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Was hilft gegen Müdigkeit am Steuer?

Übermüdung am Steuer gehört zu den häufigsten Unfallursachen. Vor allem der Sekundenschlaf ist gefährlich. Müde Fahrer überschätzen ihre Fahrfähigkeiten und bringen damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr. Ob auf der Autobahn, bei einer Nachtfahrt oder auf dem Weg in den Urlaub – als verantwortungsvoller Autofahrer sollten Sie Müdigkeit rechtzeitig wahrnehmen und entsprechend handeln. Was Autofahrer tun können, um sicher und wach ans Ziel zu kommen, erklärt der VdTÜV e.V.
Müdigkeit Fahrzeug Urlaub
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Müdigkeit beeinträchtigt die Fahrtauglichkeit ähnlich stark wie Alkohol. Wer müde ist, kann sich schlechter konzentrieren, reagiert langsamer und überschätzt sich selbst schneller. Kommt es zum Sekundenschlaf, wird die Gehirnaktivität in Sekundenbruchteilen heruntergefahren und das Auto ist für einige Sekunden führerlos.

Müdigkeit rechtzeitig wahrnehmen

Der Sekundenschlaf tritt erst nach mehreren kurzen Müdigkeitsphasen ein. Der Autofahrer sollte daher die Warnzeichen ernst nehmen. Jeder Mensch hat seine eigenen Müdigkeitsanzeichen, die für ihn typisch sind und die er kennen und wahrnehmen sollte. Wenn beispielsweise die Augen brennen, Tagträume aufkommen, ständiges Blinzeln oder mehrfaches Gähnen eintritt, dann ist der Sekundenschlaf oft nicht mehr fern.

Sekundenschlaf mit einfachen Tricks vermeiden

Wer glaubt Kaffee oder Energy Drinks erhöhen die Aufmerksamkeit liegt falsch. Sie helfen nur kurzfristig und sind daher keine guten Mittel. Danach kommt die Müdigkeit schnell zurück. Bei starker Müdigkeit  verhindert das Koffein den Sekundenschlaf dennoch nicht.

Um den Sekundenschlaf nicht erst zu riskieren, sollten Autofahrer die Fahrt möglichst immer ausgeschlafen antreten. Falls Medikamente eingenommen werden, muss darauf geachtet werden, dass diese  zum Fahrantritt nicht müde machen. Während der Fahrt sollte der Fahrer immer seine innere Uhr und Leistungstiefs im Blick behalten.  Snacks und Getränke helfen zwischendurch wieder etwas Energie zu tanken. Regelmäßige Pausen sind sinnvoll, um die Muskeln zu lockern. Tiefes Atmen, Rumpfbeugen, Beine und Arme strecken lassen erste Müdigkeitserscheinung verfliegen. Die Bewegung schafft Sauerstoff in den Blutkreislauf und ins Gehirn und fördert die Konzentrationsfähigkeit. Auch mit ausreichenden Pausen sollten aber keine Fahrten in Angriff genommen werden, die länger als zehn Stunden dauern.   

Ist eine längere Fahrt, z.B. in den Urlaub geplant, sollte ein Beifahrer dabei sein. Er kann wachsam auf den Fahrer achten. Sobald auch nur ein bisschen Müdigkeit aufkommt, sollte der Beifahrer ans Steuer. Alleinfahrende, die auf der Fahrt müde werden, sollten unbedingt auch außerplanmäßige Pausen mit Power Naps einplanen. Schon zehn bis zwanzig Minuten Schlaf hilft enorm, da sich der Körper schon nach wenigen Minuten erholen kann. Wird die Schläfrigkeit zu stark spürbar, ist es besser, das Auto über Nacht stehen zu lassen, zu übernachten und ausgeruht morgens weiter zu fahren. Denn nächtliche Fahrten auf verlassenen Autobahnen begünstigen den Sekundenschlaf zusätzlich. Durch die Monotonie der Situation schaltet das Gehirn immer weiter zurück, bis in den Ruhemodus.

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