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Seit 1. Juli: Neuerungen bei der Hauptuntersuchung treten in Kraft

Bei der Hauptuntersuchung (HU) gibt es seit dem 1. Juli 2012 einige Änderungen. Regelmäßig wird der rechtliche Rahmen der HU den aktuellen Gegebenheiten und den technischen Neuerungen angepasst. Wesentlichste Änderung ist wohl die Einführung einer umfassenden Elektronikprüfung. Der Sachverständige prüft künftig alle sicherheitsrelevanten elektronischen Systeme - etwa ABS, ESP, den Abstandsregler oder die Auslöser für Airbags - direkt über eine Schnittstelle auf ihre Funktionsfähigkeit.
 Ein qualifizierter Prüfer eines TÜV-Unternehmens führt bei der Hauptuntersuchung eine umfangreiche Funktionsüberprüfung des Fahrzeuges durch.
Die Fahrzeugsicherheit im Blick: Seit 60 Jahren prüfen die Sachverständigen der TÜV im Rahmen der Hauptuntersuchung den Zustand von Fahrzeugen. (Foto: TÜV SÜD)

Bei der Hauptuntersuchung (HU) gibt es seit dem 1. Juli 2012 einige Änderungen. Regelmäßig wird der rechtliche Rahmen der HU den aktuellen Gegebenheiten und den technischen Neuerungen angepasst.

Für die Sicherheit im Straßenverkehr ist die wesentlichste Änderung wohl die Einführung einer umfassenden Elektronikprüfung. Der Sachverständige prüft künftig alle sicherheitsrelevanten elektronischen Systeme - etwa ABS, ESP, den Abstandsregler oder die Auslöser für Airbags - direkt über eine Schnittstelle auf ihre Funktionsfähigkeit. “Damit kann das hohe Maß an Sicherheit, das das moderne Fahrzeug bietet, aufrecht erhalten werden“, erläutert Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV. „Für die Verkehrssicherheit, die ihren hohen Standard wesentlich elektronischen Assistenzsystemen verdankt, ist dies unverzichtbar.“

Die Elektronik HU wird für alle Fahrzeuge, die nach dem 1.7.2012 zugelassen sind, schrittweise eingeführt. Um die technischen Voraussetzungen für die Elektronik-HU zu schaffen, haben die Prüforganisationen bereits so genannte HU-Adapter erfolgreich entwickelt und getestet. Der Sachverständige dockt ihn direkt an die OBD-Schnittstelle (On Board Diagnose) des Fahrzeugs und kann so erkennen, ob die Sicherheitsassistenten auch wirklich sicher funktionieren. Dafür wird es künftig notwendig sein, dass der Prüfer ein Fahrzeug unmittelbar vor der Hauptuntersuchung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 8 km/h bewegt, damit alle elektronischen Systeme betriebsbereit sind.

Ab 1. Juli entfällt dann auch die so genannte Rückdatierung. Demnach orientiert sich der Termin für die nächste HU künftig nicht mehr wie bisher am eigentlichen Fälligkeitsdatum, sondern am tatsächlichen HU-Termin. Wer zukünftig mehr als zwei Monate überzieht, dessen Fahrzeug wird, so schreibt es die Novelle vor, einer vertieften Hauptuntersuchung unterzogen, die mit einer 20-prozentig höheren Gebühr zu Buche schlägt. Daneben droht, wie bisher auch, bei Verkehrskontrollen eine Geldbuße durch die Polizei. Zudem riskieren Autofahrer, die mit einem Fahrzeug mit abgelaufener HU-Plakette einen Unfall verursachen, den Versicherungsschutz. Schließlich ist die Hauptuntersuchung ein wesentlicher Baustein für mehr Verkehrssicherheit: „Durch Mängelstatistiken wie den TÜV-Report lässt sich belegen, dass sich der technische Zustand eines Fahrzeugs verschlechtert, je weiter die Prüftermine auseinander liegen“, erläutert Dr. Klaus Brüggemann.

Und noch etwas ist neu ab dem 1. Juli 2012: Alle Prüforganisationen bundesweit arbeiten mit einem einheitlichen Mangelbaum. Die praktische Folge für den Autofahrer: Im Prüfbericht gibt es zu festgestellten Mängeln nun eine eindeutige Beschreibung, wo der Mangel festgestellt wurde. Fehlt es zum Beispiel an der Beleuchtung, bekommt es der Autofahrer künftig schwarz auf weiß, dass die Einstellung beim Scheinwerfer rechts nicht stimmt. Für Kunden und Werkstätten bedeutet dies künftig mehr Transparenz, da Mängel für eventuell notwendige Reparaturen zielgenau beschrieben werden können.

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