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ETSC: Bis zu 40 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle sind arbeitsbezogen

Ein großer Teil der tödlichen Verkehrsunfälle in Europa finden im Zusammenhang mit einer Arbeitstätigkeit statt. Dies ergab eine Analyse der EU-Straßenverkehrssicherheitsdaten, über die nun auch der European Transport Safety Council (ETSC) berichtet.
Unfall Pkw Verkehr
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Zahlen belegen, dass die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union in den vergangenen drei Jahren nicht zurückgegangen ist. Ein Bericht des ETSC verdeutlicht, dass Arbeitgeber, nationale Regierungen und die Europäische Union mehr Anstrengungen unternehmen müssen, um das Problem der arbeitsbezogenen Straßenverkehrsrisiken in den Griff zu bekommen.

Im Jahr 2016 verloren 25.671 Menschen in der Europäischen Union ihr Leben auf der Straße. Ein großer Teil davon waren Verkehrsopfer im Zusammenhang mit arbeitsbezogenen Verkehrsunfällen. Die genaue Zahl ist unbekannt, aber auf der Grundlage einer detaillierten Analyse von Daten aus ganz Europa schätzen die Autoren, dass bis zu 40 Prozent aller Verkehrstoten Arbeitsunfälle sind.

Antonio Avenoso, Direktor des ETSC, sagt: "Viele Unternehmen sehen das Verkehrsrisikomanagement zu Unrecht als eine Belastung, anstatt als Chance. Aber die Verringerung der Risiken durch das Reisemanagement, die gezielte Schulung und der Kauf von sichereren Fahrzeugen können die Versicherungskosten senken, zu weniger Ausfallzeiten führen und das Image eines Unternehmens steigern. Während die Arbeitgeber mehr tun müssen, zeigt unser Bericht auch, dass sie Hilfe und Unterstützung von nationalen Regierungen und der EU benötigen, um dies zu tun."

Eine verbesserte Datenerfassung ist ein wichtiger erster Schritt zur Bewältigung arbeitsbedingter Todesfälle. In den meisten EU-Ländern registriert die Polizei derzeit nicht den ursprünglichen Zweck der Fahrten, wenn sie die Details der Verkehrsunfälle aufnehmen. Es gibt auch keine standardisierte EU-Definition eines arbeitsbezogenen Verkehrsunfalls. Das Problem wird derzeit unterschätzt. Die Autoren der EU-Datenanalyse sagen auch, dass die Regierungen und die Behörden mit Beispielen vorangehen sollten und arbeitsbezogene Verkehrssicherheits-Management-Programme für ihre Mitarbeiter und ihre Flotten starten sollten.

Der VdTÜV und der European Transport Safety Council (ETSC), in dem der VdTÜV Mitglied ist, begrüßen eine Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten. Wichtig ist, dass auch Taten folgen, um die richtigen und wichtigen Ziele zu erreichen.

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