41. CIECA-Kongress: Fahrerlaubnisexperten tagen in Berlin

Der 41. Kongress der CIECA (Commission Internationle des Examens de Conduite Automobil) fand am 7. und 8. Mai in Berlin statt. Ausrichter war der Verband der TÜV (VdTÜV). Auf der Veranstaltung diskutierten Experten aus den Fahrerlaubnisorganisationen.
Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, begrüßt die Teilnehmer des 41. CIECA-Kongresses. (Foto: VdTÜV/Peter Adamik)
Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, begrüßt die Teilnehmer des 41. CIECA-Kongresses. (Foto: VdTÜV/Peter Adamik)

Am 7. und 8. Mai 2009 trafen sich Fachleute aus den internationalen Fahrerlaubnisorganisationen in Berlin zum 41. CIECA-Kongress (Commission Internationle des Examens de Conduite Automobil). Der Kongress stand unter dem Motto „Training Testing Technology“. Bereits zum vierten Mal richtete der Verband der TÜV (VdTÜV), Gründungsmitglied der CIECA, den Kongress aus. Im Mittelpunkt des Expertenforums standen in diesem Jahr:

> Fahrassistenzsysteme

> Forschung und Praxis der Fahrausbildung und –erziehung (Führerscheinkategorie A und B)

> Forschung und Praxis der Fahrprüfung

Erfahrungen mit Fahrassistenzsystemen

Fahrassistenzsysteme spielen dank neu entwickelter Technologien eine immer größere Rolle im Straßenverkehr. Auf dem CIECA-Kongress berichteten unter anderem Verkehrspsychologen über ihre Erkenntnisse zu diesen Entwicklungen. Auch die Fahrlehrer erläuterten ihre Erfahrungen mit Fahrassistenzsystemen auf der Expertentagung.

E-Learning in der Ausbildung

Im Bereich der Fahrausbildung und –erziehung berichteten Fachleute aus den USA und Schweden über ihre Erkenntnisse aus der Arbeit mit Simulatoren und E-Learning-Systemen in der Ausbildung von Autofahrern. Hier spielte zudem das Thema Eco-Driving, also das verbrauchsarme Fahren, eine Rolle.

Aktuelle Entwicklungen

Zum Thema Fahrprüfungen erläuterten Fachleute aus Australien, den Niederlanden und Deutschland die aktuellen Entwicklungen und neuen Prüfungsmethoden.

"Schlüsselmoment der Sicherheit"

Gemeinsames Ziel der CIECA und des VdTÜV ist es, die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Der VdTÜV gehörte 2004 zu den Erstunterzeichnern der EU-Charta für Verkehrssicherheit, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Zahl der Verkehrstoten in Europa bis 2010 zu halbieren. Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, betonte in seiner Begrüßung: "Die Fahrerlaubnisprüfung ist ein Schlüsselmoment der Sicherheit, denn ihr objektives, faires und professionelles Ergebnis legt den Grundstein für die sichere Laufbahn als motorisierter Verkehrsteilnehmer.“

Verantwortung des Menschen im Straßenverkehr

Brüggemann erläuterte zudem die Bedeutung des Menschen als Verkehrsteilnehmer: "Trotz aller technischen Innovationen hängen Sicherheit und Umweltschutz im Straßenverkehr immer noch entscheidend vom Menschen, seinem Verhalten und seiner Qualifikation ab. Nur wenn der Mensch die ihm zur Verfügung stehenden Technologien verantwortungsvoll nutzt, können sie auch ihre Wirkung entfalten.”

Sanktionen unter Umständen nötig

Um die sinnvolle Nutzung der modernen Technologien durchzusetzen, sind nach Meinung von Dr. Klaus Brüggemann unter Umständen auch Sanktionen nötig: “Die Erfahrung hat gezeigt, dass es auch Sanktionen durch den Staat bedarf, wenn sich Menschen nicht an die Regeln halten.” Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Anschnallgurte in Autos erst nach der Einführung eines Bußgeldes bei Nichtbenutzung in den 80er Jahren intensiv genutzt wurden. Der Rückgang der Zahl der Unfalltoten belegte eindeutig, dass die Maßnahme Wirkung zeigte.

Internationaler Verband

Die CIECA ist der internationale Verband der Fahrerlaubnisorganisationen. Ihr gehören Behörden und Verbände aus insgesamt 32 Nationen an. An den Vorträgen und Diskussionen auf dem 41. CIECA-Kongress nahmen rund 200 Experten teil.

Ansprechpartner

Referent Fahrerlaubnis, Bildung und Personalentwicklung, Begutachtung und Förderung der Fahreignung
T +49 30 760095-480