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Neue Rapex-Zahlen zeigen Notwendigkeit der neutralen Drittprüfung

Die Zahl der unsicheren Produkte, die das EU-Schnellwarnsystem Rapex erfasst, ist deutlich gestiegen. Darunter sind auch viele Spielzeuge. Das zeigt einmal mehr, dass eine neutrale Drittprüfung von Produkten dringend erforderlich ist.
Die neutrale Drittprüfung von Produkten ist dringend erforderlich. Das zeigen auch die neuen Zahlen des EU-Schnellwarnsystems Rapex. (Bild: TÜV SÜD)
Die neutrale Drittprüfung von Produkten ist dringend erforderlich. Das zeigen auch die neuen Zahlen des EU-Schnellwarnsystems Rapex. (Bild: TÜV SÜD)

Erschreckende Zahlen legte die EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva am 20. April 2009 vor: Das EU-Schnellwarnsystem Rapex meldete 2008 insgesamt 1866 gefährlicher Konsumgüter. Das ist ein Anstieg um 16 Prozent gegenüber 2007. Rund ein Viertel der beanstandeten Produkte waren Spielzeuge. "Die aktuellen Zahlen zeigen einmal mehr, dass eine neutrale Drittprüfung von Produkten dringend erforderlich ist", erklärt Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV.

Verpasste Chance

Bei der Verabschiedung der EU-Spielzeugrichtlinie im Dezember 2008 hatte das Europäische Parlament darauf verzichtet, die Drittprüfung verpflichtend einzuführen. "Mit der Einführung einer neutralen Drittprüfung hätte die EU die Chance gehabt, einen großen Teil dieser gefährlichen Produkte deutlich früher zu identifizieren, nämlich bevor sie überhaupt auf den Markt kommen", betont Brüggemann.

Nur die Spitze des Eisbergs

Nach dem heute gültigen Vorgehen kontrollieren die Marktaufsichtsbehörden die Produkte nur stichprobenartig, nachdem sie in den Umlauf geraten sind. Die Rapex-Zahlen spiegeln also nur einen Teil der unsicheren Produkte wider, die wirklich im Umlauf sind. "Die neutrale Drittprüfung hingegen findet vor Markteintritt der Produkte statt. Sie bietet also einen viel besseren Schutz der Verbraucher und vor allem der Kinder", erläutert Brüggemann.

Höheres Niveau in den USA

Mit der überarbeiteten Spielzeugrichtlinie bleibt die EU zudem hinter den USA zurück. Dort ist im vergangenen Sommer ein Gesetz verabschiedet worden, dass die neutrale Drittprüfung für Spielzeuge verpflichtend macht. Von den durch Rapex erfassten gefährlichen Gütern stammen knapp 60 Prozent aus China. Rund 20 Prozent kommen aus der EU selbst.

GS-Zeichen bietet Sicherheit

Verbraucher können sich schützen, indem sie beim Kauf von Produkten auf das GS-Zeichen achten. Güter mit diesem Zeichen wurden durch neutrale Dritte einer unabhängigen Prüfung unterzogen. Grundlage für die Vergabe des GS-Zeichens ist das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG). Hersteller von Produkten beantragen die Durchführung einer neutralen Drittprüfung freiwillig.

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