VdTÜV Portal

Vom Youngtimer zum Oldtimer

Klassikfans kaufen sich gerne einen Youngtimer oder ein Fahrzeug, das diesen Status bald erreicht. Der Grund: Sie sind in der Regel noch relativ preiswert. Damit der Klassiker mit den Jahren zum Oldtimer „aufsteigen“ und an Wert gewinnen kann, muss der Besitzer Leidenschaft zeigen und permanente Pflegearbeit in sein Fahrzeug investieren. Dies gilt für alle Teile.
Oldtimer (©Brigitte Bonaposta - fotolia.com)
©Brigitte Bonaposta - fotolia.com

Begriff Youngtimer

Der Ursprung des Begriffs kommt aus dem Motorsport, wo eine Fahrzeugklasse abgebildet wurde, die zu jung war für den historischen Motorsport, aber zu alt, um in jeweils aktuellen Rennen mitfahren zu können.

„Youngtimer“ ist bis jetzt – im Gegensatz zum Oldtimer – nicht als Status gesetzlich geregelt und seine Definition bei Verbänden auch nicht verbindlich festgelegt. Per Gesetz gilt: Oldtimer müssen nach der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) mindestens 30 Jahre alt sein, Youngtimer sind in der Regel zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Wie wird aus einem Youngtimer ein Oldtimer?

Youngtimer haben ihre übliche Gebrauchsphase überstanden. Das Fahrzeug hat die Schwelle vom Alltagsauto zum Liebhaberfahrzeug überschritten. Nun beginnt und eine bewusste Phase zugunsten des Erhalts.

Wenn der Besitzer das Ziel verfolgt, den gesetzlichen Status „Oldtimer“ zu erlangen, muss in ein 30-jähriges Bestehens des Klassikers investiert werden. Erstes Ziel muss sein, den „Youngtimer“ in der Phase zum „Oldtimer“ in seiner Originalität authentisch zu erhalten und möglichst nicht zu „schmücken“. Dabei gilt es, das erhaltene Exemplar durch Reparatur, Wartung und Pflege fahrtüchtig und verkehrssicher zu halten, damit es sich später als „Oldtimer“ in gutem Zustand befindet.

Was ist ein guter Zustand?

  • Das Fahrzeug ist technisch einwandfrei, belastbar in allen Zuständen und zuverlässig in allen Verkehrssituationen im Rahmen seiner baulichen Fähigkeiten.
  • Dabei darf man ihm seine Historie ansehen, er weist aber möglichst keine Korrosion oder gar beginnende Zerstörung von Oberflächenbeschichtungen auf.
  • Auch die Polsterung und Verkleidung spiegeln eine gewisse Alterung wider, sind aber in ihrer Festigkeit, Materialgüte und Nutzbarkeit nicht eingeschränkt.

Vom Youngtimer zum Oldtimer mit H-Kennzeichen

Als Oldtimer kann das Fahrzeug in Deutschland die „H“-Zulassung erhalten. Viele Freunde historischer Automobile bereiten daher ihre Schätze schon frühzeitig auf den 30. Geburtstag und die damit verbundene Anerkennung des H-Kennzeichens vor. Der Stichtag ist nicht das Herstellungsdatum, sondern der Zulassungstag des Straßenverkehrsamts.

Versicherung für Youngtimer

Für Liebhaber-Fahrzeuge, die noch zu jung sind, um als Oldtimer zu gelten, bieten Versicherungen oft einen eigenen Youngtimer-Versicherungsschutz an. Diese ist in der Regel auch deutlich günstiger als eine Kfz-Versicherung. Das Alter und der Erhaltungszustand eines Fahrzeugs spielen eine elementare Rolle. Letzterer muss weitgehend dem Originalzustand entsprechen. Als Nachweis dafür wird bei von den Versicherungen ein Wertgutachten verlangt.

Welche Unterlagen für den Vertragsabschluss einer Youngtimer-Versicherung benötigt werden, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Generell legen alle Versicherer Wert auf eine möglichst detaillierte Dokumentation des Fahrzeugzustands. Meistens werden folgende Unterlagen verlangt: Kopie des Fahrzeugbriefs bzw. ZBII des zu versichernden Fahrzeugs. Falls nicht vorhanden, ersatzweise ein Dokument, aus dem die technischen Daten hervorgehen, ein Beleg des Marktwerts (wenn kein Gutachten eingereicht wird) oder eine Kopie des Wertgutachtens und eine Kopie der Versicherungspolice für ein Alltagsfahrzeug.

Der Youngtimer kann natürlich auch über eine herkömmliche Kfz-Versicherung versichert werden. Wenn das Fahrzeug als Alltagsfahrzeug genutzt wird, ist dies häufig die einzige Möglichkeit.

Zulassung für Youngtimer

Für einen Youngtimer erfolgt die Zulassung über das normale, schwarze Kennzeichen nach §8 FZV, bzw. über ein Wechselkennzeichen nach §8 (1a) FZV oder Saisonkennzeichen nach §9 (3) FZV.

nach oben

Ansprechpartner

Online-Redakteurin
T +49 30 760095-580

TÜV Rheinland Group
T +49 6313545101