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MPU

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

MPU und Fahreignung

Allgemeine Informationen und Definition

MPU ist eine Abkürzung für „Medizinisch-Psychologische Untersuchung“. Diese Untersuchung – und das daraus resultierende Gutachten – werden im Rahmen der Überprüfung der Fahreignung von Fahrerlaubnisbehörden gefordert und dienen als Hilfe, um über die Entziehung oder Neuerteilung der Fahrerlaubnis zu entscheiden.

Zentrale Begriffe sind hier die Fahreignung und die Zweifel, die die Fahrerlaubnisbehörde daran im Einzelfall hat. Anlässe für Zweifel an der Fahreignung sind zum Beispiel Fahren unter Alkoholeinfluss, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, verkehrsrechtliche Auffälligkeiten und strafrechtliche Auffälligkeiten. Werden der Fahrerlaubnisbehörde Tatsachen bekannt, die zu Zweifel an der Fahreignung Anlass geben, kann die Fahrerlaubnisbehörde ein Gutachten vom Verkehrsteilnehmer fordern, in dem diese Zweifel ausgeräumt werden sollen. Die Begutachtung wird durch Begutachtungsstellen für Fahreignung durchgeführt.

Fachlicher Rahmen

Die Begutachtung wird u. a. auf Grundlage des Straßenverkehrsgesetzes (§ 2 Abs. 8 StVG), der Fahrerlaubnisverordnung (§ 11 ff FeV) und den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung durchgeführt. Die Begutachtungs-Leitlinien werden von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erstellt und sind neben den Beurteilungskriterien der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin die Basis für eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung.

Fakten rund um die MPU

Eine MPU wird nur von den Verkehrsteilnehmern gefordert, die erheblich gegen Bestimmungen verstoßen haben. Sie betrifft daher nur eine relativ begrenzte Gruppe von Fahrern. Von den rund 54 Millionen Personen mit gültiger Fahrerlaubnis in Deutschland, haben 2012 nur 94.176 Personen eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung bei einem der aktiven Träger der Begutachtungsstellen durchführen lassen.

Bei 51 Prozent der Begutachtungen war das Fahren unter Alkoholeinfluss der Anlass, von denen 28 Prozent der Teilnehmer zum ersten Mal auffällig geworden waren. Die zweitgrößte Gruppe stellten mit 21 Prozent Fahrer dar, bei denen Drogen- oder Medikamentenmissbrauch festgestellt worden war.

Weitere Gründe für Begutachtungen waren „Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol“ (17 Prozent) und körperlich oder geistige Mängel (0,5 Prozent), sämtliche übrigen Anlässe ergaben einen Gesamtanteil von 11 Prozent.

53 Prozent der Untersuchten wurde die Fahrerlaubnis wieder zugesprochen, 7 Prozent wurden als „nachschulungsfähig“ eingestuft und 35 Prozent wurden als „ungeeignet“ betrachtet wieder ein Kraftfahrzeug führen zu dürfen.

Gesellschaftlicher Nutzen

Der gesellschaftliche Nutzen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung liegt vor allem in der Erhaltung der allgemeinen Verkehrssicherheit. Da es Jahr für Jahr immer noch zu einer Vielzahl an schweren Unfällen, aufgrund von Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder durch zu schnelles Fahren, kommt, ist solch eine Begutachtung unabdingbar. Die MPU stellt fest, ob die auffällig gewordenen Verkehrsteilnehmer ihre problematischen Verhaltensweisen geändert haben oder ob noch eine Rückfallgefahr besteht.

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