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BASt veröffentlicht MPU-Statistik 2011

2011 gab es zwei Prozent weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU) in Deutschland als das Jahr zuvor. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Den größten Anteil der MPU-Klienten, die ihren Führerschein verloren haben, bilden die erstmalig alkoholauffälligen Kraftfahrer mit 28 Prozent.
Mit Alkoholkonsum am Steuer (Bild: Fotolia)
Mit Alkoholkonsum am Steuer (Bild: Fotolia)

2011 gab es zwei Prozent weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU) in Deutschland als das Jahr zuvor. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Den größten Anteil der MPU-Klienten, die ihren Führerschein verloren haben, bilden die erstmalig alkoholauffälligen Kraftfahrer mit 28 Prozent. Die drogenbezogenen Untersuchungsanlässe (inklusive Medikamente) stellen die zweitgrößte Gruppe mit 20 Prozent dar, gefolgt von den „Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol“ mit 16 Prozent, darunter fällt beispielsweise notorisches Rasen. Geistige oder körperliche Defizite spielten bei der Beurteilung der Fahreignung mit unter einem Prozent der Fälle kaum eine Rolle.

Über 55 Prozent der Personen erhielten nach der Untersuchung die Fahrerlaubnis zurück. Dies ist ein Prozent mehr als im Vorjahr. Sieben Prozent (11 Prozent in 2010) der MPU-Klienten mussten zur Nachschulung. 37,5 Prozent wurden als „ungeeignet“ eingestuft, das sind 2,5 Prozent mehr als 2010. Insgesamt fanden bei den 15 Trägern von Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) 99.265 MPUs statt. Die BASt begutachtet diese Stellen in Deutschland.

Das MPU-Gutachten dient der Straßenverkehrsbehörde als Grundlage für die Entscheidung, ob einer Person die Fahrerlaubnis wieder zugesprochen wird. Die Sicherheit im Straßenverkehr hängt stark vom Verhalten der Verkehrsteilnehmer ab. Die MPU soll auf das Fehlverhalten einzelner Personen aufmerksam machen und die Chance eröffnen, durch langfristige Verhaltensänderungen wieder am Straßenverkehr teilzunehmen.

MPU-Gutachten erstellen auch fast alle TÜV-Unternehmen als Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung (MPU-Stellen). Themen rund um die Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit werden auf dem vom Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) organisierten internationalen 7. Fit to Drive-Kongress diskutiert. Die MPU spielt dabei eine große Rolle. Der Kongress findet am 25. und 26. April 2013 in Berlin statt. Es werden dort Verkehrspsychologen, Verkehrsmediziner sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung über Möglichkeiten diskutieren, die Sicherheit im Straßenverkehr weiter zu erhöhen.

Ansprechpartner

Referent Fahrerlaubnis, Bildung und Personalentwicklung, Begutachtung und Förderung der Fahreignung
T +49 30 760095-480