TÜV SÜD eröffnet Batterie-Testzentrum in Garching

Für den Erfolg der Elektromobilität ist die Batterie-Technologie ein wesentlicher Faktor. TÜV SÜD eröffnete in Garching bei München nun ein neues Testlabor. Der Konzern spielt damit weltweit eine führende Rolle bei der Prüfung von Sicherheit und Leistungsfähigkeit.
Eröffnung des TÜV SÜD-Batterietestzentrums (v.l.): Stefan Rentsch, TÜV SÜD Battery Testing GmbH, Horst Schneider, Mitglied des Vorstandes der TÜV SÜD AG, Hannelore Gabor, Bürgermeisterin für Garching sowie Daniel Quinger, TÜV SÜD Battery Testing GmbH.
Eröffnung des TÜV SÜD-Batterietestzentrums (v.l.): Stefan Rentsch, TÜV SÜD Battery Testing GmbH, Horst Schneider, Mitglied des Vorstandes der TÜV SÜD AG, Hannelore Gabor, Bürgermeisterin für Garching sowie Daniel Quinger, TÜV SÜD Battery Testing GmbH.

Als „Meilenstein“ für das weltweite Engagement des Prüf- und Zertifizierdienstleisters in der Elektromobilität bezeichnete TÜV SÜD-Vorstand Horst Schneider am 17. Oktober 2011 vor zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Industrie und Politik die offizielle Inbetriebnahme des neuen Batterietestzentrum in Garching bei München. Im Testzentrum in Garching, in dessen Aufbau TÜV SÜD mehrere Millionen Euro investierte, werden auf über 1.000 Quadratmetern Energiespeicher für die Elektromobilität auf ihre Leistungsfähigkeit und Sicherheit getestet. Zudem werden von Garching aus weltweit Aktivitäten im Bereich Battery-Testing koordiniert. TÜV SÜD unterhält bereits Prüflabore in den USA, Kanada, Asien und Großbritannien.

Über hundert Prüfplätze

Strategischer Knotenpunkt für die Batterietests von TÜV SÜD in Europa, Asien und Nordamerika; mehr als 1.000 Quadratmeter Laborfläche mit weit über hundert Prüfplätzen für elektrische Energiespeicher und große Batteriesysteme im Vollbetrieb; eine der modernsten Einrichtungen rund um das Thema Energiespeicher für E-Fahrzeuge in Deutschland; Vernetzung insbesondere mit der TU München und Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft: So lauten die wichtigsten Daten für das neue Batterietestzentrum von TÜV SÜD in Garching bei München, das für eine Investitionssumme von mehreren Millionen Euro in einer Bauzeit von rund acht Monaten entstanden ist.

International führende Rolle

„Die Eröffnung stellt für das Engagement von TÜV SÜD im Bereich der Elektromobilität einen Meilenstein dar. Mit Garching als Mittelpunkt verwirklichen wir jetzt unser Ziel, Energiespeicher nach weltweit reproduzierbaren Methoden und einheitlichen Abläufen zu testen. Damit nehmen wir unter den Prüfdienstleistern eine international führende Rolle ein“, sagte Horst Schneider, Mitglied des Vorstandes der TÜV SÜD AG beim Eröffnungsfestakt am Montag in Garching vor zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Industrie und Politik. In Vertretung des kurzfristig verhinderten Umweltministers Dr. Markus Söder unterstrich Prof. Dr.-Ing. Albert Göttle, Abteilungsleiter im Umweltministerium, die Bedeutung des neuen Testzentrums: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn innovative Speichertechnologien entwickelt werden. Der TÜV SÜD mit seinem weltweit größten Labornetz für elektrische Energiespeicher stärkt den Forschungsstandort Bayern", so Prof. Dr.-Ing Albert Göttle.

Elektromobilität braucht globale Begleitung

Die Fragen zur Akzeptanz der Elektromobilität akkumulieren sich nach Ansicht der TÜV SÜD-Experten in der Batterie. So hält die Batterie immer noch den größten Anteil an dem vergleichsweise hohen Preis der Elektroautos. Die Lithium-Ionen-Technologie gibt den Ausschlag für die Reichweiten der Fahrzeuge – ein weiterer entscheidender Faktor beim Ziel, Elektromobilität schnell auf die Straße zu bringen.

2012 sollen weitere Einrichtungen folgen

Mit Einrichtungen in den USA, Kanada, China, Singapur und Großbritannien verfügt TÜV SÜD über eines der weltweit größten Labornetze für elektrische Energiespeicher für E-Fahrzeuge, 2012 sollen weitere Laboreinrichtungen in Korea und China folgen. Strategischer Knotenpunkt des internationalen Netzwerks ist das neue Labor in Garching: „Das Thema Elektromobilität ist global und verlangte von Anfang an eine globale Begleitung. Wichtige Entwicklungsimpulse kommen aus Asien, die meisten Batterien werden heute dort gefertigt. Die Batterien wiederum kommen in Fahrzeugen der Hersteller aus aller Welt zum Einsatz“, so Schneider. Prüfung und Zertifizierung nach international einheitlichen Standards und weltweite Reproduzierbarkeit von Testergebnissen seien da unabdingbar. Horst Schneider: „TÜV SÜD erfüllt diese Erfordernisse bereits heute.“

Hochmodernes Equipment

In Garching werden auf mehr als 1.000 Quadratmetern Laborfläche Batterien hinsichtlich ihrer Sicherheit, ihrer Performance und ihrer Zuverlässigkeit unter Extrembedingungen geprüft. Es gibt gut hundert Prüfplätze für elektrische Energiespeicher und ein gutes Dutzend Prüfplätze für mittlere und große Batteriesysteme. Zudem verfügen die TÜV SÜD-Fachleute über ein hochmodernes Prüfequipment mit spezieller Sicherheitsausrüstung für das Testen von Lithium-Ionen-Systemen.

Risiko: Billigprodukte bei Pedelecs

Die Expertise ist nicht nur im Autobereich gefragt, sondern auch bei elektromotorisch unterstützten Fahrrädern. „Während wir im Autobereich einen hochsensiblen Umgang mit dem Thema Batteriesicherheit erleben, gibt es im Bereich der so genannten Pedelecs durchaus besorgniserregende Tendenzen. Durch den am Markt herrschenden Preiskampf ist bereits eine große Anzahl an Billigprodukten von technisch mangelhafter Qualität im Markt. Mit erheblichem Gefährdungspotenzial!“, berichtete Stefan Rentsch, Geschäftsführer der TÜV SÜD Battery Testing GmbH, die das Labor betreibt. Weil Fahrräder etwa in Städten durchaus in Hausfluren abgestellt werden oder Pedelec-Batterien über Nacht in der Wohnung geladen werden, sei das Gefährdungspotenzial für den Einzelnen erheblich. „Hier wollen wir für Verbraucheraufklärung und Verbrauchersicherheit sorgen“, betonte Rentsch.

Intensiver Austausch

Ob Autos oder Pedelecs: Beim Thema E-Mobilität setzt TÜV SÜD auf einen intensiven Austausch mit Wissenschaft und Forschung. So war für die Entscheidung, das Batterietestzentrum in Garching zu errichten, die enge Verbindung zur TU München (TUM) und den Fraunhofer-Instituten mit ausschlaggebend. Daniel Quinger, der zusammen mit Stefan Rentsch die Geschäftsführung der TÜV SÜD Battery Testing GmbH bildet, hat mit Kommilitonen quasi aus dem Lehrbetrieb der TUM heraus die Lion Smart GmbH gegründet, den heutigen Joint-Venture-Partner von TÜV SÜD.

TÜV SÜD nutzt Abwärme zum Heizen

Das Batterietestzentrum bringt die Mobilität der Zukunft voran – dabei steht natürlich Umweltschutz in den Abläufen an oberster Stelle. Zwei Beispiele: Die zwangsläufig bei der Batterieprüfung anfallende Abwärme wird eingesetzt, um das Labor umweltfreundlich und energieeffizient zu heizen. Im Winter wird eine so genannte freie Kühlung genutzt, um das Kaltwasser für den Maschinenpark möglichst energieeffizient zur Verfügung zu stellen. Das breite Dienstleistungsspektrum zur Elektromobilität stellt TÜV SÜD aktuell auch auf der Fachmesse eCarTec in München vor – vom 18. bis 20. Oktober in der Neuen Messe München, am Stand 410 in Halle A5.

Ansprechpartner

Referent Fahrerlaubnis, Bildung und Personalentwicklung, Begutachtung und Förderung der Fahreignung
T +49 30 760095-480