
Die Ergebnisse sind dabei sehr unterschiedlich: 18 der 31 betrachteten Länder konnten auch von 2010 auf 2011 einen Rückgang verzeichnen. Dieser fiel am stärksten in Norwegen aus, 20 Prozent weniger Menschen kamen im Straßenverkehr ums Leben. Aber auch Lettland (- 18 %), Spanien (-17 %), Bulgarien (-15 %) und Rumänien (-15 %) konnten sehr erfreuliche Rückgänge melden.
Doch die Medaille hat zwei Seiten. In einigen Ländern stieg die Zahl der Verkehrstoten, teilweise deutlich und darunter finden sich auch Länder, in denen eigentlich seit Jahren ein Rückgang zu verzeichnen war: Estland (+28 %), Schweden (+20 %), Zypern (+ 18 %) und Malta (+13 %) fielen leider besonders deutlich auf. Und auch die eigentlich vorbildlichen Länder in Sachen Reduzierung Niederlande, Deutschland und Großbritannien müssen nach Jahren sinkender Zahlen ein Plus verkraften. Unklar ist bisher, wie es zu den Entwicklungen kam, welche Faktoren eine Rolle spielten.
Klar ist hingegen, dass die EU das ambitionierte Ziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2020 unter diesen Vorzeichen nur schwer wird erreichen können. Dafür hätte der Rückgang von 2010 auf 2011 statistisch 6,7 % betragen müssen. Neben dem immensen menschlichen Leid durch Verkehrsunfälle verursachen diese einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden. Nach Berechnungen des ETSC hätten bei einem Rückgang um 6,7 % statt des nun tatsächlich eingetretenen Rückgangs um 3 % rund 2,1 Milliarden Euro eingespart werden können. Nun sollten alle Mitgliedstaaten weitere Maßnahmen ergreifen, um die Zahlen weiter und stärker zu senken.
Setzt man die Zahl der Verkehrstoten in Relation zur Einwohnerzahl, ist übrigens Großbritannien Spitzenreiter bei der Straßenverkehrssicherheit, gefolgt von Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Dänemark. Schlusslichter hier sind Litauen, Rumänien, Griechenland, Serbien und Polen. Die Senkung der Zahl der Verkehrstoten steht auch weiter im Mittelpunkt der Arbeit des VdTÜV und seiner Mitglieder. Sie engagieren sich auf ganz vielfältige Art und Weise für mehr Verkehrssicherheit. Dabei kümmern sie sich nicht nur um die reine technische Sicherheit von Fahrzeugen, jedem Autofahrer als Hauptuntersuchung bekannt. Auch im Bereich der Verkehrspsychologie und der modernen Führerscheinprüfung sind der VdTÜV und seine Mitglieder aktiv.
Ausdruck des umfassenden Engagements ist zudem, dass der VdTÜV zu den Unterzeichnern der Europäischen Verkehrssicherheitscharta gehört - und das bereits zum zweiten Mal. Bereits 2004 hatte die EU-Kommission dieses Programm aufgelegt, um Mitgliedstaaten, Verbände, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu noch mehr Einsatz im Bereich Verkehrssicherheit zu bewegen. So soll die Zahl der Verkehrstoten in der EU gesenkt werden. Der VdTÜV gehörte in Dublin zu den Erstunterzeichnern der Charta. (Autor: Jan Schepmann)