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Busse: im Alter kommen die Mängel

Rund 5,5 Milliarden Passagiere nutzen in Deutschland jedes Jahr Reise- und Linienbusse. Die müssen natürlich sicher sein. Der VdTÜV hat nun rund 50.000 Hauptuntersuchungen an Bussen ausgewertet und zeigt im TÜV Bus-Report, wie sicher die Fahrzeuge sind und wo Schwächen liegen.
Auf einige Sicherheitsaspekte können die Fahrgäste auch selber achten. Tipps dazu gibt´s unter anderem im TÜV Bus-Report.
Für den TÜV Bus-Report 2010/11 analysierten die Fachleute rund 50.000 Hauptuntersuchungen an Reise- und Linienbussen.

Berlin, 16.09.2010. Jeder achte Bus fiel in Deutschland bei der Hauptuntersuchung mit erheblichen Mängeln auf. Über die Hälfte der geprüften Fahrzeuge kam ohne Beanstandung durch den TÜV. Verkehrsunsichere Busse waren Einzelfälle. So lauten wichtige Ergebnisse des TÜV Bus-Report 2010/11 den der Verband der TÜV (VdTÜV) heute der Öffentlichkeit vorstellte.

Ältere Busse mit mehr Mängeln

Auffällig ist der Anstieg der Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln mit zunehmendem Fahrzeugalter. Im Durchschnitt lag sie bei einjährigen Fahrzeugen bei 3,8 Prozent. Nach fünf Jahren betrug sie 9,7 Prozent, nach zehn Jahren 13,9 Prozent. Bei zwanzigjährigen Bussen stellten die TÜV-Experten eine Quote von 23 Prozent erheblicher Mängel fest. Der Durchschnitt über alle Altersgruppen lag bei 12,4 Prozent. Ausschließlich geringe Mängel wurden an 31,6 Prozent der geprüften Busse festgestellt, mängelfrei waren 55,8 Prozent.

Beleuchtung mit besonders vielen Mängeln

Die häufigsten Mängel fanden die TÜV-Ingenieure an der Vorder- und Hinterachse (5,2 Prozent), an Motor und Antrieb (4,9 Prozent) und Korrosion an tragenden Teilen (4,9 Prozent). Die Bremswirkung war bei 3,9 Prozent aller Busse eingeschränkt, bei 2,8 Prozent stellte der TÜV ein zu großes Lenkungsspiel fest. Besonders häufig stellte der TÜV Mängel an der Beleuchtung fest. Über alle Altersgruppen waren im Durchschnitt 18,6 Prozent der geprüften Busse betroffen.

Datenbasis Hauptuntersuchung

Wegen der hohen Anforderungen an die Sicherheit der Fahrgäste, ist für Fahrzeuge zur Personenbeförderungen ab acht Sitzplätzen die Hauptuntersuchung im jährlichen Rhythmus vorgeschrieben. Für den TÜV Bus-Report werteten die Experten rund 50.000 Hauptuntersuchungen von Reise- und Linienbussen aus. Die Erhebung dieser Datenbasis ist neutral und objektiv, sie stützt sich auf den amtlichen Prüfkatalog der Hauptuntersuchung, in der vom Gesetzgeber über 130 einzelne Prüfpunkte vorgeschrieben sind.

Sicherheit für jährlich 5,5 Milliarden Passagiere

„Rein statistisch ist der Bus eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt“, betont Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV e.V. Dennoch wurden im Rahmen der Hauptuntersuchung bei jedem achten Bus erhebliche technische Mängel festgestellt. „Da Busse in Deutschland jährlich 5,5 Milliarden Passagiere befördern, muss die Sicherheit an erster Stelle stehen“, so Dr. Brüggemann, „jeder Bus, der mit technischen Mängeln am Straßenverkehr teilnimmt, ist einer zu viel“. Erfreulich ist aber, dass die Quote der Busse, die als verkehrsunsicher stillgelegt werden müssen, äußerst gering ist.

Wartung ernst nehmen

Der TÜV empfiehlt den Busunternehmen, auf die Wartung der Fahrzeuge besonders zu achten. Vor jeder Fahrt sollte der vorgeschriebene Sicherheitscheck durch den Fahrer selbstverständlich sein. „Gerade die Mängel an den Beleuchtungsanlagen und Sicherheitseinrichtungen sind oftmals mit einfachsten Mitteln festzustellen und zu beheben“ bemerkt Dr. Brüggemann. Da ältere Busse durch Verschleiß auffallen, sollten sie besonders sorgfältig gewartet werden. Doch nicht nur in die technische Sicherheit ihres Fuhrparks sollten Busunternehmen investieren. „Entscheidend sind auch ein funktionierendes Qualitätsmanagement und eine optimale Qualifikation der Busfahrer“, erläutert Dr. Brüggemann. „So ist es gerade bei längeren Strecken absolut sicherheitsrelevant, ob die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden.“

Verbraucher sollten nicht an der Sicherheit sparen

Auch die Verbraucher können einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit von Bussen leisten. „Wer bei der Planung einer Busreise, etwa für eine Klassenfahrt, stets auf dem billigsten Angebot besteht, spart am Ende an der Sicherheit“, so Dr. Brüggemann.