Forum Mobilität des VdTÜV: Sicherheit ohne Verunsicherung

Rollstuhlfahrer stoßen überall auf Barrieren, die ihre Mobilität einschränken. Um ihre Beförderung sicherer und barrierefreier zu gestalten, diskutieren auf dem 1. Forum Mobilität des VdTÜV in Berlin Fachleute und Betroffene.
Diskussion zur Barrierefreiheit: Zu Beginn des Forums Mobilität berichten zwei Rollstuhlfahrer von ihren Erfahrungen bei der Beförderung. (Foto: VdTÜV/Rosenthal)
Diskussion zur Barrierefreiheit: Zu Beginn des Forums Mobilität berichten zwei Rollstuhlfahrer von ihren Erfahrungen bei der Beförderung. (Foto: VdTÜV/Rosenthal)

Die sichere Beförderung von Menschen mit Behinderung steht im Mittelpunkt des „1. Forums Mobilität für Menschen mit Behinderung“, das am 21. und 22. November 2011 in Berlin stattfindet. Organisiert vom Verband der TÜV e.V. diskutieren Experten aus Verbänden, Unternehmen und Behörden über die Herausforderungen einer sicheren und gleichzeitig barrierefreien Mobilität. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

Geänderte Vorschriften sorgen für Diskussionsbedarf

Besonders widmen sich die Experten wichtigen Fragen, die sich aus den seit April 2010 geänderten Vorschriften und Anforderungen für die Beförderung von Rollstuhlfahrern ergeben. „Bei den Gesprächen im Rahmen von Zertifizierungen haben wir festgestellt, dass es eine große Verunsicherung aller Beteiligten gibt, wie die geltenden Sicherheitsstandards umgesetzt werden sollen“, erläutert Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV e.V.

Nur unzureichender Schutz

Die Sicherheitsstandards wurden deutlich erhöht, weil unter anderem Crashtests der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigten, dass sowohl die bis dahin üblichen Sicherungssysteme für die Rollstühle als auch die Gurte für die Behinderten nur unzureichenden Schutz boten. Um die Unfallsicherheit für die Behinderten zu erhöhen, wurden darauf hin verschiedene Sicherungssysteme für Rollstühle entwickelt, wie z.B. der „Kraftknoten“, der eine sichere Verbindung zum Fahrzeug herstellt und die Stabilität des Rollstuhls in jeder Situation gewährleisten soll. Außerdem wurde die für die Beförderungsfahrzeuge und Rollstühle geltende Norm überarbeitet.

Was sind die Anforderungen für eine sichere Beförderung?

Die seit April 2010 geltende Norm und ihre Richtlinien für die Beschaffenheit des Rollstuhls stellen die betroffenen Behinderten, die Auftraggeber für die Beförderung und die Beförderungsunternehmen vor neue Herausforderungen. Geänderte Anforderungen an die Konstruktion verteuern nicht nur die Rollstühle, sondern auch die Beförderung. Die Schwierigkeit der Auftraggeber bei der Vergabe von Fahraufträgen liegt zumeist darin, überhaupt Anforderungen an eine sichere Beförderung zu definieren und deren Umsetzung beim beauftragten Unternehmen zu kontrollieren.

Sorgen bei den Betroffenen

„Die neuen Normen definieren zwar hohe Sicherheitsstandards, führen aber auch zur Verunsicherung bei den Betroffenen“, erklärt Dr. Brüggemann. „ Viele Behinderte sorgen sich darum, dass ihre Rollstühle nicht mehr den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Beförderung entsprechen.“ Länder und Kommunen wiederum sind dazu verpflichtet, Fahrdienste für Behinderte entsprechend dem gesetzlichen Auftrag zu organisieren.

Berichte aus der Praxis

Referenten aus den Bereichen Normung, der Öffentlichen Hand, der Fahrzeug- und Rollstuhltechnik sowie von Behinderteneinrichtungen und Beförderungsunternehmen werden aus ihrer jeweiligen Perspektive über die Umsetzung der neuen Vorschriften, aber auch die damit verbundenen Probleme berichten. Der VdTÜV als Veranstalter des Forums bietet eine Plattform, um alle an diesem komplexen Sachverhalt Beteiligten zusammenführen, um gemeinsam über die vielseitigen Aufgaben, Pflichten aber auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung zu sprechen.

Zusatzinformationen

Ansprechpartner

Referent Fahrerlaubnis, Bildung und Personalentwicklung, Begutachtung und Förderung der Fahreignung
T +49 30 760095-480