeichen: Dieses Fahrzeug entspricht den gesetzlichen Vorschriften. Denn diese runde Plakette dokumentiert: Das Fahrzeug hat die Hauptuntersuchung bestanden, die Fachleute der TÜV haben keine erheblichen Mängel zu beanstanden.

Mühsamer Weg per Post

Heute können Fahrzeughalter ihr Auto übers Internet zur HU anmelden. Davon war bei der Einführung der Plaketten im Januar 1961 noch keine Rede. Alles lief per Post, die Halter erhielten eine Aufforderung, zum TÜV zu fahren. Ein Arbeitsaufwand, der von den Zulassungsstellen aufgrund sprunghaft angestiegener Fahrzeugzahlen mitten im Wirtschaftswunder nur noch schwer zu bewältigen war. Die Lösung: Bei jeder HU gibt es einen Aufkleber aufs Nummernschild, der auf den nächsten Termin hinweist. Die Plakette ersetzte die Postkarte, die bisher alle Kfz-Halter zur nächsten HU einlud - und sorgte damit sofort für Erleichterung in den Amtsstuben. Die entsprechende StVZO-Novelle bedeutete auch: Seit dem 1. Januar 1961 müssen Autofahrer sich selbst darum kümmern, den Prüftermin einzuhalten.

Farben geben Auskunft über Fälligkeit

Durch die unterschiedlichen Farben der HU-Plakette ist von Weitem das Jahr der Fälligkeit zu erkennen. Ein doppelter schwarzer Balken um die 12er Dezemberkennzeichnung lässt den Monat für die Prüfung leichter erkennen. Die Monatszahlen auf den Plaketten waren in den ersten Jahren im Uhrzeigersinn aufgedruckt, bis 1973 gab es sogar weiße Plaketten. Seit 1980 wiederholt sich der Farbenwechsel „Blau, Gelb, Braun, Rosa, Grün, Orange“ alle sechs Jahre.

AU ist nun Bestandteil der HU

Von 1985 bis Ende 2009 klebten die Prüfer in Ergänzung zur TÜV- Plakette sechseckige Plaketten für die Abgas(sonder)Untersuchung (ASU dann AU) auf die vorderen Nummernschildern. Sie folgten der Logik der HU-Plakette in Farbe und Gestaltung. Im Januar 2010 wurde die Abgasuntersuchung dann integraler Bestandteil der Hauptuntersuchung – die AU-Plakette hatte ausgedient.

HU entwickelt sich weiter

Die Anforderungen an die Hauptuntersuchung haben sich seit der Einführung der Plakette kontinuierlich geändert. War früher die Korrosion noch der Hauptfeind des Autos, steht heute die Beleuchtung, gefolgt von den Bremsen und Lenkung, ganz oben auf den Mängellisten. Das liegt am Sieg über den Rost, am Einzug von immer mehr sicherheitsrelevanter Elektronik selbst bei Massenfahrzeugen und an der insgesamt stark gestiegenen Qualität der Fahrzeuge. Sie werden heute wesentlich länger genutzt als noch vor zwanzig Jahren. Das hat besonders Auswirkungen auf Verschleißteile wie beispielsweise die Bremsen. Die rasante Entwicklung bei den elektronischen Sicherheitssystemen erfordert zudem die ständige Anpassung der Hauptuntersuchung.

Laptop verdrängt Schraubenzieher

Die Mängelentwicklung zeigt: Sachverständige brauchen heute mehr den Laptop als den Schraubenzieher. Eine Antwort auf die rasanten Entwicklungen in der Fahrzeugtechnik ist die erweiterte elektronische Hauptuntersuchung seit 2009. 2012 führen die TÜV neuartige Prüfgeräte ein. Damit prüfen die Sachverständigen das Vorhandensein und die Funktionsfähigkeit elektronischer Sicherheitssysteme direkt am Fahrzeug. Die Prüfgeräte sind ein wichtiger und konsequenter Schritt in Sachen Vereinheitlichung und damit ein großer Schritt zur Qualitätsverbesserung insgesamt: Wenn elektronische Sicherheitssysteme verbaut sind, müssen sie auch über die gesamte Lebensdauer funktionieren.

Elektroantrieb fordert neue Standards

Energierückgewinnung beim Bremsen, Isolationswächter, elektrische Spannungsspitzen von bis zu 1.000 Volt – alles Fakten, die belegen: Elektroautos fordern ganz neue Lösungen bei der HU. Im Kern der Sicherheitsfragen stehen die Batterie und der Schutz vor Stromschlag. Nun müssen dringend einheitliche Standards für Elektrofahrzeuge geschaffen werden. Auch hier engagieren sich die TÜV maßgeblich.

Rosa Plakette? Dann müssen Sie 2011 zum TÜV

Übrigens: Neufahrzeuge, die im Jahr 2011 zugelassen werden, tragen die Farbe Blau. 2011 müssen Autos mit der Plakettenfarbe rosa zur Hauptuntersuchung.

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