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VdTÜV begrüßt Empfehlung des Verkehrsgerichtstages zur MPU

Aus Sicht des VdTÜV sind die Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung zu begrüßen. Die Teilnehmer einer Arbeitsgruppe auf der Tagung in Goslar hatten die MPU als ein wirksames Mittel für mehr Verkehrsssicherheit bestätigt.
Eine Weiterentwicklung der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) sehen die Fahrerlaubnisexperten des VdTÜV positiv. (Foto: TÜV SÜD)
Im Rahmen der MPU findet ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen statt. (Foto: TÜV SÜD)

Der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) begrüßt die Empfehlung des 48. Deutschen Verkehrsgerichtstags in Goslar zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Die Verkehrsrechtsexperten hatten die MPU als wirksames Mittel für mehr Verkehrssicherheit eindeutig bestätigt. Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, erklärt zum Votum aus Goslar: „Der Verkehrsgerichtstag bestätigt in seinen Empfehlungen die Notwendigkeit und den Nutzen der MPU für die Sicherheit aller und die Mobilität des Einzelnen. Das klare Signal unterstreicht die Bedeutung der MPU als Baustein der Verkehrssicherheit.“

Hilfe bei der Beurteilung der Fahreignung

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung dient dazu, die Fahreignung von mehrfach auffälligen Verkehrsteilnehmern, deren Fahrerlaubnis entzogen wurde, zu beurteilen. So bietet sie denjenigen, die geeignet sind, wieder am motorisierten Straßenverkehr teilzunehmen, die Chance der Rehabilitation. Sie identifiziert aber auch diejenigen, die hierzu nicht in der Lage sind. Bei der MPU handelt es sich um eine Einzelfallprüfung. Jeder Bewerber, der sie absolviert, erhält also eine faire Chance, nachzuweisen, dass er wieder verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Individuelle Problematik steht im Vordergrund

Bei einer MPU muss sich der Bewerber mit den Gründen, die zu seinem schweren und gefährlichen Vergehen führten, auseinandersetzen. Im Vordergrund steht also die individuelle Problematik des Einzelnen, oftmals sind das zum Beispiel Drogen oder ein übermäßiger Alkoholkonsum. Auch ein sehr gefährlicher Fahrstil kann zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Ziel des Verfahrens der MPU ist somit nicht nur, dass der Bewerber die Fahrerlaubnis wiedererlangt. Vielmehr geht es darum, dass er die Probleme, die zum Entzug der Fahrerlaubnis führten, erkennt und abstellt. Er soll seine Einstellung und sein Verhalten im Straßenverkehr ändern, also Konsequenzen aus dem Fehlverhalten ziehen.

Einheitliche Bewertungsmaßstäbe

Dieses Erkennen des Bewerbers wird im Rahmen der MPU auf vielfältige Weise getestet und von entsprechend ausgebildeten Psychologen beurteilt. Auf diese Weise führt die MPU dazu, dass weniger Verstöße im Straßenverkehr begangen werden, die Menschenleben gefährden. Die MPU wird bundesweit nach einheitlichen Bewertungsmaßstäben vorgenommen, die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) vorgegeben werden. Grundlage der Beurteilungsgrundsätze sind die Bedürfnisse des Einzelnen zur Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr sowie das Interesse der Allgemeinheit an der Sicherheit.

Arzt und Psychologe beurteilen gemeinsam

Die Gutachter beurteilen objektiv und neutral nach wissenschaftlich begründeten Kriterien, ob der Betroffene Konsequenzen aus seinem Verhalten gezogen hat. Dabei betrachten sie auch die Vorgeschichte des Bewerbers, die zu dem Vergehen geführt hat. Arzt und Psychologe beurteilen am Ende aus der Sicht ihrer jeweiligen Fachgebiete gemeinsam, ob der Bewerber in der Lage ist, verantwortungsvoll am motorisierten Straßenverkehr teilzunehmen. „Die MPU ist ein wichtiger Baustein der Verkehrssicherheit in Deutschland“, betont Dr. Brüggemann. „Sie ist außerdem die einzig wissenschaftlich fundierte Methode, dem Bewerber die Rückkehr in den motorisierten Straßenverkehr zu ermöglichen.“ Dr. Brüggemann weist darauf hin, dass die Methoden der MPU einem kontinuierlichen Evaluationsprozess unterliegen.

Ansprechpartner

Referent Fahrerlaubnis, Bildung und Personalentwicklung, Begutachtung und Förderung der Fahreignung
T +49 30 760095-480