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Wertgutachten: Was ist mein Oldtimer wert?

Wieviel ist der Oldtimer wert? Eine Frage, die man sich stellt, wenn man einen Oldtimer verkaufen oder kaufen möchte. Um Klarheit über den wirklichen Wert und Zustand des Fahrzeugs zu erhalten, ist ein Wertgutachten sinnvoll. Es bietet anhand einer Dokumentation eine detaillierte Übersicht über den technischen und optischen Fahrzeugzustand. Der Bericht ist eine Bewertung von neutraler Seite, denn er wird von unabhängigen Sachverständigen anhand objektiver Kriterien erstellt.
Oldtimer (Copyright: TÜV SÜD AG)
Oldtimer (Copyright: TÜV SÜD AG)

Das Gutachten wird beim Kauf, Verkauf und für den Schadensfall bei Versicherung gern nachgefragt, um den angemessenen Wert des Fahrzeuges benennen zu können. Speziell beim Verkauf bei Preisverhandlungen ist es vorteilhaft, die Preisvorstellung durch ein aktuelles Wertgutachten plausibel belegen zu können. Auch vor Gericht ist ein Wertgutachten hilfreich, denn dort werden nur Gutachten akzeptiert, die vor dem Unfall oder Diebstahl erstellt wurden. Das Wertgutachten ist nicht zu verwechseln mit dem Oldtimergutachten, das benötigt wird, um ein H-Kennzeichen zu erhalten.

Wie wird ein Wertgutachten erstellt?

Um den Fahrzeugwert richtig einschätzen zu können, muss ein TÜV-Sachverständiger über Kenntnisse über den zu begutachtenden Fahrzeugtyp und technologische Standards sowie über handwerkliche und maschinelle Umsetzungen der jeweiligen Zeitepoche verfügen.
Alle Unterlagen über das Fahrzeug müssen gesichtet und möglichst viele Informationen über den Typ gesammelt werden. In der Praxis erfolgt zunächst eine Identifizierung des Oldtimers, analog einem amtlichen Oldtimergutachten, d. h. es werden die Fahrzeugunterlagen gesichtet und der Fahrzeugtyp recherchiert. Dies ist die Grundvoraussetzung, um anschließend den technischen und optischen Zustand des Fahrzeugs und zuletzt den Marktwert anhand einer Marktanalyse ermitteln zu können.

Für die Erstellung eines Gutachtens werden folgende Fahrzeugunterlagen benötigt: Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I und Zulassungsbescheinigung Teil II). Hilfreich sind beim Wertgutachten noch Nachweise über Instandsetzungen/Restaurierungen und möglichst deren Fotodokumentation.

Zwei Arten von Wertgutachten

Je nach Situation und Anforderung kann eine Oldtimerbewertung kurz oder ausführlich ausfallen. Es gibt daher das Kurzgutachten und das eigentliche Wertgutachten. Während beim Kurzgutachten bei dem Oldtimer deren Wertermittlung nur anhand von Mindestanforderungen erfolgt, bietet das eigentliche Wertgutachten eine ausführliche Dokumentation über das Fahrzeug. Da Wertgutachten auch von allgemein tätigen Kfz-Sachverständigen durchgeführt werden können, wurden über die Jahre Mindestanforderungen angesetzt, die mit der Beurteilung von Neu- und Gebrauchtwagen vergleichbar sind. Den Oldtimer bei einer TÜV-Prüfstelle begutachten zu lassen, hat den Vorteil, dass Fahrzeugbesitzer eine neutrale Begutachtung ihres Fahrzeuges von Oldtimerspezialisten erhalten und die Möglichkeit haben, einen Termin zu vereinbaren.

Kurzgutachten

Das Kurzgutachten wird für eine Oldtimerversicherung bei Versicherungsabschluss benötigt. Es dient der Wertfindung für die Versicherungseinstufung. Je teurer der Oldtimer, desto höher die Versicherungsprämie. Das Gutachten ist nur eine Kurzbewertung des Oldtimers und daher nicht für den Kauf oder Verkauf eines Fahrzeugs geeignet. Auch im Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung hat das Kurzgutachten keinerlei Beweissicherungsfunktion. Die Tatsachenfeststellung ist am klassischen Fahrzeug stark eingeschränkt, da keine technische Funktionsprüfung erfolgt. Das Ergebnis basiert ausschließlich auf einer Gesamtnote. Daher liegen die Ergebnisse eher im Bereich der Spekulationen als im Bereich der kompetenten Tatsachenfeststellung. Ein Kurzgutachten kostet beim TÜV rund 200 Euro, je nach Bundesland.

Wertgutachten

Im Wertgutachten wird das Fahrzeug in allen Einzelheiten beschrieben. Der technische Zustand des Oldtimers rückt in den Mittelpunkt der Begutachtung. Neben der Auflistung sämtlicher technischer Daten erfolgt eine detaillierte Zustandsbeschreibung aller technischen Bauteile. Auch vorgenommene Restaurierungen und Umbauten werden im Gutachten aufgenommen.

An das Wertgutachten werden hohe Ansprüche gestellt. Neben den beschriebenen Bewertungen bei Kurzgutachten kommen beim Wertgutachten noch folgende Bewertungskriterien hinzu: Status der Originalität, Abweichungen hiervon, Qualitätseinstufung von verwendeten Nachbauteilen sowie die Fahrzeughistorie mit ggf. geschichtlichen Besonderheiten und die Feststellung der Gebrauchsfähigkeit.

Erst wenn alle verfügbaren Informationen ausgewertet wurden, ist der Gutachter in der Lage, den Wert des Oldtimers einzuschätzen. Anhand der Ergebnisse aus der Marktanalyse unter Berücksichtigung aller Individualitäten kann die Marktwertbewertung erfolgen. Auf Wunsch kann auch der Wiederbeschaffungswert und der Wiederherstellungswert des Oldtimers im Gutachten mit ausgewiesen werden.

Das Wertgutachten ist eine individuelle Einschätzung des Sachverständigen und orientiert sich an Marktbeobachtungen. Zuletzt wird das Fahrzeug nach einem Notensystem eingestuft. Die Fahrzeugbewertung erfolgt allgemein anhand eines Bewertungssystems mit fünf Zustandsklassen von Noten von 1 (makelloser Zustand ohne jeglichen Mangel) bis 5 (restaurierungsbedürftiger Zustand, nicht fahrbereit).

Bereits nach kleinen Umbauten oder Restaurierungen empfiehlt es sich, das Wertgutachten zu aktualisieren, um den gestiegenen Fahrzeugwert festzuhalten. Ein Wertgutachten ist beim TÜV je nach Aufwand und Bundesland ab 300 Euro zu erhalten.

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